Panorama

Fragen an die Berliner VerkehrsbetriebeSind U-Bahn-Auffahrunfälle denkbar?

23.06.2009, 12:13 Uhr

Deutschlands ältestes und längstes U-Bahnnetz wird in Berlin betrieben. Laut BVG verhindern bei der Berliner U-Bahn Fahrsperren Auffahrunfälle wie in Washington.

Mindestens neun Menschen sind bei einem U-Bahn-Unfall in der US-Hauptstadt Washington ums Leben gekommen. Ein voll besetzter Zug war in eine vor einem Bahnhof wartende Bahn gerast.

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Jährlich benutzen etwa 457 Millionen Fahrgäste die Berliner U-Bahn. (Foto: picture-alliance/ dpa)

Fragen an Petra Reetz, die Sprecherin der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG), die Deutschlands ältestes und längstes U-Bahn-Netz betreiben:

Ist ein Unglück wie in Washington in Berlin denkbar?

Petra Reetz: "Unsere Techniker sind sehr erstaunt, wie das in Washington überhaupt passieren konnte. Die U-Bahn dort ist mit 30 Jahren blutjung. Untereinander sind U-Bahnen aber meist nicht vergleichbar. Bei uns verhindern sogenannte Fahrsperren, dass Züge ineinander fahren. Situationen wie in Washington hatten wir noch nicht. Die Berliner müssen sich keine Sorgen machen."

Wie funktionieren die Fahrsperren in Berlin?

Petra Reetz: "Das sind die kleinen gelben Kästen, die man an den Gleisen sieht. Es handelt sich um sehr starke Elektromagneten, mit denen der Zug signaltechnisch verbunden ist. Wenn ein Zug ein Signal überfährt, wird er automatisch gebremst. Der Magnet nimmt dem Fahrer den Zug quasi aus der Hand, selbst der verrückteste Selbstmordfahrer könnte da nichts ausrichten."

Und wenn der Strom ausfällt?

Petra Reetz: "Bei totalem Stromausfall blieben sowieso alle liegen. Bei Ausfall der Signaltechnik würden Züge nur fahren, um die Leute aus den Tunneln herauszuholen, das ist der sicherste Weg. Die Züge fahren dann auf Sicht mit maximal 20 Stundenkilometern. An Kurven müssen sich die Fahrer in Schrittgeschwindigkeit herantasten. Wenn da Züge zusammenstießen, würden sie allenfalls etwas verbeult. Die Leute im Zug würden ein bisschen purzeln, aber sie würden nicht ums Leben kommen."

Quelle: dpa