Panorama

Tornados, Hagel, StarkregenUnwetter richten Schäden an

27.08.2011, 13:20 Uhr
imageHier kommt der Autor hin
26538797-1
Gewitter über Flensburg. (Foto: picture alliance / dpa)

Umgeknickte Bäume, eingestürzte Dächer: Mancherorts sehe es aus wie nach einem Bombenangriff, so ein Polizeisprecher. Heftige Sturmböen und Gewitter fegen über den Norden und Westen Deutschlands hinweg und richten erhebliche Schäden an.

Gewitter und Unwetter sind am Freitag und in der Nacht zum Samstag über Teile Deutschlands hinweg gezogen und haben mancherorts erheblichen Schaden angerichtet. Am Niederrhein hatten sich in Xanten und Hamminkeln möglicherweise zwei Tornados gebildet. Eine Bestätigung dafür gab es zunächst aber nicht, wie der Wetterdienst Meteomedia mitteilte. In Bergisch Gladbach in Nordrhein-Westfalen knickten auf einer Fläche von 250 Meter mal 250 Metern Bäume wie Streichhölzer um. In Oldenburg (Niedersachsen) und Kürten (Nordrhein-Westfalen) fielen bis zu sieben Zentimeter große Hagelsteine.

Gebäude sind einsturzgefährdet

An der Mittelmosel begannen nach dem schweren Unwetter mit Hagelschlag die Aufräumarbeiten. Der Hagel habe viele Häuser beschädigt, sagte ein Polizeisprecher in Bernkastel-Kues. In Veldenz etwa sei bei fast jedem Haus das Dach kaputt, manche Gebäude seien einsturzgefährdet. "Das sieht aus wie nach einem Bombenangriff", sagte der Sprecher.

26503134
Ein Blitzeinschlag deckt das Dach eines Hauses in Kümbdchen ab. (Foto: picture alliance / dpa)

Am Freitag war in Bernkastel-Kues ein Dachdecker schwer verletzt worden, als er bei Aufräumarbeiten abstürzte. In Koblenz wurde eine 36 Jahre alte Frau in einem Biergarten von einem Ast erschlagen. Dicke Hagelkörner beschädigten in Mülheim (Rheinland-Pfalz) 17 Hubschrauber auf dem Gelände eines Helikopter-Treffens.

Heißluftballon muss notlanden

In Niedersachsen mussten drei Heißluftballons am Freitagabend notlanden, nachdem eine Windböe sie erfasst hatte. Zehn Passagiere wurden verletzt, vier von ihnen schwer, teilte die Polizei mit. In Schleswig-Holstein und Hamburg richteten Gewitter und Starkregen teils großen Schaden an, verletzt wurde aber niemand. In Hamburg musste die Feuerwehr umgestürzte Bäume von den Straßen räumen.

26512672
Umgeknickte Bäume begraben in der Nähe von Gießen ein Auto. (Foto: picture alliance / dpa)

Im Stadtpark der Hansestadt wurde wegen des Unwetters das Konzert der Band "Wir sind Helden" abgebrochen. Es sei zu gefährlich, bei Starkregen, Gewitter und Wind weiter zu spielen, entschuldigte sich Sängerin Judith Holofernes bei den etwa 4000 Fans. Auch in den Kreisen Parchim, Ludwigslust und Nordwestmecklenburg (Mecklenburg-Vorpommern) knickten Sturmböen mehrere Bäume um.

Der Sommer ist vorbei

Mit Starkregen, Hagel und orkanartigen Böen beendeten die Gewitter das vielerorts schwülwarme Wetter, erläuterte Meteomedia weiter. Am Freitag hatten die Meteorologen noch Tageshöchsttemperaturen von 36 Grad in Stuttgart, 35,8 Grad in München und 35,4 Grad in Jena (Thüringen) gemessen.

Mit den Unwettern ist nach einer Voraussage des Deutschen Wetterdienstes (DWD) wohl auch der Sommer vorbei: Wer in den nächsten Tagen Temperaturen von mehr als 20 Grad erlebt, hat Glück und wohnt im Süden der Republik. Im Norden ist es wechselnd bis stark bewölkt, sagte der DWD voraus.

Quelle: ntv.de, dpa