Panorama

Missbrauch der Tochter gefilmt Mutter muss vier Jahre ins Gefängnis

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Neun Jahre verging sich ihr Mann an ihrer Tochter und sie half ihm dabei.

(Foto: picture alliance / dpa)

Über Jahre hinweg missbraucht der Stiefvater die Tochter seiner Lebensgefährtin. Diese filmt die Vergehen an ihrem Kind - aus Liebe zu ihrem neuen Mann. Jetzt steht die Strafe für beide fest, das Gericht entschied sogar noch zu ihren Gunsten.

Eine Erzieherin filmt und fotografiert den Missbrauch ihrer eigenen Tochter: Dafür muss die 36-Jährige nach einem Urteil des Landgerichts Hildesheim für vier Jahre ins Gefängnis. Der 47 Jahre alte Täter, der Lebensgefährte der Frau aus dem niedersächsischen Bad Salzdetfurth, wurde zu sechseinhalb Jahren Gefängnis verurteilt.

Die beiden Verurteilten hatten umfassende Geständnisse abgelegt. Die Straftaten begannen 2005 - damals war das Mädchen fünf Jahre alt. Die Öffentlichkeit war von dem Prozess ausgeschlossen, um die Intimsphäre des inzwischen 14 Jahre alten Opfers zu wahren. Die Kammer habe zugunsten der Verurteilten berücksichtigt, dass sie gestanden und Reue zeigten - und so dem Opfer eine Vernehmung vor Gericht erspart hätten, sagte Gerichtssprecher Stephan Loheit.

Mutter animierte die Tochter willig zu sein

Die Frau, die auch als Tagesmutter gearbeitet hat, sagte vor Gericht, sie habe aus Liebe zu ihrem Lebensgefährten gehandelt. Sie habe ihre kleine Tochter animiert, willig zu sein und bestimmte Handlungen vorzunehmen. Der Angeklagte gab an, sich wegen Alkohols nicht genau an die Taten erinnern zu können.

Außer der 14-Jährigen hat die Angeklagte noch zwei weitere Kinder, eines ist elf, das andere sieben Jahre alt. Das jüngste Kind ist ein gemeinsames Kind mit dem Angeklagten, alle sind in der Obhut der Jugendbehörden.

Gegen den Mann war zunächst wegen des Verdachts auf Besitz von kinderpornografischen Schriften ermittelt worden. Bei einer Durchsuchung hatte die Polizei auch Datenträger sichergestellt, auf denen der sexuelle Missbrauch des Mädchens zu sehen war. Das Gericht blieb mit seinem Urteil unter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Diese hatte für den Mann achteinhalb Jahre und für die Frau fünf Jahre Gefängnis gefordert. Die Verteidigung plädierte auf fünfeinhalb Jahre Gefängnis für den Mann und zweieinhalb Jahre für die Frau.

Quelle: ntv.de