Ermittlungen in BangladeschTextilfabrik war schlecht gebaut

Der Einsturz eines Fabrikgebäudes in Bangladesch kostete mehr als 1000 Menschen das Leben. Nun legt eine Untersuchungskommission erste Ergebnisse vor - und erhebt schwere Vorwürfe gegen den Besitzer. Das Gebäude sei nicht nur schlecht gebaut gewesen, auch Warnungen seien ignoriert worden.
Mangelhaftes Baumaterial und schwere Geräte in den oberen Stockwerken haben den Einsturz der Textilfabrik in Bangladesch verursacht. Dabei waren 1.127 Menschen gestorben und fast 2.500 weitere verletzt worden. Außerdem habe der Besitzer gegen Bauvorschriften verstoßen, weil er Fabriken oberhalb eines Einkaufszentrums unterbrachte, berichtete eine von der Regierung eingesetzte Untersuchungskommission.
Die meisten Todesopfer des Unglücks waren Frauen, die in den oberen Stockwerken in Textilfabriken arbeiteten. Überlebende berichteten, die Fabrikbesitzer hätten sie zum Arbeiten gezwungen, obwohl das Gebäude am Vortag schon Risse aufwies und Beamte vor dem Betreten gewarnt hatten. Der Hauseigentümer soll den Mietern gesagt haben, das Gebäude sei von Technikern untersucht worden und sicher. Der Besitzer, die Fabrikbetreiber und die verantwortlichen Inspektoren sind inzwischen im Gefängnis.
Die Kommission empfahl, gegen den Eigentümer des Hauses und die Fabrikbetreiber wegen fahrlässiger Tötung zu ermitteln. Darauf steht lebenslange Haft. Die Zementmischung sei minderwertig gewesen und die Qualität der Eisenstangen schlecht, heißt es. Der Grund für die Katastrophe sei Fahrlässigkeit, sagte der Chef des Untersuchungsteams.
Modehaus Benetton hilft Opfern
Unterdessen hat die italienische Bekleidungsgruppe Benetton mitgeteilt, über die lokale Hilfsorganisation Brac den Opfern des Unfalls medizinische Hilfe und finanzielle Unterstützung zukommen zu lassen. Zunächst gehe es dabei vor allem darum, künstliche Gliedmaße und Operationen für Verwundete zu finanzieren, erklärte Benetton-Chef Biagio Chiarolanza.
Langfristig solle dann auch den Familien geholfen werden, die durch den Einsturz ihre einzige Einnahmequelle verloren hätten. Chiarolanza hatte zugegeben, dass Benetton von Dezember 2012 bis Januar 2013 über Zulieferer etwa 200.000 Hemden aus der Fabrik bezogen habe.