Panorama

Pannen auf der "Costa Concordia"Steuermann verstand Kapitän nicht

13.09.2012, 13:14 Uhr
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Das Wrack der Costa Concordia ist inzwischen ein Touristenspektakel. (Foto: REUTERS)

Für die Reederei ist das keine gute Nachricht: Am Untergang des Kreuzfahrtriesen "Costa Concordia" trägt nicht allein der Kapitän Francesco Schettino die Schuld. Vielmehr gab es einen Haufen Mängel und Irrtümer, wie nun ein Gutachten darlegt. Nicht zuletzt verfügte der indonesische Steuermann offenbar über mangelhafte Sprachkenntnisse.

Eine Kette von

Unterlassungen, Irrtümern und hat einem Bericht zufolge zum des

Kreuzfahrtschiffes "Costa Concordia" geführt. Vor allem habe es an Bord

sprachliche Verwirrung gegeben. So habe der indonesische Steuermann zweimal die

Anweisungen des Kapitäns Francesco Schettino über die auszuführenden Manöver nicht

verstanden. Das berichtete die römische Zeitung "La Repubblica" unter Berufung auf einen 270 Seiten starken Gutachter-Bericht, der noch nicht offiziell

veröffentlicht worden ist. Bei dem Schiffsunglück vor der italienischen Küste starben

Anfang Januar 32 Menschen, unter ihnen 12 Deutsche.

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Die Reederei distanzierte sich von Kapitän Schettino. (Foto: AP)

Dass der Schiffbruch

vor der toskanischen Insel Giglio so folgenschwer sein konnte, werde dem Bericht

zufolge auch auf verletzte Sicherheitsnormen und eine ungenügend vorbereitete Crew

zurückgeführt. "Das hätte die Reederei Costa verhindern können und müssen",

schreibt "La Repubblica". Der in der Unglücksnacht des 13. Januar diensthabende

"Costa"-Manager Roberto Ferrarini, der über Funk in Kontakt mit der "Costa

Concordia" war, "scheint nicht wirklich die Hand am Puls der Gegebenheiten

des Schiffes zu haben", heiße es in dem Gutachten weiter.

Auch sei der

Strom-Hilfsgenerator an Bord nicht eingesetzt worden. Das Gutachten verweise es

in den Bereich der Fabel, dass es allein um den schwer beschuldigten Kapitän gehe.

Reederei gibt Kapitän die Schuld

Die Reederei

dagegen hat wiederholt den Kapitän allein für die Havarie verantwortlich gemacht,

weil er für die Routenplanung zuständig sei und das Schiff eigenmächtig zu nahe

an die Insel herangefahren habe. Sie wies auch in einer Mitteilung

alle Vorwürfe als gegenstandslos zurück. Das Gutachten müsse offen diskutiert werden.

Was sich aus

der Analyse der Black Box ergeben habe, soll am 15. Oktober beim

zweiten Beweissicherungstermin offiziell mitgeteilt werden. Dem Kapitän werden unter

anderem Havarie und Verlassen des Schiffes noch während der Evakuierung zur Last

gelegt.

Das Schiff hatte

einen Felsen gerammt und war dann mit 4200 Passagieren und Crew-Mitgliedern an Bord

gekentert. Gegen mehrere Offiziere und Vertreter der Reederei, darunter Ferrarini,

wird ermittelt. Der 290-Meter-Koloss wird gegenwärtig darauf vorbereitet, bis 2013

abgeschleppt zu werden.

Quelle: ntv.de, dpa