Justiz verkauft vorschnell PkwMordwaffe war noch im Auto
"Wo Menschen arbeiten, passieren Fehler", heißt es bei der Staatsanwaltschaft. Dass die Behörde das Auto eines Mordverdächtigen verkauft, in dem noch die Tatwaffe liegt, ist aber schon ein ziemlich großer Schnitzer.
Die niedersächsische Justiz hat das Auto eines flüchtigen Mordverdächtigen samt der fieberhaft gesuchten Mordwaffe verkauft. Wie ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Verden sagte, wurde das Auto vor dem Verkauf durch die Staatsanwaltschaft im Sommer von Ermittlern der Nienburger Polizei durchsucht. Die Beamten übersahen die Waffe aber.
Erst der neue Besitzer fand die Waffe und händigte sie der Justiz aus. "Wo Menschen arbeiten, passieren auch Fehler", sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft.
Der mutmaßliche Täter steht im Verdacht, Anfang Dezember vergangenen Jahres seine erst 13-jährige Tochter in Stolzenau im Landkreis Nienburg erschossen zu haben. Zwischen dem 36-Jährigen und seiner Tochter hatte es zuvor regelmäßig Streit gegeben und sie hatte versucht, sich mit Hilfe des Jugendamtes von ihrer Familie zu lösen.