Pannen auf der "Costa Concordia"Steuermann verstand Kapitän nicht

Für die Reederei ist das keine gute Nachricht: Am Untergang des Kreuzfahrtriesen "Costa Concordia" trägt nicht allein der Kapitän Francesco Schettino die Schuld. Vielmehr gab es einen Haufen Mängel und Irrtümer, wie nun ein Gutachten darlegt. Nicht zuletzt verfügte der indonesische Steuermann offenbar über mangelhafte Sprachkenntnisse.
Eine Kette von
Unterlassungen, Irrtümern und hat einem Bericht zufolge zum des
Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" geführt. Vor allem habe es an Bord
sprachliche Verwirrung gegeben. So habe der indonesische Steuermann zweimal die
Anweisungen des Kapitäns Francesco Schettino über die auszuführenden Manöver nicht
verstanden. Das berichtete die römische Zeitung "La Repubblica" unter Berufung auf einen 270 Seiten starken Gutachter-Bericht, der noch nicht offiziell
veröffentlicht worden ist. Bei dem Schiffsunglück vor der italienischen Küste starben
Anfang Januar 32 Menschen, unter ihnen 12 Deutsche.
Dass der Schiffbruch
vor der toskanischen Insel Giglio so folgenschwer sein konnte, werde dem Bericht
zufolge auch auf verletzte Sicherheitsnormen und eine ungenügend vorbereitete Crew
zurückgeführt. "Das hätte die Reederei Costa verhindern können und müssen",
schreibt "La Repubblica". Der in der Unglücksnacht des 13. Januar diensthabende
"Costa"-Manager Roberto Ferrarini, der über Funk in Kontakt mit der "Costa
Concordia" war, "scheint nicht wirklich die Hand am Puls der Gegebenheiten
des Schiffes zu haben", heiße es in dem Gutachten weiter.
Auch sei der
Strom-Hilfsgenerator an Bord nicht eingesetzt worden. Das Gutachten verweise es
in den Bereich der Fabel, dass es allein um den schwer beschuldigten Kapitän gehe.
Reederei gibt Kapitän die Schuld
Die Reederei
dagegen hat wiederholt den Kapitän allein für die Havarie verantwortlich gemacht,
weil er für die Routenplanung zuständig sei und das Schiff eigenmächtig zu nahe
an die Insel herangefahren habe. Sie wies auch in einer Mitteilung
alle Vorwürfe als gegenstandslos zurück. Das Gutachten müsse offen diskutiert werden.
Was sich aus
der Analyse der Black Box ergeben habe, soll am 15. Oktober beim
zweiten Beweissicherungstermin offiziell mitgeteilt werden. Dem Kapitän werden unter
anderem Havarie und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung zur Last
gelegt.
Das Schiff hatte
einen Felsen gerammt und war dann mit 4200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord
gekentert. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei, darunter Ferrarini,
wird ermittelt. Der 290-Meter-Koloss wird gegenwärtig darauf vorbereitet, bis 2013
abgeschleppt zu werden.