Panorama

Landung ohne FahrwerkPolen feiert "Held von Warschau"

02.11.2011, 14:00 Uhr

In Polen ist Pilot Tadeusz Wrona ein Held, und auch deutsche Experten attestieren ihm, "eine blitzsaubere Geschichte" hingelegt zu haben. Der 54-Jährige hatte eine Boeing 767 sicher gelandet, nachdem das Fahrwerk ausgefallen war.

Nach seiner glücklichen Notlandung mit 231 Passagieren an Bord einer Boeing 767 feiern seine Landsleute den polnischen Piloten Tadeusz Wrona als "Held von Warschau". Der 54-jährige Flugkapitän der polnischen Fluggesellschaft LOT hatte seine Maschine am Dienstag nach einem Flug aus den USA sicher in Warschau zu Boden gebracht, obwohl das Fahrwerk des Flugzeugs ausgefallen war.

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Tadeusz Wrona (Foto: dpa)

Sowohl Vertreter von LOT als auch Mitarbeiter der Flugsicherheitsbehörde sprachen nach dem glücklichen Ausgang von einem "fliegerischen Meisterstück". In Medienberichten wurde Wrona als Mann gerühmt, der eine Katastrophe abwenden konnte. "Polen hat einen neuen Helden", schrieb etwa die "Gazeta Wyborcza".

"Blitzsaubere Geschichte"

Auch deutsche Experten äußerten sich anerkennend über die Nervenstärke des Piloten. "Besonders schwierig ist es nicht, aber es war schon eine blitzsaubere Geschichte des Piloten", sagte der Luftfahrtexperte Heinrich Großbongardt bei n-tv. "Es erfordert halt die gute, solide Beherrschung des Flugzeugs im manuellen Fliegen, weil: die Automatik hilft einem da nicht mehr so sonderlich weiter."

Großbongardt erklärte, dass ein Versagen des Fahrwerks extrem unwahrscheinlich sei: "Wie beim Flugzeug bei allen Systemen gibt es eigentlich alles doppelt." Es sei "extrem selten, dass zwei Systeme, die unabhängig voneinander sind, beide den Geist aufgeben".

Pilot Wrona, seit 20 Jahren bei LOT im Einsatz, war mehr als eine Stunde über Warschau gekreist, um die Benzinvorräte an Bord aufzubrauchen und die Gefahr eines Brandes bei der Notlandung möglichst gering zu halten.

Die havarierte Maschine stand heute noch immer auf der Landebahn des für Starts und Landungen gesperrten Warschauer Flughafens. Ein Experte soll aus den USA kommen, um bei der Untersuchung der Ursachen für das Beinahe-Unglück zu helfen.

Quelle: hvo/dpa