Vor der Küste OmansPiraten kapern Super-Tanker
Der internationale Marine-Einsatz am Horn von Afrika zeigt nur wenig Wirkung. Schon wieder entführen bewaffnete Kriminelle ein Frachtschiff: Vor der Küste Omans bringen Piraten einen griechischen Super-Tanker in ihre Gewalt. Das Schicksal der Besatzung ist ungewiss, der Kontakt zu dem Schiff abgebrochen.
Vor der Küste Omans haben Piraten einen griechischen Öl-Supertanker in ihre Gewalt gebracht. Die bewaffneten Entführer hätten das Schiff in den frühen Morgenstunden geentert, teilte die griechische Reederei Enesel mit. Danach sei der Funkkontakt zur "Irene SL" abgebrochen. Das Schicksal der Besatzung bestehend aus sieben Griechen, einem Georgier und 17 Philippinos blieb zunächst unklar. Der Supertanker sei unterwegs von Kuwait in die USA gewesen und habe 270.265 Tonnen Öl an Bord.
Trotz eines internationalen Marine-Einsatzes gegen Piraterie am Horn von Afrika sind in den vergangenen Monaten wieder zahlreiche Schiffe gekapert worden. So hatten somalische Piraten erst am Dienstag einen italienischen Öltanker im Indischen Ozean in ihre Gewalt gebracht. Vor zwei Wochen kaperten Piraten die einer deutschen Reederei und verschleppten das Schiff vor die somalische Küste. Ende Dezember war ein deutscher Chemie-Tanker nach fast acht Monaten in der Gewalt von Piraten freigekommen - gegen ein Lösegeld von 5,5 Millionen Dollar.
"Gefahr für die Rohölversorgung"
Unterdessen ließ die dänische Marine sechs mutmaßliche Somalier frei, die sie seit Ende Dezember wegen des Vorwurfs der Piraterie auf einem ihrer Kriegsschiffe im Golf von Aden festgehalten hatte. Wie das Einsatzführungskommando der dänischen Marine mitteilte, fand die zuständige Staatsanwaltschaft nicht ausreichend Beweise, um die Männer vor Gericht zu bringen. Die Somalier waren am 31. Dezember von der Fregatte "Esbern Snare" in ihrem Boot vor der somalischen Küste aufgegriffen worden, als sie nach Marineangaben gerade das dänische Frachtschiff "Elly Maersk" angreifen wollten.
Die Vereinigung der Tanker-Eigner Intertanko warnte vor Versorgungsengpässen, sollte den Piraten nicht das Handwerk gelegt werden. Intertanko sprach von einer deutlichen Verschärfung der Lage im Indischen Ozean. Sollten die Piraten nicht wirkungsvoll bekämpft werden, würde eine entscheidend wichtige Versorgungsroute blockiert. Es bestünde dann die Gefahr, dass die weltweite Rohölversorgung gestört würde.