Panorama

Dramatische Lage in Brandenburg Teile Elsterwerdas evakuiert

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See statt Autobahn ist ein nicht alltägliches Motiv.

(Foto: dapd)

Brandenburgs Ministerpräsident Platzeck ist voller Sorge: Die Hochwasserlage im Süden des Landes hat sich dramatisch entwickelt. Im Landkreis Elbe-Elster herrscht Katastrophenalarm. Teile der Innenstadt von Elsterwerda werden evakuiert. Tausende Menschen sind betroffen. Auch der Stadt Bad Liebenwerda droht die Räumung.

Der Süden Brandenburgs wird zum wiederholten Male in diesem Jahr von einem Hochwasser heimgesucht. Die gefährliche Lage spitzt sich von Stunde zu Stunde zu.  Am Nachmittag wurden Teile der Stadt Elsterwerda evakuiert. Das ordnete der regionale Katastrophenstab an. Etwa 2500 Menschen müssen in Sicherheit gebracht werden.

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Am Nachmittag mussten Teile der Innenstadt Elsterwerdas evakuiert werden.

(Foto: dpa)

"Die Situation bereitet mir Sorgen", bemerkte Brandenburgs Regierungschef Matthias Platzeck (SPD). Zugleich lobte er die Professionalität der Hilfskräfte, die gut trainiert seien. "Das ist kein gewöhnliches Hochwasser", sagte der Präsident des Landesumweltamtes, Matthias Freude.

Derweil sind hunderte Feuerwehrleute und andere Helfer im Einsatz, um mit Sandsäcken Deiche zu stabilisieren und von den Wassermassen bedrohte Gebäude zu schützen. Ein Deichriss der Schwarzen Elster konnte nur mit Mühe geflickt werden. In manchen Gebieten wurden überflutete Straßen leergepumpt. Die wegen Hochwassers gesperrte Autobahn A 13 Dresden-Berlin konnte am Nachmittag in Richtung Berlin teilweise für den Verkehr wieder freigegeben werden. Richtung Dresden bleibt die Autobahn gesperrt.

Höchste, jemals gemessene Wasserstände

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Erneut muss Platzeck eine Hochwasserregion in seinem Bundesland besuchen.

(Foto: dpa)

Die Situation an der Schwarzen Elster sei jetzt sehr kritisch und dramatischer als bei der Flut vor sieben Wochen, sagte Ministerpräsident Matthias Platzeck. "Wir haben dort die historisch höchsten Wasserstände, die je gemessen wurden", äußerte er bei einem Besuch in Spremberg (Spree-Neiße). Am Pegel Bad Liebenwerda übertraf der Wasserstand den kritischen Wert der Stufe 4 um mehr als 30 Zentimeter und näherte sich der Marke von 3,50 Meter. Sonst ist der Wasserstand des kleinen Flusses dort nur etwa halb so hoch. Dagegen fiel der Wasserstand des Nebenflusses Pulsnitz unter die Stufe 4.

Hochwasser erreicht Sachsen

Unterdessen ließ die Hochwasserwelle aus Sachsen die Neiße bei Klein Bademeusel (Spree-Neiße) auf die Stufe A 2 anschwellen, Tendenz steigend. Die Baustelle an der Talsperre Spremberg musste geräumt werden. Dann könnten etwa 50 Kubikmeter Wasser pro Sekunde aus dem Stausee kontrolliert in Richtung Cottbus und Spreewald abgelassen werden. Zurzeit fließt mehr als doppelt so viel Spreewasser aus Sachsen in die Talsperre. An der Oder steigen ebenfalls die Wasserstände.

Quelle: ntv.de, dpa

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