Bluttat im Greyhound-BusTäter wird von allen Auflagen befreit

Seine Tat löste weltweit Entsetzen aus: In einem Bus enthauptete Will Baker 2008 einen Mitpassagier. Ins Gefängnis musste er wegen seiner psychischen Krankheit nicht. Nun darf er auch wieder ohne ärztliche Aufsicht leben.
Ein Kanadier, der 2008 in einem Überlandbus einen Mitreisenden geköpft hat, kann künftig wieder ohne staatliche Aufsicht leben. Die Behörden von Manitoba teilten mit, dass Will Baker, der zum Tatzeitpunkt Vince Li hieß, keinerlei Auflagen mehr erfüllen müsse.
Baker hatte auf einer Busfahrt vor den Augen von 34 Passagieren seinen Sitznachbarn mit Dutzenden Messerstichen getötet und ihm den Kopf abgetrennt. Der 22-jährige Tim McLean hatte im Bus Musik gehört und SMS-Nachrichten in sein Handy getippt, als er plötzlich attackiert wurde. Täter und Opfer kannten sich nicht. Polizisten gaben zudem an, sie hätten während der Belagerung des Busses gesehen, wie Baker Teile der Leiche aß. Nach seiner Festnahme fanden sie in seiner Hosentasche zudem eine Plastiktüte mit Nase, Ohr und Teilen der Lippe des Opfers. Später sagte Baker, die Stimme Gottes habe ihm befohlen, McLean sofort zu töten.
In dem anschließenden Prozess wurde festgestellt, dass Baker wegen Schizophrenie nicht schuldfähig war. Er wurde zunächst in der geschlossenen Abteilung eines Krankenhauses untergebracht, erhielt aber mit jedem Jahr mehr Freiheiten. Sein Fall wurde ein Mal jährlich von einer Expertenkommission geprüft. Seit dem vergangenen November lebt der 48-Jährige allein in einer Wohnung in Winnipeg. Bisher musste er sich jedoch noch regelmäßigen Kontrollen unterziehen, ob er seine Medikamente nimmt.
Sein Arzt, Jeffrey Waldman, zeigt sich jedoch zuversichtlich, dass Baker seine Behandlung auch künftig fortsetzen wird. Baker wisse, dass es das Medikament sei, das seine Krankheit in Schach hält. Dem Gericht zufolge stellt Baker, der aus China nach Kanada einwanderte, keine Gefahr für die Öffentlichkeit mehr dar. Die Mutter des Opfers, Carol de Delley, sieht das anders. In einem Facebokk-Post schrieb sie zu der Entscheidung: "Ich habe keine Worte." Sie hatte sich dafür eingesetzt, dass Baker nicht wieder auf freien Fuß kommt.