Panorama

Explosion in MarlZweiter Toter nach Chemieunfall

02.04.2012, 15:51 Uhr
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Rund 10.000 Menschen arbeiten auf dem Chemiepark in Marl. (Foto: dapd)

Ein Knall, dann eine riesige Rauchwolke. Das Feuer im Chemiepark in Marl kostete am Samstag einen Menschen das Leben. Zwei Tage nach dem Unglück erliegt ein weiterer Arbeiter seinen schweren Verletzungen.

Der Brand in einem der größten deutschen im Ruhrgebiet hat einen zweiten Arbeiter das Leben gekostet. Der 31-Jährige aus dem benachbarten Herten starb in einer Spezialklinik an seinen Brandverletzungen, wie die Polizei in Recklinghausen mitteilte. Bereits am Unglückstag hatte die Feuerwehr einen 45-Jährigen tot auf dem Werksgelände geborgen. Eine Obduktion ergab als Todesursache ebenfalls Brandeinwirkung. Beim Unglück am Samstag befanden sich 10 bis 15 Menschen an der Anlage.

Die Ursache ist bislang unklar. Brandexperten und Spezialisten des Landeskriminalamts suchen auf dem Gelände nach Hinweisen. Ein Ergebnis wird in den kommenden Tagen erwartet. Klar ist bislang, dass es ein Feuer in einem Kühlturm und einen Knall gegeben hat. Unklar ist, ob eine Explosion den Brand ausgelöst hat, oder ob es während eines Feuers eine Verpuffung gegeben hat. Anwohner hatten von einer Explosion gesprochen. Eine schwarze Rauchwolke, die nach Ausbruch des Feuers über die Stadt hinweggezogen war, hatte sich als ungefährlich erwiesen. Die Schadenshöhe im Chemiewerk ist noch nicht beziffert.

Am Standort Marl sind laut Infracor 10.000 Mitarbeiter beschäftigt. Das Gelände erstreckt sich über eine Fläche von 6,5 Quadratkilometern. "Die rund 100 Produktionsanlagen der hier ansässigen 30 Unternehmen stehen in einem engen stofflichen und energetischen Verbund und werden zum größten Teil rund um die Uhr betrieben", heißt es bei Infracor.

Quelle: ntv.de, dpa