Panorama

"Nichts weist auf kriminelle Absicht hin" Whitney Houston wird obduziert

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Großer Medienrummel vor dem Beverly Hilton. Ein Wagen bringt den Leichnam von Whitney Houston weg.

(Foto: REUTERS)

Die Sängerin Whitney Houston stirbt in einem Hotel in Beverly Hills. Eigentlich hätte sie im selben Hotel bei einer Party anlässlich der Grammy-Verleihung auftreten sollen. Trotz ihres Todes findet die Party statt. Auch die Grammy-Verleihung wird nicht abgesagt. "Sie hätte gewollt, dass die Show weitergeht", sagt der Veranstalter.

Ihr überraschender Tod hat die Musikwelt geschockt und die 54. Grammy Awards in Los Angeles überschattet: Die Nachricht vom Tod von Souldiva Whitney Houston kam zu einem Zeitpunkt, als die Proben für die am Sonntagabend anstehende Grammy-Zeremonie im Staples Center in Los Angeles in vollem Gange waren. Am Vorabend starb Houston mit nur 48 Jahren in einem Hotel in Beverly Hills.

Fans und Hotelgäste versammelten sich nach der Todesnachricht am Samstagnachmittag (Ortszeit) bestürzt vor den Fernsehbildschirmen in der Hotellobby, um die Sendungen zu Houstons Tod zu verfolgen. Nur wenige Stockwerke darüber war der Weltstar leblos in seinem Hotelzimmer gefunden worden - ihr Freund, der R&B-Sänger Ray-J, hatte laut Polizei noch einen Notruf abgesetzt. Alle Wiederbelebungsversuche blieben jedoch vergeblich.

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Auftritt bei den MTV Europe Awards im November 2002.

(Foto: dpa)

Hinweise auf ein Verbrechen gab es offenbar nicht: "Wir untersuchen noch, aber auf den ersten Blick weist nichts auf eine kriminelle Absicht hin", erklärte Polizeisprecher Mark Rosen. Der Tod Whitney Houstons wurde nach seinen Angaben um 15.55 Uhr Ortszeit festgestellt. Rosen sagte, die 48-Jährige sei auf dem Boden gefunden worden. Später berichtete der Sender ABC, sie sei leblos in der Badewanne entdeckt worden. Ohne Nennung von Quellen berichtete der Sender weiter, noch im Laufe des Tages oder am Montag solle eine Autopsie der Leiche vorgenommen werden.

Party findet trotzdem statt

Trotz der Tragödie fand im selben Hotel am Abend ein vom Plattenproduzenten Clive Davis organisiertes Dinner anlässlich der Grammy-Verleihung statt - Davis hatte die Sängerin in den 80er Jahren entdeckt. Eigentlich war bei dem Dinner ein Auftritt Houstons geplant gewesen, die mit Hits wie "Saving All My Love For You", "How Will I Know", "I Wanna Dance With Somebody" und ihrem Megahit "I Will Always Love You" Weltruhm erlangte.

Noch in den vergangenen Tagen hatte Houston für die Grammy-Dinnerparty geprobt, allerdings sorgte ihr Auftritt bereits zu diesem Zeitpunkt für Spekulationen: Laut "Los Angeles Times" erschien sie zerzaust, in eigenartiger Kleidung und mit nassem Haar. Beim Sprechen soll sie wilde Handbewegungen gemacht haben und später ziellos durch die Eingangshalle geirrt sein.

Dagegen zitierte CNN eine Musikmanagerin, die anonym bleiben wollte, dass Houston zuletzt gesund und fröhlich ausgesehen habe. Sie habe im Hotelpool mit ihrer Tochter Bobbi Kristina gebadet und habe glücklich gewirkt.

"Keine Worte! Nur Tränen"

Nachdem die Sängerin in den 80er und 90er Jahren einen rasanten Aufstieg hinlegte, mehr als 170 Millionen Platten verkaufte und auch als Schauspielerin Erfolge feierte, machte sie in den vergangenen Jahren jedoch mehr durch Ehekrach, Drogen- und Geldprobleme sowie die Scheidung von ihrem gewalttätigen Ehemann, Soulsänger Bobby Brown, von sich reden.

Nach jahrelanger künstlerischer Enthaltung brachte sie 2009 ihr letztes Album "I Look to You" heraus. "Ich habe einfach eine Pause gemacht, was manchmal nötig ist", sagte die Sängerin damals, die von den Medien auch "The Voice" genannt wurde. "Man muss wissen, wann man das Tempo drosseln, sich zurücklehnen und eine Minute ausruhen muss."

Der Tod der Popqueen hat vor allem ihre Künstlerkollegen schwer getroffen, von denen sich am Wochenende bereits viele für die Grammys in Los Angeles aufhielten. "Der Tod meiner Freundin, der unvergleichlichen Ms. Whitney Houston, bricht mir das Herz", twitterte etwa US-Popstar Mariah Carey. Und: "Als eine der großartigsten Stimmen, die jemals die Welt beehrten, wird sie niemals vergessen werden." R&B-Star Rihanna schickte folgende Botschaft: "Keine Worte! Nur Tränen".

"Whitney Houston, sechsfache Grammy-Gewinnerin, war eine der größten Pop-Sängerinnen aller Zeiten", würdigte Grammy-Chef Neil Portnow die Sängerin. "In unserer Musikgemeinschaft ist heute ein Licht ausgegangen, und wir sprechen ihrer Familie, Freunden, Fans und allen, die von ihrer schönen Stimme berührt waren, unser tiefstes Mitgefühl aus."

Grammy-Organisator Ken Ehrlich ließ nach dem unerwarteten Tod Houstons wissen, dass die Verleihung zwar nicht von Grund auf umkrempelt werde, aber gewisse Änderungen geplant seien, damit es eine respektvolle Veranstaltung werde. Mit einem Auftritt von Jennifer Hudson, die 2009 die Trophäe für das beste R&B-Album von Whitney Houston überreicht bekam, sollte an den Star erinnert werden. "Sie hätte gewollt, dass die Show weitergeht", sagte Ehrlich.

Quelle: n-tv.de, AFP/dpa