Panorama

Reisewarnung für ThailandVeranstalter sagen Reisen ab

27.04.2010, 07:21 Uhr

Wegen der andauernden politischen Proteste in Bangkok sagen deutsche Touristikkonzerne Reisen nach Bangkok ab. Die Reiseveranstalter orientieren sich damit an Empfehlungen des Auswärtigen Amts, das einen verschärften Sicherheitshinweis für die thailändische Hauptstadt herausgegeben hat.

Angesichts der Unruhen in Thailand hat das Auswärtige Amt die Reisewarnung für das südostasiatische Land verschärft. Mehrere deutsche Reiseveranstalter reagierten auf den Sicherheitshinweis vom Montag mit einer Absage aller Reisen nach Bangkok bis Anfang kommender Woche. Die von der thailändischen Elite unterstützte Volksallianz für Demokratie (PAD) verlangte wegen der Oppositionsproteste die Ausrufung des Kriegsrechts.

"Vor dem Hintergrund andauernder politischer Proteste und der daraus resultierenden unübersichtlichen Sicherheitslage wird von Reisen nach Bangkok dringend abgeraten", erklärte das Auswärtige Amt in Berlin. Die Nutzung des Bangkoker Flughafens sei derzeit allerdings nicht beeinträchtigt. Bei einem Aufenthalt in Nordthailand werde dringend zu "besonderer Vorsicht" geraten. Nicht betroffen seien die Tourismusregionen im Süden.

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Soldaten sollen auf den Bangkoks Straßen für Ruhe sorgen. (Foto: AP)

Als Reaktion auf den aktualisierten Sicherheitshinweis teilte der Touristikkonzern TUI mit, Reisen nach Bangkok und Nordthailand bis zum kommenden Montag abzusagen. Die Urlauber, die sich dort momentan aufhielten, würden auf die Touristeninsel Phuket im Süden gebracht. REWE Touristik, Meier's Weltreisen und Dertour sagten Reisen mit dem Ziel Bangkok ebenfalls bis zum 3. Mai ab.

Seit Mitte März demonstrieren in Bangkok die sogenannten Rothemden mit Massenkundgebungen gegen die Regierung von Ministerpräsident Abhisit Vejjajiva und liefern sich gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Sicherheitskräften. Dabei kamen bislang mindestens 26 Menschen ums Leben, rund 1000 Menschen wurden verletzt.

"Der Ministerpräsident weiß sehr genau, dass militärische Maßnahmen in dieser Situation nötig sind", erklärte der Sprecher der zur PAD gehörenden Neue Politik Partei, Suriyasai Katasila. Da ein politisches Vorgehen schwierig geworden sei, müsse das Kriegsrecht ausgerufen werden, um die oppositionellen Rothemden aus Bangkok zu vertreiben. Die Gelbhemden kündigten zudem "verschärfte Maßnahmen" gegen die Opposition an, weshalb Zusammenstöße zwischen den beiden Gruppen befürchtet wurden.

Über die Hauptstadt und fünf umliegende Provinzen war bereits Anfang April der Ausnahmezustand verhängt worden. Seit mehreren Wochen halten Regierungsgegner ein Geschäftsviertel im Zentrum Bangkoks besetzt. Die Rothemden sind Anhänger des 2006 gestürzten Regierungschefs Thaksin Shinawatra. Die Gelbhemden, die die Farbe des Königshauses tragen, wollen an der derzeitigen Regierung festhalten. Thailands erkrankter Monarch Bhumibol Adulyadej zeigte sich am Montag erstmals seit Beginn der Proteste bei einer Fernsehansprache der Öffentlichkeit. Die Unruhen erwähnte er dabei allerdings mit keinem Wort.

Quelle: AFP