Kein Essen, kein Alkohol, kein SexMuslime beginnen Ramadan
Zeit der Besinnung: Für Millionen Muslime in Deutschland beginnt der Ramadan. Er dauert in diesem Jahr vom 11. August bis 8. September. Um sich ganz auf ihren Glauben zu konzentrieren, verzichten sie einen Monat lang auf Essen, Trinken, Alkohol, Zigaretten und Sex - allerdings nur von Sonnenauf- bis Sonnenuntergang.
Für den Großteil der Muslime auf der ganzen Welt hat der Fastenmonat Ramadan begonnen. Außer in europäischen Ländern wie Deutschland und Frankreich begann die traditionelle Fastenzeit für die Gläubigen in sunnitisch geprägten Staaten wie Ägypten, Saudi Arabien und Indonesien. Muslime dürfen während des Ramadan zwischen Sonnenaufgang und Sonnenuntergang weder essen noch trinken. In schiitisch geprägten Ländern sowie in Pakistan und Indien beginnt der Fastenmonat erst am Donnerstag.
Der saudi-arabische König Abdullah rief die Muslime dazu auf, während des Ramadans die "Gnade Gottes" zu suchen. Der heilige Monat rege Muslime zu Mitleid, Barmherzigkeit und Güte an, sagte der König der saudi-arabischen Nachrichtenagentur SPA zufolge in einer gemeinsamen Rede mit Kronprinz Abdul Asis. Saudi Arabien - wo die heiligen Stätten Mekka und Medina liegen - müsse zum Dialog mit anderen Religionen und Kulturen ermutigen, um eine "zivilisierte und verbundene Welt" zu schaffen.
Fastenbrechen am Abend
Der Ramadan zählt als eine der fünf Säulen des Islam zu den Grundpflichten der Gläubigen. Während der Fastenzeit ist auch das Rauchen und Geschlechtsverkehr verboten. Jeden Abend findet das Fastenbrechen statt.
In Ägypten wurden wegen der sengenden Hitze die Uhren auf die Winterzeit zurückgestellt, um die Fastenperiode erträglicher zu machen. Auch in den Palästinensergebieten wurden anlässlich des Ramadan die Uhren umgestellt; in vielen muslimischen Ländern erließen die Behörden zudem spezielle Verkehrsrichtlinien, um überfüllte Straßen im Feierabendverkehr zu vermeiden.
Verstöße sind strafbar
In den Vereinigten Arabischen Emiraten wurden Nicht-Muslime davor gewarnt, tagsüber öffentlich zu essen oder zu trinken. "Verstöße gegen die Werte des Fastenmonats verletzen Muslime und sind als kriminelle Handlung nach dem Gesetz strafbar", sagte Mohammed Nasser el Rasuki von der Polizei in Dubai der Zeitung "Gulf News". Viele Botschaften riefen ihre im Ausland lebenden Staatsangehörigen auf, die Regeln des Ramadan zu respektieren.
Der islamische Kalender orientiert sich am Mondjahr. Der Zeitpunkt des Ramadan ändert sich daher jedes Jahr. Der Fastenmonat beginnt traditionelle zu Beginn des neunten Monats, wenn die schmale Mondsichel nach dem Neumond wieder am Himmel gesichtet wird. Die Berechnungsweisen sind allerdings unterschiedlich.