Panorama

Stumm, lustig, schlau, berühmt "Sendung mit der Maus" wird 40

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Herzlichen Glückwunsch!

(Foto: picture alliance / dpa)

Seit 40 Jahren ist sie in vielen Familien am Sonntagmittag eine Institution: Die "Sendung mit der Maus". Alle sitzen dann vor dem Fernseher und lassen sich erklären, wie die Streifen in die Zahncreme kommen. Doch es gibt auch viel zu lachen.

Wie viele Lebewesen leben in einer Handvoll Erde? Manche Fragen dürfte selbst die Maus nicht beantworten können - sollte man meinen. Doch der stumme Fernsehstar mit dem charmanten Augenklimpern hat auch schon auf so manch andere knifflige Kinderfrage eine Antwort gefunden, seit die "Sach- und Lachgeschichten" am 7. März 1971 in der ARD Premiere hatten. Fragen wie: "Wie kommen die Löcher in den Käse?" Oder: "Wie macht man Kaugummi?" Und nicht zuletzt: "Wer malt die Streifen in die Zahnpasta?"

40 Jahre nach seinem ersten TV-Auftritt ist der von Isolde Schmitt-Menzel entworfener Zeichentrick-Nager längst Kult geworden. Mittlerweile sind mehrere Generationen von Fernsehzuschauern mit der "Sendung mit der Maus" aufgewachsen, in vielen Familien gehört die halbe Stunde am Sonntagvormittag in der ARD oder im Kinderkanal KI.KA einfach zum Wochenende dazu.

Über 6000 Sach- und Lachgeschichten

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Die "Mutter der Maus": Grafikerin Isolde Schmitt-Menzel.

(Foto: picture alliance / dpa)

Angefangen hat die Erfolgsgeschichte der Maus mit Armin Maiwald, dem Sachgeschichten-Autor der ersten Stunde. Neben dem heute 71-Jährigen steht seit 1983 Christoph Biemann bei den Maus-Sendungen vor der Kamera - das Markenzeichen des 58-Jährigen ist bis heute der grüne Pullover. Und seit 1999 ist auch der 39 Jahre alte TV-Moderator Ralph Caspers mit eigenen Sachgeschichten mit von der Maus-Partie.

Faulheit konnte man der vorwitzigen Fernseh-Maus nie nachsagen: Für die vergangenen vier Sendejahrzehnte verzeichnet das WDR-Archiv sage und schreibe 2522 Sachgeschichten und 3626 Lachgeschichten. Dass somit bei der Maus sogar noch mehr gelacht als erklärt wird, liegt auch an den Bildschirm-Kumpanen der Serienheldin: dem kleinen blauen Elefanten, der 1973 seine Maus-Premiere hatte, und der kleinen gelben Ente, die seit 1987 dabei ist. Freilich: Über allen thront stets die Maus - bei den animierten Lachgeschichten können ihr in puncto Körpergröße weder Elefant noch Ente das Wasser reichen.

Maus macht andere Figuren berühmt

Doch auch andere Trickfilmfiguren verdanken der Maus einen Großteil ihrer Popularität, beispielsweise der kleine Maulwurf und der Eisbär Lars. Auch Käpt'n Blaubär und Shaun das Schaf wurden bekannt durch ihre Auftritte in der "Sendung mit der Maus". Deren Titelmelodie wurde übrigens schon in den ersten Jahren nach dem Sendestart zum Ohrwurm - 1996 bekam Stefan Raab für seine Rap-Version "Hier kommt die Maus" eine Goldene Schallplatte.

Doch was ist das schon gegen die mehr als 100 nationalen und internationalen Preise, die die Maus selbst einheimste. Unter anderem gingen mehrere Bambis an die Sendung, außerdem der Grimme-Preis, der UNICEF-Preis, der Bayerische Fernsehpreis und der Erich-Kästner-Fernsehpreis. Auch Armin Maiwald und Christoph Biemann wurden für ihre Arbeit hoch dekoriert - sie erhielten 1996 das Bundesverdienstkreuz.

Überraschungssendung zum Geburtstag

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Der "Mausmacher": Christoph Biemann.

(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

Vor knapp fünf Jahren gelang der Maus sogar der Sprung auf die große TV-Showbühne: Im April 2006 wurde erstmals die ARD-Unterhaltungsshow "Frag doch mal die Maus" ausgestrahlt, in der Prominente schwierige Kinderfragen zu beantworten versuchen. Die nächste Ausgabe der Familienshow am 9. Juli soll nun ganz im Zeichen des Maus-Geburtstags stehen. Die eigentliche Jubiläumssendung ist aber schon am 13. März zu sehen: An diesem Sonntag wird die "Sendung mit der Maus" eine Stunde dauern und damit doppelt so lange wie üblich.

Dabei wird die Maus auf Entdeckungstour für ihre Zuschauer gehen: Unter dem Motto "Türen auf" haben die Maus-Macher eine Mitmachaktion ins Leben gerufen. Auf Vorschlag der Zuschauer sollen sich bis zum Sommer in der Maus-Sendung verschlossene Türen zu spannenden Orten öffnen - vom Werkstor einer Kaugummifabrik bis zur Tür einer Erfinderwerkstatt.

Klar, dass der orangefarbene TV-Liebling hinter diesen Türen wieder viele Geheimnisse lüften wird. So wie die Maus dereinst das Rätsel um die Kaugummi-Herstellung gelöst hat. Und auch jenes um die Zahl der Lebewesen in einer Handvoll Erde: Es sind 1 Milliarde 52 Millionen 814.880. Die Maus hat sie gezählt.

Quelle: n-tv.de, Richard Heister, AFP