Panorama

Lösegeld-Millionen gefunden Thomas Wolf bricht Schweigen

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Thomas Wolf höchstpersönlich brachte die Ermittler auf die richtige Spur.

(Foto: dpa)

Die Polizei hat offenbar das von dem Schwerverbrecher Thomas Wolf erpresste Lösegeld gefunden. Wie die Staatsanwaltschaft Wiesbaden mitteilte, wurden nach einem Hinweis von Wolf bereits am Donnerstagnachmittag in einem Wald in Egestorf in der Nordheide ein Aluminiumkoffer und zwei Taschen ausgegraben. Die Ermittler gehen davon aus, dass sich darin der Großteil der 1,8 Millionen Euro Lösegeld befindet, das Wolf nach der Entführung einer Bankiersehefrau erpresst hatte.

Die Behältnisse müssten aber zunächst kriminaltechnisch untersucht werden, bevor sie am Montag geöffnet würden, sagte der Sprecher der Staatsanwaltschaft. 140.000 Euro aus dem Lösegeld hatten Ermittler bereits bei der Fahndung und nach der Festnahme Wolfs sicher gestellt.

Baum war weg

Die Suche nach dem Versteck hatte sich allerdings trotz der Hilfe des Entführers zunächst als schwierig erwiesen. Wolf hatte sich einen Baum als entscheidende Landmarke eingeprägt. Den gebe es inzwischen nicht mehr, berichtete Oberstaatsanwalt Hartmut Ferse. Daher habe Wolf das Depot zunächst nicht finden können. Eine systematische Suche der Fahnder brachte dann aber den Erfolg.

Die Vorgeschichte des Verbrechers, der Entführungsfall und seine Aufklärung lesen sich wie ein ungewöhnlich spannender Kriminalroman. Der 56 Jahre alte Wolf war im Jahr 2000 nach einem Freigang aus dem Gefängnis in Moers in Nordrhein-Westfalen geflüchtet. Dort sollte er eine Freiheitsstrafe von 21 Jahren verbüßen. Nach der Flucht soll er Banken in Hamburg, den Niederlanden und Brüssel überfallen haben. Dennoch lebte er acht Jahren lang unentdeckt unter falschem Namen bei einer ahnungslosen Geliebten in Frankfurt.

Festnahme Folge einer Kontaktanzeige

Erst die Entführung brachte die Ermittler wieder auf seine Spur. Seine Festnahme Ende Mai auf der Hamburger Reeperbahn hatte er einer Kontaktanzeige zu verdanken. Schon beim zweiten Treffen mit der Frau bat er sie um ungewöhnliche Hilfen: Sie solle für 100.000 Euro unter ihrem Namen eine Wohnung für ihn mieten, ein Konto eröffnen und ein Auto zulassen. Später vertraute sie sich Freunden an, die sie auf Wolfs Fahndungsfoto im Internet hinwiesen.

Für ihren entscheidenden Tipp auf den Schwerverbrecher hat die Wiesbadener Volksbank am vergangenen Montag der Frau rund 40.000 Euro Belohnung ausgezahlt. Wolf sitzt inzwischen im südhessischen Weiterstadt in Untersuchungshaft. Teile des Lösegeldes, etwa 150.000 Euro, waren bereits in Wolfs Hotelzimmer in Hamburg und in seinem Fluchtwagen sichergestellt worden.

Quelle: ntv.de, AFP/dpa

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