Panorama

US-Studenten in Rom verurteilt Mord an Carabiniere wühlt Italien auf

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Die Witwe des getöteten Polizisten ist nach dem Urteil in Tränen aufgelöst.

(Foto: dpa)

Weil sie beim Versuch, Drogen zu kaufen, einen italienischen Polizisten in Zivil niederstechen, müssen zwei junge US-Amerikaner lebenslang in Haft. Das Urteil erregt viel Aufmerksamkeit - nicht nur wegen der Herkunft der Täter, sondern auch wegen des tragischen Schicksals des toten Carabiniere.

Ein Gericht in Rom hat zwei US-Studenten wegen Mordes an einem italienischen Polizisten im Zusammenhang mit Drogenvergehen zu lebenslangen Haftstrafen verurteilt. Wie die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtet, fiel das Urteil am späten Mittwochabend. Die beiden Männer im Alter von Anfang 20 haben demzufolge im Juli 2019 den Carabiniere auf seiner Patrouille in Zivil mit elf Messerstichen umgebracht. Das Duo wurde unter anderem wegen Mordes, versuchter Erpressung und Körperverletzung verurteilt.

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Die Angeklagten: Gabriel Natale-Hjorth und Finnegan Lee Elder (v.l.).

(Foto: AP)

Die damals 18 und 19 Jahre alten Angeklagten Gabriel Natale-Hjorth und Finnegan Lee Elder befanden sich für einen Urlaub in der italienischen Hauptstadt. Dort waren sie zwei Polizisten in Zivil begegnet bei dem Versuch, Drogen zu kaufen. Sie waren zuvor den Angaben zufolge mit ihrem Kokain-Händler in Streit geraten, weil sie Schmerzmittel anstelle von Kokain erhalten haben sollen. Sie hatten angeblich einen Rucksack der Drogendealer gestohlen.

Es kam zu einer Auseinandersetzung, in dessen Folge einer von ihnen einen der beiden Beamten, Mario Cerciello Rega, mit elf Messerstichen tötete. Sein Freund kämpfte während der Tat mit dem zweiten Polizisten, dennoch war er nach italienischem Recht wegen derselben Tat angeklagt. Die Angeklagten hatten gestanden und erklärt, sie hätten die Polizisten für Angreifer gehalten. Die Verteidigung hatte demzufolge argumentiert, dass die zwei in Notwehr gehandelt hätten, weil sie glaubten, die Polizisten der Streife seien Kriminelle. Sie kündigte laut ANSA an, sie wollte Widerspruch einlegen.

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Rosa Maria Esilio hält beim Prozess ein Foto ihres Mannes in den Händen.

(Foto: AP)

Der Fall hatte in Italien große Anteilnahme mit dem Opfer ausgelöst: Der getötete 35 Jahre alte Polizist Mario Cerciello Rega war nach seiner Hochzeitsreise gerade erst in den Dienst zurückgekehrt. Viele Menschen nahmen an seiner Beerdigung teil, die live im Fernsehen übertragen wurde.

Die Witwe des Polizisten, Rosa Maria Esilio, war nach der Urteilsverkündung in Tränen aufgelöst. "Das wird mir Mario nicht zurückbringen", sagte sie. "Es war ein langer und schmerzhafter Prozess".

Quelle: ntv.de, jug/dpa/AFP

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