Panorama

77-Jähriger verschont EnkelSohn und dessen Frau ermordet

24.09.2008, 11:59 Uhr

Familien- und Erbstreitigkeiten sollen der Auslöser für ein Drama im saarländischen Berschweiler gewesen sein. Ein 77-Jähriger hatte seinen Sohn und dessen Ehefrau erschossen.

Ein 77-jähriger Großvater hat seinen Sohn und seine Schwiegertochter in Marpingen-Berschweiler erschossen und sich selbst getötet. Als Motiv für die Bluttat am Dienstagabend im gemeinsamen Haus vermuteten die Ermittler seit Jahren schwelende Familien- und Erbschaftsstreitigkeiten.

"Es ging wohl ums Haus", sagte ein Polizeisprecher. Auch die drei Kinder des getöteten Ehepaars waren zur Tatzeit ebenso wie die Frau des 77-jährigen Großvaters im Haus. Auf die Kinder im Alter von 6, 17 und 21 Jahren habe der Täter aber nicht geschossen, sagte der Polizeisprecher. Die Pistole besaß der Mann laut Polizei illegal.

Die drei Kinder des 46-jährigen Sohnes und seiner drei Jahre jüngeren Frau wurden zunächst bei Angehörigen untergebracht. Sie sollten psychologisch und vom Jugendamt betreut werden. Sie hätten die Tat nicht gesehen, der älteste Sohn habe die Schüsse aber gehört, berichtete der Polizeisprecher.

Schwiegertochter wollte flüchten

Die Leichen der Eltern und des Großvaters sollten obduziert werden. Im Haus solle weiter nach Spuren gesucht werden.

Nach Darstellung der Ermittler war der im Erdgeschoss wohnende 77-Jährige am Abend gegen 20.00 Uhr ins Dachgeschoss hinaufgegangen und hatte seinen Sohn erschossen. Dann habe er die Schwiegertochter verfolgt, die aus dem Haus flüchtete.

Vor dem Eingang habe er mehrmals auf die Frau geschossen. Die 43-Jährige erlag später im Krankenhaus ihren Verletzungen. Danach tötete sich der Mann im Keller des Hauses selbst. Wem das Haus im Marpinger Ortsteil Berschweiler gehörte, konnte die Polizei zunächst nicht sagen.