Panorama

Ein- oder Entweihung?"Skywalk" im Grand Canyon

21.03.2007, 09:40 Uhr

Vom 28. März 2007 an wird der gläserne Balkon nach Angaben der Betreiber gegen eine Gebühr von 25 Dollar auch für die Öffentlichkeit begehbar sein.

Mutprobe in 1.200 Metern Höhe: Am Dienstag ist die gläserne "Skywalk"-Plattform am Rande des Grand Canyons eröffnet worden. "Apollo 11"-Astronaut Buzz Aldrin (77), der als zweiter Mann den Mond betrat, gehörte diesmal zu den ersten: Er war von den indianischen Betreibern für den "First Walk" über die neue Touristenattraktion im US-Staat Arizona eingeladen worden.

Stammesälteste der Hualapai-Indianer begleiteten den Ehrengast beim Spaziergang über die frei schwebende Glas- und Stahlkonstruktion. Aldrin war im Juli 1969 mit Neil Armstrong auf dem Mond gelandet.

Die 30 Millionen Dollar teure hufeisenförmige Aussichtsplattform ragt knapp 25 Meter weit über den Rand der Schlucht hinaus. Firmen in Berlin und Köln lieferten Spezialglas für den Boden und die gebogene Brüstung. Die Konstruktion muss starken Winden, möglichen Erdbeben und dem Gewicht der Besucher standhalten.

Vom 28. März 2007 an wird der gläserne Balkon nach Angaben der Betreiber gegen eine Gebühr von 25 Dollar auch für die Öffentlichkeit begehbar sein. Die Hualapai-Indianer, die das Projekt mit Hilfe eines Unternehmers aus Las Vegas auf ihrem Reservat betreiben, rechnen noch in diesem Jahr mit 600.000 Besuchern.

Umweltschützer kritisierten den Bau am Rand des spektakulären Naturwunders. Einige Stammesangehörige beklagten die Entweihung ihrer Erde. Andere hoffen durch die Einnahmequelle auf einen Weg aus der Armut.