Neue Taktik der GerichtsvollzieherSchöne Russinnen als Lockvögel
Die verschuldeten Männer surfen bei Tauschbörsen im Internet, sie finden eine schöne Frau, sie kontaktieren sie. Was sie nicht wissen: Die Fotos sind nicht echt. Wenn dann eine Verabredung zustande kommt, schnappt die Falle zu – das Auto wird beschlagnahmt. Schuldner sollen Russland so zur Zahlung gezwungen werden.
In Russland setzen Gerichtsvollzieher künftig auf ihre schönsten Mitarbeiterinnen als Lockvögel für Schuldner. Die attraktiven Frauen sollen mit ihren Fotos auf Internetseiten für intime Kontakte gezielt mit gesuchten Pleitiers Verbindung aufnehmen. Die Beamten haben bei einem geplanten romantischen Abendessen im Restaurant schon manchen Verschuldeten dingfest gemacht. Nach einem Bericht der Regierungszeitung "Rossijskaja Gaseta" soll diese erfolgreiche Methode jetzt offizielle Behördenpraxis werden.
Das Vorgehen hatte zuletzt aber wiederholt zu Skandalen geführt, weil die Gerichtsvollzieher die kontakthungrigen Männer mit Fotos fremder Frauen geködert hatten. Die Betroffenen fühlten sich in ihren Persönlichkeitsrechten verletzt, weil ihre Bilder ohne Zustimmung veröffentlicht wurden. Einige von ihnen klagen auf Schadensersatz. Deshalb hätten sich die Gerichtsvollzieher nun entschieden, eigene verführerische Mitarbeiterinnen einzusetzen, hieß es in der Zeitung.
Werden die Schuldner gefasst, beschlagnahmen die Beamten etwa ihr Auto und die Fahrerlaubnis oder auch Jagdlizenzen. Auf diese Weise hoffen die Fahnder, die Männer zum Begleichen ihrer Rechnungen zu bewegen. Im Zuge der Finanzkrise ist die Zahl der verschuldeten Russen gestiegen. Bei der Fahndung setzen die Gerichtsvollzieher auch auf die Mitarbeit von Autowerkstätten, die in Russland entsprechende Informationen über ihre Kunden an die Behörden weitergeben müssen.