Panorama

Ein Toter, vier Entführte Piraten kapern Schiffe in gabunischem Hafen

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Die Seeroute durch den Golf von Guinea ist die gefährlichste der Welt.

(Foto: REUTERS)

Im Golf von Guinea werden weltweit mit Abstand die meisten Schiffe überfallen und entführt. Eher selten sind Attacken in Häfen: In Libreville, der Hauptstadt Gabuns, geraten in einer Nacht gleich vier Schiffe in die Hände von Piraten.

Piraten haben in der Nacht zum Sonntag nach Angaben der Regierung Gabuns vier Schiffe im Hafen der Hauptstadt Libreville überfallen. Ein Kapitän sei getötet, vier chinesische Matrosen seien verschleppt worden, teilte ein Sprecher der Regierung des westafrikanischen Landes mit. Der getötete Kapitän stammte demnach aus Gabun.

Die Verteidigungs- und Sicherheitskräfte des westafrikanischen Landes seien im Einsatz, "um das Gebiet zu sichern und die Täter in Zusammenarbeit mit Interpol und subregionalen Behörden aufzuspüren", sagte der Sprecher weiter.

Bei zwei der überfallenen Schiffe handelte es sich um Fischereiboote der Sigapeche, einer chinesisch-gabunischen Firma. Diese beschäftigt auch die vier entführten chinesischen Seeleute. Das dritte Schiff gehört dem Seetransportunternehmen Satram mit Sitz in Gabun, während das vierte als Frachtschiff unter panamaischer Flagge fährt.

Erdölrouten beeinträchtigt

Die Seerouten vor der westafrikanischen Küste zählen zu den gefährlichsten der Welt. Im Golf von Guinea häuften sich in der Vergangenheit Angriffe auf Schiffe, in Häfen sind sie allerdings sehr selten. Von Januar bis September ereigneten sich 82 Prozent der weltweiten Entführungen auf See im Golf von Guinea, wie das International Maritime Bureau, eine Abteilung der Internationalen Handelskammer, bekannt gab. Unter anderem plünderten Piraten Schiffsladungen und forderten Lösegeld für entführte Besatzungsmitglieder.

Die Entwicklung beeinträchtigt die internationalen Schiffsrouten in der Region, in der mit Angola und Nigeria zwei der größten afrikanischen Erdölproduzenten liegen. Sie kostet die Weltwirtschaft Milliarden Dollar. Im vergangenen Monat wurden zwei Philippiner, ein Grieche und ein Georgier vor der togolesischen Hauptstadt Lomé sowie neun philippinische Seeleute vor Cotonou, der Wirtschaftshauptstadt Benins, entführt.

Quelle: ntv.de, jog/AFP