Panorama

Überschwemmungen und Erdbeben Türkei verspricht mehr Schutz

11.09.2009, 10:22 Uhr

Nach der verheerenden Flutkatastrophe von Istanbul haben Politiker und Rettungshelfer der Bevölkerung einen besseren Schutz versprochen.

Nachdem neue Regenfälle angekündigt wurden, seien nun 6000 Mann und 2200 Fahrzeuge für Einsätze bereit, teilte der kommunale Krisenstab mit. Scharfe Kritik hatte es wegen mangelnder Vorbereitung und der Duldung von Bauten in Flussbetten gegeben. Unterdessen fasste die türkische Polizei noch während der laufenden Aufräumarbeiten mehr als 100 Plünderer.

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Istanbul nach der Flut. (Foto: REUTERS)

Nach Medienberichten sind die Diebe aus umliegenden Provinzen nach Istanbul gefahren, um in den beschädigten Häusern und Geschäftsgebäuden nach Wertgegenständen zu suchen. In den Fluten sind im Großraum Istanbul mindestens 32 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Menschen wurden noch vermisst. Zwei Mitarbeiter eines Transportunternehmens wurden festgenommen. Sie werden für den Tod von sieben Arbeiterinnen in einem Bus mitverantwortlich gemacht. Die Frauen waren in dem Fahrzeug ertrunken. Ein Richter erließ laut dem Fernsehsender NTV zudem Haftbefehl gegen den Inhaber der Textilfirma.

Fluss- und Bachläufe sanieren

Unterdessen lösten zwei Erdbeben in Zentralanatolien Panik unter der Bevölkerung aus. Etwa 100 Menschen wurden bei den Erdstößen in der Provinz Konya verletzt. Nach den Erdstößen der Stärke 4,5 und 4,7 auf der Richterskala wurde allerdings nur über leichtere Schäden an Häusern berichtet. Die Türkei liegt in einer erdbebengefährdeten Zone und wird regelmäßig von Erdstößen erschüttert, weil dort die Kontinentalplatten Afrikas und Europas kollidieren.

Im Zusammenhang mit der Überschwemmungskatastrophe forderte Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan, zugebaute Fluss- und Bachläufe müssten saniert werden, damit das Wasser wieder unbehindert abfließen kann. Er forderte die Bürger auf, Wasserläufe nicht mehr zuzubauen. Innerhalb von 48 Stunden war am Dienstag und Mittwoch mehr als ein Drittel der gewöhnlichen Regenmenge eines Jahres gefallen. In einigen Regionen waren bei der "Jahrhundert-Katastrophe" die heftigsten Regenfälle seit 80 Jahren niedergegangen.

690 Millionen Euro Schäden

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Die Einsatzkräfte arbeiten mit Hochdruck an der Räumung der wichtigen Verkehrsstraßen. (Foto: AP)

Der Oberbürgermeister von Istanbul, Kadir Topbas, erklärte, bei akuter Gefahr neuer Überschwemmungen könnten die Behörden Bewohner tiefergelegener Stadtteile auffordern, diese zu verlassen. Politiker versprachen der Bevölkerung in den von der Überschwemmung betroffenen Gebieten Aufbauhilfe.

Die Flutkatastrophe hat Schäden von umgerechnet fast 690 Millionen Euro verursacht. Allein in einem Lager des Zolls im Westen von Istanbul seien Waren im Wert von umgerechnet mehr als 100 Millionen Euro zerstört worden, berichtete die türkische Wirtschaftszeitung "Referans". Es sei mit Produktionsausfällen in Höhe von mehr als 340 Millionen Euro zu rechnen.

Quelle: AFP/dpa