Panorama

Tote und viele VerletzteStaudamm gebrochen

29.05.2009, 12:15 Uhr

Beim Bruch eines Staudamms im Nordosten Brasiliens sind mindestens vier Menschen ertrunken. 500 Häuser sind zerstört.

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Eine Staumauer hielt dem Druck der Wassermassen nicht stand. (Foto: AP)

Bei verheerenden Überschwemmungen nach einem Dammbruch im Nordosten Brasiliens sind mindestens vier Menschen getötet und rund 500 Häuser zerstört worden. Nach sintflutartigen Regenfällen im Bundesstaat Piaui brach nach Angaben der Regionalregierung ein Damm nahe der Stadt Cocal da Estaçao. 80 Menschen wurden verletzt, mindestens elf gelten noch als vermisst.

Ein zwölfjähriges Mädchen sei ertrunken, als der Fluss Pirangi über die Ufer getreten sei - in einigen Flussabschnitten um bis zu 20 Meter. Die Wassermassen rissen Häuser, Stromleitungen und Bäume mit sich. Die Stadt Cocal da Estaçao, in der fast 30.000 Menschen leben, wurde teilweise überflutet. Mehr als hundert Feuerwehrleute und Polizisten waren an den Rettungseinsätzen mit Booten und Hubschraubern beteiligt.

Rund 2500 Familien, die in unmittelbarer Nähe des Dammes lebten, waren bereits vor einer Woche in Sicherheit gebracht worden. Der Staudamm liegt 250 Kilometer von Teresina, der Hauptstadt des Bundesstaates, entfernt.

Der Gouverneur des Bundesstaates, Wellington Dias, sprach von einem "regelrechten Tsunami". Er stehe mit der brasilianischen Bundesregierung in Verhandlungen über Hilfen. Der Staudamm sei komplett zerstört, und es befinde sich kein Wasser mehr im See. Der Gouverneur versicherte, die obdachlos gewordenen Menschen würden alle benötigten Hilfen erhalten.

In den vergangenen Wochen waren durch Überschwemmungen und Erdrutsche mindestens 57 Menschen im Nordosten Brasiliens ums Leben gekommen. Insgesamt waren 455 Städte in zwölf Bundesstaaten betroffen.

Quelle: AFP/dpa