Mord und dann SexTaximörder bricht sein Schweigen
Es sind grauenhafte Sexualphantasien, die der Angeklagte vor Gericht schildert. Weil er diese Phantasien umsetzen wollte, musste ein Mensch sterben, eine Frau erleidet bleibende Schäden. Dem Täter droht der lebenslange Aufenthalt in der Psychiatrie.
Im Konstanzer Taximordprozess
hat der Angeklagte überraschend sein Schweigen gebrochen und ein Geständnis abgelegt.
In seinem Schlusswort schilderte er auf Russisch die ihm vorgeworfenen Taten mit
zum Teil grausigen Details und sagte mehrfach, dass es ihm leidtue. Zuvor hatte
Oberstaatsanwalt Peter Muthmann vor dem Landgericht für den 28-Jährigen eine lebenslange
Freiheitsstrafe und die Einweisung des Angeklagten in die Psychiatrie gefordert.
Außerdem solle die besondere Schwere der Schuld festgestellt werden.
Eine erhebliche Verminderung
der Schuldfähigkeit sei durch die im psychiatrischen Gutachten aufgeführten schweren
psychischen Störungen gegeben, betonte Muthmann. Die Unterbringung in
der Psychiatrie sei unbegrenzt und dauere sehr lange, "mindestens so lange
wie lebenslänglich", betonte der Ankläger.
Welt kranker Phantasie
Die beiden Verteidiger sprachen
sich in ihren Plädoyers ebenfalls für eine Einweisung in die Psychiatrie aus. Der
schwer kranke Angeklagte lebe in einer "Welt voller kranker Sexualfantasien"
und sei nekrophil. "Die Beweislage ist erdrückend", sagte Anwalt Klaus
Frank. Es sei zwingend, dass dieser Mann therapiert werde. Der Ankläger hatte ebenfalls
von abwegigen Sexualvorstellungen und Nekrophilie gesprochen. Unter Nekrophilie
versteht man Geschlechtsverkehr mit Leichen sowie die Neigung dazu. Das Urteil soll
am Donnerstag verkündet werden.
. Nach viertägiger Suche entdeckten Zielfahnder den flüchtigen Verdächtigen in der Gartenlaube seiner Großmutter in Senftenberg in Brandenburg.
Große Angst in der Region
Der 28-Jährige sagte in
seinem von einer Dolmetscherin übersetzten Schlusswort, dass er die beiden Frauen
habe umbringen wollen, um danach Sex mit ihnen haben zu können. DNA-Spuren am Messer
und an den Opfern brachten die Ermittler auf die Spur zum Angeklagten. Die Taten
hätten in der Region "für größte Unruhe und Angst gesorgt", sagte der
Staatsanwalt. Der mutmaßliche Täter machte unter anderem Hass auf seine Mutter,
die er eigentlich habe umbringen wollen, für sein Verhalten verantwortlich.
Die beiden Anwälte der Nebenkläger
sprachen sich für lebenslange Haft mit anschließender Sicherungsverwahrung aus.
Ihrer Ansicht nach ist der Angeklagte voll schuldfähig. Er lüge und manipuliere,
um nicht ins Gefängnis zu müssen. "Ein Serienmörder wurde gestoppt", sagte
die Anwältin des überlebenden Opfers, das sein Leben lang an den Rollstuhl gefesselt
sein wird. "Er hätte immer weiter gemacht".