Panorama

Tödliche Touristenattraktion Show-Kanone tötet Kapitän

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Minuten nach der Explosion: Das Touristenschiff macht im Hafen fest.

(Foto: dpa)

Der Ägäis-Ausflug einer Touristengruppe auf einem nachgebauten Piratenschiff nimmt ein jähes Ende: Nahe der griechischen Ferieninsel Kos detoniert ein zu Show-Zwecken installiertes Schiffsgeschütz. Die Explosion reißt den Schiffsführer in den Tod. Sieben Menschen an Bord tragen Verletzungen davon, darunter auch zwei Kinder aus Deutschland.

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Mitten im Gedränge bergen Rettungskräfte die sterblichen Überreste des getöteten Kapitäns.

(Foto: dpa)

Bei der Explosion einer Show-Kanone ist der Kapitän eines griechischen Touristenboots ums Leben gekommen. Durch die Detonation auf dem nachgebauten Piratenschiff wurden zudem fünf Passagiere verletzt, darunter zwei Kinder aus Deutschland, wie ein Mitarbeiter der Küstenwache bestätigte.

Das Mädchen und ein Junge im Alter von sieben und neun Jahren schwebten nicht in Lebensgefahr, hieß es. Wie der diensthabende Arzt Michail Chalikos am Allgemeinen Krankenhaus von Kos sagte, erlitt das deutsche Mädchen Prellungen an den Beinen. Der Junge wurde weniger schwer verletzt.

Die übrigen Verletzten stammten aus den Niederlanden und Belgien. Sie seien nicht lebensbedrohlich verwundet, fügte der Mitarbeiter der Küstenwache hinzu. Ein Mitglied der Besatzung musste sich ebenfalls in medizinische Behandlung begeben.

Dramatische Szenen an Bord

Das Unglück ereignete sich in der südlichen Ägäis nahe der Insel Kos. Bei dem Toten handelt es sich um den Kapitän und Besitzer des Bootes. Das aufwändig umgestaltete Boot mit rund 30 Menschen an Bord war am Nachmittag gerade im Begriff anzulanden, als sich die Explosion ereignete. Wie es hieß, wollte die Besatzung ein Feuerwerk abbrennen, um das Abfeuern eines Piraten-Geschützes zu simulieren.

Das Boot befand sich demnach nach einer Rundfahrt an der Einfahrt des Hafens von Mandraki, als der an Bord installierte Nachbau einer kleinen Kanone explodierte. Die Wucht der Explosion scheint den 51-jährige Kapitän voll erfasst zu haben.

Ein Verwandter des Kapitäns habe das 15 Meter lange Boot nach dem Unglück zurück in den Hafen gesteuert. Für den verunglückten Kapitän kam jedoch jede Hilfe zu spät. Rettungskräfte konnten ihn nur noch tot bergen. Zum Zeitpunkt des Unglücks sollen sich abgesehen von den Besatzungsmitgliedern insgesamt 28 Passagiere an Bord befunden haben, darunter 26 Touristen aus Deutschland, Belgien und den Niederlanden sowie zwei Griechen.

Unklar blieb zunächst, ob das Unglück durch einen technischen Defekt oder durch eine fahrlässige Handhabung von Explosivstoffen ausgelöst wurde. Die griechische Küstenwache und die örtliche Hafenbehörde untersuchen den Vorfall.

Die Insel Kos liegt im Südosten der Ägais zwischen Kalymnos und Rhodos nahe der türkischen Küste. Die türkische Stadt Bodrum ist nur wenige Kilometer entfernt.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa/rts