Panorama

Schleichwerbung"Schleichbär" muss sich trollen

18.03.2010, 12:57 Uhr
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Dem Kuscheltier mit dem unglaublich treuen Blick darf man dennoch eine rosige Zukunft vorhersagen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Teddy-Herstellerin Monika Schleich aus Rheinland-Pfalz muss vor Gericht eine Niederlage einstecken. Sie darf ihre Plüschtiere nicht "Schleichbären" nennen. Das Gericht befürchtet eine Verwechslungsgefahr mit dem Plastikspielzeughersteller aus Schwäbisch Gmünd.

Handgefertigte Teddybären der Anbieterin Monika Schleich aus Rheinland-Pfalz dürfen nicht mehr den Namen "Schleichbären" tragen. Es bestehe eine Verwechslungsgefahr mit den Produkten des Plastikspielzeugherstellers Schleich aus Schwäbisch Gmünd, hieß es im Urteil des Stuttgarter Landgerichts. Die Marke des nach seinem Gründer Friedrich Schleich benannten Unternehmens sei seit mehr als dreißig Jahren eingetragen und etabliert.

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Bärenherstellerin Monika Schleich hat zwar verloren, aber dennoch eine Menge Schleichwerbung bekommen. (Foto: picture alliance / dpa)

Die Teddy-Herstellerin aus Venningen hatte bei der Verhandlung Mitte Januar argumentiert, dass ihre Bären nicht mit einem Massenprodukt vergleichbar seien. Die jährlich rund 50 hergestellten Stofftiere seien Unikate. Der Richter hatte damals bereits eine Entscheidung zugunsten des Spielzeugherstellers angedeutet und um einen weiteren Versuch der außergerichtlichen Einigung gebeten.

Dieser war Anfang März gescheitert, obwohl das Unternehmen vor Gericht angeboten hatte, weder Schadenersatz noch Prozesskosten zu verlangen. Nun muss Monika Schleich 80 Prozent der Prozesskosten tragen. Sie belaufen sich nach Schätzungen einer Gerichtssprecherin auf einen niedrigen fünfstelligen Betrag.

Hohes Ordnungsgeld angedroht

Sollte Schleich den Markennamen weiter verwenden, droht ihr ein Ordnungsgeld von 250.000 Euro. Außerdem muss sie dem Unternehmen mitteilen, welche Umsätze sie unter der Marke "Schleichbären" erzielt hat. Nach SWR-Informationen will die Künstlerin nun überlegen, ob sie gegen das Urteil Revision einlegt.

Die Schleich GmbH wurde 1935 gegründet und vor allem von den 50er Jahren an durch die Produktion von Comicfiguren wie den Schlümpfen bekannt. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben in Deutschland rund 250 Mitarbeiter und erwirtschaftet weltweit rund 100 Millionen Euro jährlich. Schleich produziert gut die Hälfte seines Spielzeugs in China, weitere Fabriken stehen in Deutschland und Portugal.

Quelle: dpa