AuslandsreportWir sind so frei
Die FIFA träumt von einer WM-Meile frei von Drogen, Häftlinge in Louisiana spüren Freiheit auf einem Bullen und japanische Männer fühlen sich frei wie Comichelden. Die Auslandsreporte.
Die FIFA träumt von einer WM-Meile frei von Drogen, Häftlinge in Louisiana spüren Freiheit auf einem Bullen und japanische Männer fühlen sich frei wie Comichelden. Die Auslandsreporte.
Seit August liegt die Fähre nach Mallorca im Hafen von Valencia fest. Neun Seeleute leben auf dem Schiff und können es nicht verlassen. Sie streiken, weil sie monatelang keinen Lohn mehr bekommen haben. Doch wenn sie von Bord gehen, verfallen ihre Ansprüche. Jetzt hat die Reederei auch noch die täglichen Verpflegungsrationen eingestellt.
Sie sind nicht einfach nur Comic-Fans. Tausende Japaner, vornehmlich Männer, leben mit ihrer Lieblingsfigur und eine ganze Industrie befriedigt ihre Ansprüche. Die Hardcore-Fans tragen die Comicfiguren als Puppen spazieren, gehen mit ihnen in spezielle Cafés, ziehen sich so an wie sie. Einige fordern von der Regierung, die Figuren auch heiraten zu dürfen.
Für acht Sekunden Abwechslung riskieren die Männer aus dem Gefängnis in Angola/ Louisiana eine ganze Menge. Einmal im Jahr veranstalten sie ein Rodeo und die Leute aus der Umgebung kommen in Scharen. Die harten Jungs reiten auf Bullen oder spielen Poker, bis die mächtigen Tiere sie aus der Arena schleudern. Und das alles nennen sie dann Freiheit.
Seit Jahrhunderten holen sich die sibirischen Hirten alles von ihren Rentieren. Das Fleisch essen sie – gern auch mal roh. Aus der Haut bauen sie Zelte, die sie vor der Kälte schützen. Und nichts hoffen sie mehr, als dass es noch ewig so bleibt. Doch nicht nur der Klimawandel macht ihnen zunehmend zu schaffen, jetzt sitzt den Hirten auch noch Gazprom im Nacken.
Längst sind nicht mehr die Stadien die Hauptsorge der FIFA. Das Nachtleben am Kap bereitet den Organisatoren der Fußball-WM 2010 in Südafrika größeres Kopfzerbrechen. Hunderte Polizisten sollen Kapstadts Partymeile von Überfällen, Taschendiebenstählen und Drogenhandel befreien. Schon im Dezember droht die erste Bewährungsprobe: die Auslosung der WM-Gruppen.
Mal sind es 20 Tote, mal 50, mal über 100. Minenunglücke sind Alltag in Chinas Kohleindustrie. Trotzdem kümmert sich niemand um die Sicherheit. Die Betreiber bestechen lieber die Funktionäre. Die Regierung braucht die Kohle fürs Wirtschaftswachstum. Und die Minenarbeiter wehren sich nicht, denn sie verdienen etwas besser als normale Handwerker. Sie hoffen, bis zur Rente zu überleben.