Panorama

Vater der "Grünen Revolution"Norman Borlaug ist tot

13.09.2009, 15:13 Uhr

Der amerikanische Agrarwissenschaftler Norman Borlaug ist tot. Für seine Verdienste um die "Grüne Revolution" in den Entwicklungsländern, in der die Erträge in der Landwirtschaft massiv gesteigert werden konnten, erhielt der Farmerssohn 1970 den Friedensnobelpreis.

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(Foto: Reuters)

Der Friedensnobelpreisträger und US- Agrarwissenschaftler Norman Borlaug, der Millionen Menschen vor dem Hungertod gerettet hat, ist im Alter von 95 Jahren gestorben. Mit seinen Arbeiten zur Züchtung besonders ertragreicher Getreidesorten galt der Amerikaner als Vater der "Grünen Revolution" in den Entwicklungsländern. Er starb am späten Samstagabend in Dallas an Krebs, wie die "New York Times" unter Hinweis auf die A&M Universität in Texas berichtete.

Borlaug, der Sohn eines Farmers aus Iowa, arbeitete seit Anfang der 1940er Jahre an Methoden, Weizen, Mais und Bohnen besonders ertragreich zu machen. Sowohl in Lateinamerika wie auch in Asien konnte dadurch die Lebensmittelproduktion deutlich gesteigert werden.

Hungersbekämpfung als Beitrag zum Frieden

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Der Nobelpreisträger 1996 in einem Gewächshaus der A&M Universität. (Foto: AP)

1970 erhielt er für seine Verdienste den Friedensnobelpreis. "(Borlaug) hat mehr als jeder andere einzelne Mensch seines Alters dazu beigetragen, die hungernde Welt mit Nahrung zu versorgen", befand das Preiskomitee damals. "Wir haben unsere Entscheidung in der Hoffnung getroffen, dass die Versorgung mit Nahrungsmitteln der Welt auch Frieden bringen wird."

Für besonderes Aufsehen sorgte vor allem die "Erfindung" des sogenannten Mexikoweizens, dem ein Gen zum Zwergwuchs eingezüchtet wurde. Mit seinen kurzen, starken Halmen kann er schwere Ähren tragen, ohne abzuknicken. In Indien konnten die Erträge damit innerhalb von zehn Jahren auf fast das Dreifache gesteigert werden.

Kritiker des Bevölkerungswachstums

Soziale und umweltpolitische Bedenken gegen den forcierten Ausbau der Nahrungsmittelproduktion wies Borlaug zurück. Das wahre Problem seien nicht die Anbautechniken, sondern die explodierenden Bevölkerungszahlen. "Wenn die Weltbevölkerung weiter in dem Tempo wächst, werden wir uns selbst auslöschen", warnte er einmal.

Der Wissenschaftler arbeitete zunächst an der Universität von Iowa, später für die Rockefeller-Stiftung in Mexiko. Seit 1984 war er an der A&M Universität in Texas tätig, der größten öffentlichen Universität des Bundesstaates. 2007 erhielt er für sein Engagement die höchste Auszeichnung der USA, die Goldene Ehrenmedaille des Kongresses.

Quelle: dpa