Panorama

Ölpest im Golf von MexikoSturm "Alex" zieht vorbei

27.06.2010, 14:18 Uhr

Mit der beginnenden Hurrikan-Saison sind die Reparaturarbeiten an der Ölquelle im Golf von Mexiko stark gefährdet. Schon der Tropensturm "Alex" zwingt die Öl-Konzerne dazu, ihre Leute von den Plattformen abzuziehen. Die BP-Reparaturarbeiten sind aber wohl ungefährdet.

Der Kampf gegen die Ölpest im Golf von Mexiko kann trotz des Sturms "Alex" weitergehen. Die US-Küstenwache erklärte, der erste Tropensturm der diesjährigen Hurrikan-Saison werde offenbar nicht über die Unglücksstelle ziehen, wo BP Teile des seit Monaten auslaufenden Öls aufsaugt. "Alex" ging mit Windgeschwindigkeiten von 65 Kilometern pro Stunde in Belize an Land und sollte über die mexikanische Yucatan-Halbinsel in den westlichen Golf ziehen. Der Energiekonzern Shell brachte dort 300 Arbeiter von seinen Bohrinseln in Sicherheit.

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"Alex" war ein Warnsignal. (Foto: dpa)

Experten schlossen nicht gänzlich aus, dass der Sturm noch einen überraschenden Schwenk machen könnte. "Wir wissen alle, dass Wetter unberechenbar ist und dass wir eine plötzliche Änderung in letzter Minute haben könnten", sagte Admiral Thad Allen von der US-Küstenwache.

Die Hurrikan-Saison im Atlantik geht vom 1. Juni bis zum 30. November.Experten gehen davon aus, dass sie in diesem Jahr überdurchschnittlich heftig ausfallen wird. Nach Angaben der amerikanischen Küstenwache müsste BP seine Arbeiten gegen die Ölpest fünf Tage vor dem Aufkommen von starken Winden abbrechen. Dann würde aus dem Bohrloch in etwa 1,6 Kilometern Tiefe wieder ungehindert Erdöl ausströmen.

In der kommenden Woche will der Konzern eine größere Menge abfangen können. Durch Entlastungsbohrungen soll das Leck im August ganz unter Kontrolle gebracht werden. Seit der Explosion der Plattform "Deepwater Horizon" am 20. April hat sich die Ölpest zu der schlimmsten Katastrophe ihrer Art in der US-Geschichte entwickelt.

Shell kündigte an, trotz der Katastrophe grundsätzlich an Tiefseebohrungen festhalten zu wollen. Shell-Chef Peter Voser sagte, das Bevölkerungswachstum und die zunehmende Energie-Nachfrage in den Entwicklungsländern machten dies unabdingbar. "Ich gehe davon aus, dass wir weitermachen werden, aber mit einigen Änderungen", so Voser. Sein Unternehmen hätte das Loch im Golf von Mexiko auf andere Weise gebohrt als der Konkurrent BP, betonte er. Die Regierung in Washington versucht seit dem Unglück, ein Stopp von Tiefwasserbohrungen zu verhängen, scheitert damit aber bislang an den US-Gerichten.

Quelle: rts