Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 01:43 Kaja Kallas macht Witz über Gerhard Schröder +++

19.05.2026, 00:01 Uhr

Die europäische Außenbeauftragte Kaja Kallas hat sich über die Idee lustig gemacht, Ex-Kanzler Gerhard Schröder könne im Ukraine-Krieg vermitteln. Bei einem Treffen der EU-Außenminister habe jemand in einem Freud'schen Versprecher von dem Vorschlag gesprochen, "Schröder solle Russland vertreten". Darauf habe sie gesagt: "Ja! Schröder sollte Russland vertreten. Da stimmte ich absolut zu."

+++ 23:52 Selenskyj: Wir schicken den Angriffskrieg dorthin, wo er herkommt +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj spricht in seiner abendlichen Videoansprache über die jüngsten Angriffe gegen Ziele in Russland. "Wir schicken den russischen Angriffskrieg zurück nach Hause, an den einzigen Ort, von dem aus der Krieg gekommen ist", sagt er. "Früher war es ein Ereignis, wenn Dutzende ukrainischer Drohnen Russland angriffen, doch heute sind Hunderte unserer weitreichenden Angriffe täglich keine Sensation mehr, aber immer eine erfreuliche Nachricht, eine nützliche Nachricht."

+++ 22:20 Zehntausende Krimtataren von der Krim geflohen +++

Rund 50.000 Krimtataren sind wegen der russischen Besatzung und wegen des Kriegs von der Krim geflohen. Das sagt der Vorsitzende des Medschlis des krimtatarischen Volkes, Refat Tschubarow, im ukrainischen Fernsehen, meldet die Nachrichtenagentur Ukrinform. Die russischen Besatzer würden ihre Politik der Vertreibung von Krimtataren und Ukrainern von der Halbinsel fortführen. Der 18. Mai ist in der Ukraine der Tag für die Rechte der Krimtataren; es ist der Jahrestag ihrer Deportation durch die Sowjetunion. Ziel war die Vernichtung der Krimtataren als Volk. Der Medschlis ist eine Vertretung der Krimtataren. In Russland ist die Organisation verboten.

+++ 21:52 "Dem Krieg kann man nicht entkommen": Russische Deserteure kommen nicht ins Gefängnis +++

Angesichts steigender Verluste Russlands in der Ukraine sowie der unmenschlichen Behandlung durch Kommandeure desertieren nach einem Bericht des russischen Exilmediums Mediazona immer mehr russische Soldaten. Ihr Kalkül: lieber ins Gefängnis als an der Front zu sterben. Doch häufig werden sie nicht wegen Fahnenflucht verurteilt, sondern zurück in den Krieg geschickt. "Menschen flehen die Ermittler an, Strafverfahren gegen sie einzuleiten, und sie engagieren Anwälte, um ihr vermeintliches Recht auf eine Gefängnisstrafe zu verteidigen - doch selbst das hilft nicht immer", heißt es in dem Artikel unter der Überschrift "Dem Krieg kann man nicht entkommen".

+++ 21:03 Als Drohnen-Pilot angeworben, drei Monate später tot +++

Der erste namentlich bekannte Student, der in der jüngsten Mobilisierungsoffensive der russischen Armee angeworben wurde, ist tot. Das meldet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf den russischsprachigen Dienst der BBC. Der 23-jährige Valery Averin habe seinen Vertrag im Januar unterschrieben; ihm sei gesagt worden, er werde zum Drohnenpiloten ausgebildet. Drei Monate später wurde er in Luhansk getötet. Dem Bericht zufolge wurde er ohne militärische Erfahrung in den Kampf geschickt.

Die Ausbildung von "Freiwilligen" dauere oft nur wenige Tage, sagte der Russland-Experte Matthias Uhl im Interview mit ntv.de. "Kürzlich äußerte ein bekannter russischer Militärblogger, 85 Prozent der Verluste beträfen neu angeworbene Soldaten. Das spricht für ein extrem schlechtes Ausbildungsniveau. Der Bedarf an Nachschub von 'Menschenmaterial' ist offenbar so groß, dass die Armee glaubt, nicht viel Zeit für die Ausbildung aufwenden zu können."

+++ 20:51 Selenskyj: Putin führt Russland in den Bankrott +++

Der ukrainische Präsident Selenskyj sieht Russland im wirtschaftlichen Niedergang. Die russischen Staatseinnahmen hätten "dank unseres umfassenden Drucks auf allen Ebenen" ein deutlich höheres Defizit als geplant. "Putin hat zwar Geld für den Krieg bereitgestellt, aber sicherlich nicht so viel, um ihn endlos fortzusetzen." Zahlreiche russische Regionen befänden sich "in einem Zustand des Staatsbankrotts, und Putin führt Russland in den Bankrott", sagt Selenskyj in seiner abendlichen Videoansprache. Allein in diesem Monat sei die Kapazität der russischen Ölraffinerien um zehn Prozent zurückgegangen.

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