Panorama

Böller, Tischbomben, RaketenSilvester-Feuerwerk wird teurer

28.12.2009, 09:53 Uhr

Es hat sich noch längst nicht ausgeböllert: Auch wenn die Preise für Feuerwerkskörper in diesem Jahr gestiegen sind, rechnen der Hersteller mit Verkaufsummen in Millionenhöhe.

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Rund 25 Millionen Raketen und 100 Millionen weitere Artikel wie Knaller und Tischbomben werden jährlich an allen drei Standorten der Weco GmbH mit Stammsitz in Eitorf produziert. (Foto: picture alliance / dpa)

Noch bunter, noch lauter - und möglichst noch bequemer: An Silvester werden die Deutschen das neue Jahr wieder mit lautem Spektakel begrüßen. "Hauptsache, das Wetter spielt mit", wünscht sich der Vorsitzende des Verbands der pyrotechnischen Industrie (VPI) in Ratingen, Klaus Gotzen. Denn das sporne auch die nur halbherzigen Feuerwerk-Fans an, in den Geschäften zuzulangen. Am 29. Dezember beginnt der Verkauf, der gesetzlich lediglich an drei Werktagen erlaubt ist. Kleiner Wermutstropfen: Die Preise werden wegen gestiegener Fracht- und Rohstoffkosten etwas höher liegen als beim letzten Mal.

Silvester 2008 war ein Knaller für die Branche: 109 Millionen Euro gaben die Deutschen für Feuerwerksartikel aus, etwa 9 Millionen Euro mehr als im Vorjahr. "Wir sind guten Mutes, dass der Umsatz dieses Mal wieder so hoch wird", sagt Gotzen. Denn beim letzten Silvester war schließlich auch schon Wirtschaftskrise. "Die Erfahrung hat gezeigt, dass in schwierigen Zeiten gern ausgiebig gefeiert wird, um Probleme des Alltags wenigstens für kurze Momente hinter sich zu lassen."

Pfeifende Raketen sind der Hit am Himmel

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Raketen sind ein Muss und mittlerweile wieder beliebter als Böller. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Zwar soll es an Silvester kräftig krachen - aber China-Böller, die nichts anderes können als das, sind den Kunden schon seit einigen Jahren zu langweilig geworden. Lieber greifen die Verbraucher da zu Raketen, die zusätzlich knallen, pfeifen oder zischen. Überhaupt Raketen: Sie sind beim Jahreswechsel natürlich nicht wegzudenken.

Allein der Marktführer Weco aus Eitorf bei Bonn hat in den vergangenen Monaten 23 Millionen Raketen produziert. "Der Trend geht zu modernen Farben wie Lila, Lemon oder Pink", sagt Geschäftsführer Thomas Schreiber. "Und Gold läuft immer."

Weco ist der einzige Feuerwerks-Hersteller, der nicht ausschließlich in China, sondern auch in Deutschland produziert. Etwa 40 Prozent der Produkte - zum Beispiel Raketen, Knaller und Vulkane - werden an den drei Standorten in Eitorf, Kiel und Freiberg (Sachsen) gefertigt.

"Batterie-Feuerwerke" nächstes Jahr aus Deutschland

Von 2010 an sollen auch die seit einigen Jahren immer beliebter werdenden "Batterie-Feuerwerke" aus Deutschland kommen. "Die Herstellungspreise in China und die Frachtkosten sind inzwischen derart gestiegen, dass das für uns nicht mehr rentabel ist", sagt Schreiber zur Begründung. Für 600.000 Euro lässt Weco sich eine spezielle Maschine bauen, die bereits im nächsten Jahr am Stammsitz des Familienbetriebs 100.000 "Batterien" ausspucken soll.

Diese aus mehreren Röhrchen bestehenden Klötze müssen nur einmal angezündet werden, und schießen dann ein mehrere Sekunden dauerndes Feuerwerk aus Raketen- und Ballereffekten ab. "Das schöne daran ist, dass man nicht dauernd was neues anzünden muss, sondern das ganze auch wirklich genießen kann", meint Gotzen. Inzwischen werden sogar mehrere solcher Batterien auf einer Plattform verbunden, so dass die Brenndauer bis zu drei Minuten beträgt.

Hoffnungen auf Frauen

Gotzen hofft, dass wegen der zunehmend bequemeren Handhabung der Produkte mehr Frauen Feuerwerk kaufen. Noch immer sind die Kunden hauptsächlich Männer zwischen 18 und 35 Jahren.

Silvester-Feuerwerk darf nur an Erwachsene verkauft werden. Um schlimme Unfälle zu vermeiden, sollten unbedingt die Sicherheitsbestimmungen eingehalten werden, mahnt der VPI. Das heißt: Nur draußen verwenden, einen ausreichenden Sicherheitsabstand einhalten und die Artikel nach dem Anzünden auf keinen Fall in der Hand halten. In Deutschland sind nur Feuerwerksartikel zugelassen, die eine Nummer der BAM tragen, der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung.

Quelle: Petra Albers, dpa

Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung