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"Costa Concordia" wird abtransportiert US-Firma bekommt Zuschlag

Das gefährliche Schweröl aus den Tanks ist abgepumpt, fast alle Leichen sind geborgen. Jetzt soll der schwierige Abtransport der "Costa Concordia" beginnen. Ein Jahr wird das dauern. Und damit ist es auch noch nicht getan.

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Noch immer liegt das Schiff vor der Insel Giglio.

(Foto: AP)

Amerikanische Spezialisten sollen die havarierte "Costa Concordia" für den Abtransport aufrichten und in zwölf Monaten in einen italienischen Hafen abgeschleppt haben. Die Genueser Reederei hat sich für die US-Firma Titan Salvage entschieden, um das vor der Insel Giglio gekenterte Kreuzfahrtschiff vollständig und in einem Stück entfernen zu lassen. Das teilte Costa Crociere in Genua mit. Die Operation solle bereits Anfang Mai beginnen und in etwa einem Jahr beendet sein. Die italienische Spezialfirma Micoperi werde an den Arbeiten beteiligt.

"Wir sind sehr erfreut, diesen nächsten wichtigen Schritt auf dem Weg zur Bergung des Wracks ankündigen zu können", sagte der Chef von Costa Crociere, Pier Luigi Foschi. Unter den sechs eingereichten Plänen für die Bergung sei die beste ausgesucht worden, um bei "maximaler Sicherheit" die Insel Giglio und ihren Tourismus zu schützen. Dort war das 290-Meter-Schiff am 13. Januar havariert.

Reparaturarbeiten am Meer

Bei den Bergungsarbeiten des Kreuzfahrtriesen werde die Umwelt höchste Priorität haben, teilte die Reederei mit. Sobald das vor der toskanischen Insel liegende Wrack flottgemacht und dann auch weggebracht sei, solle der Meeresboden dort gesäubert und neu bepflanzt werden. Auch die Belange der Touristeninsel Giglio in der Sommersaison und des Hafens würden berücksichtigt: Mitarbeiter und Ausrüstung sollen überwiegend auf dem Festland untergebracht werden.

Die Bergungsexperten sollen also das Urlaubsvergnügen auf der beliebten toskanischen Insel so wenig wie möglich stören. Was mit dem Wrack geschieht, wenn es im kommenden Jahr in einen italienischen Hafen auf dem Festland abgeschleppt ist, wurde noch nicht mitgeteilt.

Bei der Havarie des Kreuzfahrtschiffes vor mehr als drei Monaten kamen 30 Menschen ums Leben, darunter zwölf Deutsche. Zwei Menschen werden immer noch vermisst. Dabei handelt es sich nach den Angaben der Präfektur in Grosseto um eine Italienerin und um ein indisches Crewmitglied. Die "Costa Concordia" war zu nahe an die Insel herangefahren, hatte einen Felsen gestreift und war mit mehr als 4200 Menschen an Bord gekentert. Kapitän Francesco Schettino steht unter Hausarrest bei Neapel. Die Staatsanwaltschaft wirft ihm unter anderem mehrfache fahrlässige Tötung, Havarie und Verlassen seines Schiffes während der nächtlichen Evakuierung vor.

Quelle: n-tv.de, dpa

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