Panorama

Mord und dann SexTaximörder bricht sein Schweigen

08.02.2011, 16:43 Uhr

Es sind grauenhafte Sexualphantasien, die der Angeklagte vor Gericht schildert. Weil er diese Phantasien umsetzen wollte, musste ein Mensch sterben, eine Frau erleidet bleibende Schäden. Dem Täter droht der lebenslange Aufenthalt in der Psychiatrie.

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Der 28-Jährige beteuert, es tue ihm leid. Doch die Nebenklage bezweifelt eine psychische Erkrankung. (Foto: picture alliance / dpa)

Im Konstanzer Taximordprozess

hat der Angeklagte überraschend sein Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt.

In seinem Schlusswort schilderte er auf Russisch die ihm vorgeworfenen Taten mit

zum Teil grausigen Details und sagte mehrfach, dass es ihm leidtue. Zuvor hatte

Oberstaatsanwalt Peter Muthmann vor dem Landgericht für den 28-Jährigen eine lebenslange

Freiheitsstrafe und die Einweisung des Angeklagten in die Psychiatrie gefordert.

Außerdem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden.

Eine erhebliche Verminderung

der Schuldfähigkeit sei durch die im psychiatrischen Gutachten aufgeführten schweren

psychischen Störungen gegeben, betonte Muthmann. Die Unterbringung in

der Psychiatrie sei unbegrenzt und dauere sehr lange, "mindestens so lange

wie lebenslänglich", betonte der Ankläger.

Welt kranker Phantasie

Die beiden Verteidiger sprachen

sich in ihren Plädoyers ebenfalls für eine Einweisung in die Psychiatrie aus. Der

schwer kranke Angeklagte lebe in einer "Welt voller kranker Sexualfantasien"

und sei nekrophil. "Die Beweislage ist erdrückend", sagte Anwalt Klaus

Frank. Es sei zwingend, dass dieser Mann therapiert werde. Der Ankläger hatte ebenfalls

von abwegigen Sexualvorstellungen und Nekrophilie gesprochen. Unter Nekrophilie

versteht man Geschlechtsverkehr mit Leichen sowie die Neigung dazu. Das Urteil soll

am Donnerstag verkündet werden.

. Nach viertägiger Suche entdeckten Zielfahnder den flüchtigen Verdächtigen in der Gartenlaube seiner Großmutter in Senftenberg in Brandenburg.

Große Angst in der Region

Der 28-Jährige sagte in

seinem von einer Dolmetscherin übersetzten Schlusswort, dass er die beiden Frauen

habe umbringen wollen, um danach Sex mit ihnen haben zu können. DNA-Spuren am Messer

und an den Opfern brachten die Ermittler auf die Spur zum Angeklagten. Die Taten

hätten in der Region "für größte Unruhe und Angst gesorgt", sagte der

Staatsanwalt. Der mutmaßliche Täter machte unter anderem Hass auf seine Mutter,

die er eigentlich habe umbringen wollen, für sein Verhalten verantwortlich.

Die beiden Anwälte der Nebenkläger

sprachen sich für lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung aus.

Ihrer Ansicht nach ist der Angeklagte voll schuldfähig. Er lüge und manipuliere,

um nicht ins Gefängnis zu müssen. "Ein Serienmörder wurde gestoppt", sagte

die Anwältin des überlebenden Opfers, das sein Leben lang an den Rollstuhl gefesselt

sein wird. "Er hätte immer weiter gemacht".

Quelle: dpa