Panorama

Was sonst noch passierteWie kommt Putin zu seinem blauen Auge?

30.10.2010, 13:52 Uhr

Hat er beim Judo nicht aufgepasst? Oder sich gar einer Schöheits-OP unterzogen? Ein blaues Auge von Putin ist Anlass für reichlich Spekulationen. In Italien sorgt währenddessen ein Kleidungsstück für Wirbel. Lesen Sie, was diese Woche sonst noch passierte.

Hat er beim Judo nicht aufgepasst? Sich gar einer Schöheits-OP unterzogen? Oder ist er einfach nur müde? Ein blaues Auge von Putin ist Anlass für reichlich Spekulationen. In Italien sorgt währeddessen ein Kleidungsstück für Wirbel. Lesen Sie, was diese Woche sonst noch passierte.

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Blaues Auge? Putins Regierungssprecher kann nichts erkennen. (Foto: REUTERS)

Der russische Ministerpräsidenten Wladimir Putin tritt mit blauem Auge vor die Presse und beschäftigt russische und ukrainische Medien: Nach einem Auftritt Putins in Kiew mit dicker Make-up-Schicht im Gesicht spekulierten Zeitungen beider Länder, Russlands starker Mann könnte sich beim Judo verletzt oder sich gar einer Schönheits-OP unterzogen haben. Putins Pressesprecher wies die Berichte zurück.

Die Schminke habe Putins Verletzung nicht verbergen können und alle Journalisten hätten nur ein Thema gehabt, schrieb der Korrespondent der russischen Zeitung "Kommersant", Andrej Kolesnikow: "Wie kam der Premier zu seinem blauen Auge?" Kolesnikow vermutete seinerseits eine Sportverletzung.

Nach Angaben des ukrainischen Fernsehsenders TCH war Putin bei seiner Ankunft in der ukrainischen Hauptstadt "ausgesprochen schlechter Laune", eine Pressekonferenz mit seinem ukrainischen Kollegen Mikola Asarow sowie ein Abendessen wurden demnach kurzfristig abgesagt. "Hat Putin sich liften lassen?", fragte die ukrainische Wochenzeitung "Lewi Bereg". Vielleicht sei ihm auch nur ein Zahn gezogen worden, spekulierte sie weiter.

Putins Pressesprecher Dmitri Peskow dementierte, dass der russische Regierungschef blaue Flecken kaschieren wollte. Putin sei einfach müde gewesen, sagte Peskow. "Er verbringt viele Stunden im Flugzeug und bekommt nur wenig Schlaf". Zudem sei die Beleuchtung sehr unvorteilhaft gewesen, sagte der Sprecher. Während andere Politiker bei vom Fernsehen übertragenen Treffen gelegentlich Make-up tragen, zeigte sich Putin nach Angaben von Journalisten bisher stets ungeschminkt.

Harry, William oder Robbie? Nein, Mohammed!

Harry und William heißen die Söhne von Prinz Charles, Wayne der beste englische Fußballer und Robbie der größte Frauenschwarm. Der beliebteste Vorname in England und Wales ist aber inzwischen ein völlig anderer: Mohammed - in allen denkbaren Schreibweisen. Das berichteten britische Medien unter Berufung auf die Nationale Statistikbehörde.

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Nicht in allen Ranglisten an erster Stelle: Robbie. (Foto: REUTERS)

Die Behörde hatte offiziell Oliver an die Spitze der Tabelle der beliebtesten Jungennamen 2009 gesetzt. 7364 kleine Jungs wurden so getauft. Zählt man aber alle Schreibweisen des Namens Mohammed - wie etwa Muhammad oder Mohammad - mit, kommt man auf eine etwas höhere Zahl. Erstmals seit 14 Jahren ist damit nicht Jack an der Spitze. Bei den Mädchen machte Olivia das Rennen.

Der Prophetenname werde vor allem in der großen pakistanischen Gemeinde häufiger als früher gewählt, schrieb der Kommentator des "Daily Telegraph". Die Statistik sei nicht unbedingt ein Zeichen dafür, dass es mehr Muslime gebe, sondern dass die Muslime religiöser geworden sind.

Wirbel um Minirockverbot in Süditalien

Ein Verbot von Miniröcken und ähnlich aufreizender Kleidung hat in der kampanischen Hafenstadt Castellammare di Stabia für Wirbel gesorgt. Mit einem sittsamen Sit-In demonstrierte ein gutes Dutzend Frauen der Stadt am Vesuv gegen den Plan ihres konservativen Bürgermeisters Luigi Bobbio.

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In Castellammare würden diese drei jungen Frauen wohl mehr als gegen den öffentlichen "Anstand" verstoßen. (Foto: picture alliance / dpa)

Bobbio will solch knappe Bekleidung und ähnliche Verstöße gegen den öffentlichen "Anstand" mit Geldstrafen von 25 bis zu 500 Euro belegen - vor allem, wenn dabei auch noch Reizwäsche sichtbar wird.

Die Demonstration linker Frauen vor dem Rathaus ließ der Bürgermeister von einer starken Polizeipräsenz flankieren, wie italienische Medien berichteten. In einer Kommission des Stadtrates fiel seine Idee derweil allerdings zunächst einmal knapp durch.

Der Bürgermeister will auch Fluchen und Gotteslästerung in der Öffentlichkeit und das Ballspielen in den Parkanlagen unter Strafe stellen. Er folgt damit vielen anderen Stadtoberen Italiens, denen die Regierung in Rom freie Hand gibt für kommunale Verbote, wenn es um die öffentliche Sicherheit und Ordnung in ihrer Gemeinde geht.

"Letzte Mahnung" kommt ins Grab

Bis auf den Friedhof hat die französische Sozialversicherung einen ihrer Beitragszahler verfolgt. Nach dem Tod ihres Mannes im Mai habe Lysiane Duwel weiter Post von der Sozialversicherung für Selbstständige (RSI) bekommen, berichtete die Zeitung "La Voix du Nord". Daraufhin habe Duwel der RSI kurz und trocken mitgeteilt, dass die neue Adresse ihres Mannes der Friedhof im nordfranzösischen Arleux sei. Die Versicherung ließ sich davon nicht beirren und schickte ihre Post bis hin zu einer letzten Mahnung daraufhin an die "neue" Adresse. Der Friedhofswärter nahm die Briefe an und leitete sie ans Rathaus weiter, das sie dann wiederum der Witwe zustellte.

"Ich will keine finanzielle Wiedergutmachung, ich will nur, dass sie mich in Ruhe lassen", sagte Duwel der "Voix du Nord". Die RSI entschuldigte sich daraufhin bei der Witwe für den "doppelten Verwaltungsfehler".

Quelle: kse/AFP/dpa