Panorama

Vierjährige totgeschütteltSieben Jahre Haft für Polizist

11.12.2009, 13:12 Uhr

Weil sie nicht gehorchte und in die Hose machte, hat ein 41-Jähriger die vierjährige Leonie bis zum Tod an einer Hirnblutung geschlagen und geschüttelt. Dafür muss der Polizist nun für sieben Jahre ins Gefängnis, wie die Richter am Hildesheimer Landgericht urteilen.

7575827
(Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb)

"Sie haben den Tod eines kleinen Mädchens hervorgerufen, das nichts anderes wollte als die ungeteilte Aufmerksamkeit seiner Mutter", sagte die Vorsitzende Richterin Karin Brönstrup. Leonie hatte offenbar den neuen Freund ihrer Mutter nicht akzeptiert.

Mit dem Urteil folgten die Richter dem Antrag der Staatsanwaltschaft. Der Verteidiger hatte Freispruch gefordert. Das Gericht verurteilte den Mann wegen gefährlicher Körperverletzung mit Todesfolge. Er war im vergangenen Jahr bereits in einem ersten Prozess zu siebeneinhalb Jahren Haft verurteilt worden. Der Bundesgerichtshof hatte dieses Urteil im März aufgehoben.

Urteil noch nicht endgültig

Das oberste Gericht hatte das erste Urteil wegen Unstimmigkeiten beim mutmaßlichen Todeszeitpunkt Leonies aufgehoben. "Ein solcher zeitlicher Widerspruch hat sich zumindest in dieser Hauptverhandlung nicht aufgetan", sagte Brönstrup. Nach Überzeugung der Strafkammer starb das Mädchen im November 2007 an einer Hirnblutung.

Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig. Verteidiger Oliver Hille behält sich eine erneute Revision ausdrücklich vor: "Der Bundesgerichtshof wird sich noch einmal mit der Sache beschäftigen müssen." Der Angeklagte hatte immer wieder seine Unschuld beteuert. Auch Leonies Mutter, die inzwischen mit dem Mann verheiratet ist, hatte stets zu ihm gehalten. Beide hatten in dem neuen Prozess die Aussage verweigert.

Quelle: dpa