Sturm zieht auf Christchurch zu"Vermisste sind vermutlich tot"

Im neuseeländischen Christchurch rechnet die Feuerwehr nicht mehr damit, Überlebende in den zerstörten Gebäuden zu finden. Bislang wurden 148 Leichen geborgen, 50 Menschen werden noch vermisst. Neuseelands Premierminister will mit Hilfe internationaler Stars Geld für die Opfer des Erdbebens sammeln.
Sechs Tage nach dem schweren Erdbeben in der neuseeländischen Stadt Christchurch gehen Rettungskräfte nicht mehr davon aus, noch Überlebende in den Trümmern zu finden. "Es ist höchst unwahrscheinlich, dass wir lebende Opfer in den eingestürzten Bauten finden", sagte der Einsatzchef der Feuerwehr, Jim Stuart-Black.
Bislang wurden 148 Leichen aus den Trümmern geborgen, rund 50 Menschen wurden noch vermisst. Zuletzt waren überlebende Verschüttete am Mittwoch gerettet worden. Unter den Opfern sind nach Behördenangaben Menschen aus etwa 20 Nationen.
Zudem droht Christchurch weiteres Ungemach. Die Stadt bereitet sich auf einen schweren Sturm vor, der die Bergungsarbeiten für einige Stunden stoppen könnte. Die Böen des Sturms könnten in Christchurch eine Geschwindigkeit von 90 Kilometern pro Stunde und in der Umgebung von 130 Stundenkilometern erreichen, wie die Wetterdienste vorhersagten.
Premier plant Spendengala
Eine Spendengala mit Star-Moderatoren wie Oprah Winfrey soll Geld für die Opfer der Katastrophe einbringen. Der neuseeländische Premierminister John Key wolle einflussreiche Show-Stars um ihre Hilfe bitten, berichtet die Zeitung "The New Zealand Herald". "Wir werden mit bekannten Talkshow-Moderatoren, vielleicht (David) Letterman oder Oprah Winfrey, solchen Leuten, sprechen", sagte Key der Zeitung. Er hoffe, dass auf dieses Weise eine bedeutende Summe für die Opfer des Erdbebens vom vergangenen Dienstag zusammenkomme.
Key verwies auf eine ähnliche Spendenaktion für die Opfer der Waldbrände in Australien im Jahr 2009, bei der umgerechnet rund 290 Millionen Euro zusammengekommen waren.