Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 07:17 Deutscher Botschafter protestiert in Moskauer Außenministerium gegen Falschbehauptungen +++
Die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens haben bei ihrem Besuch im Moskauer Außenministerium am Donnerstag Protest eingelegt gegen russische Falschbehauptungen. Nach Informationen des "Spiegels" aus Diplomatenkreisen brachten der deutsche Botschafter Alexander Graf Lambsdorff und seine Amtskollegen Nicolas de Rivière und Nigel Casey gegenüber dem stellvertretenden russischen Außenminister Michail Galusin eine Demarche - eine offizielle Intervention - gegen die von russischen Stellen verbreitete Behauptung vor, Frankreich und Großbritannien wollten die Ukraine atomar aufrüsten, um ihre Verhandlungsposition zu verbessern. Dies hatten der russische Auslandsgeheimdienst SWR sowie die Sprecherin des russischen Außenministeriums, Marija Sacharowa, behauptet.
+++ 06:25 Großbritannien beendet Import russischen Öls zum Jahresende vollständig +++
Die britische Regierung bestätigt den Zeitplan für das schrittweise Verbot von Importen raffinierter Öle aus Russland. "Das ist Teil eines kürzlich angekündigten Sanktionspakets, mit dem Putins Kriegsmaschinerie weiter unter Druck gesetzt werden soll", teilt London mit. Dieses Paket baut auf bestehenden Sanktionen Großbritanniens gegen russisches Öl auf, einschließlich des langjährigen Verbots der Einfuhr von Rohöl und raffinierten Produkten direkt aus Russland. Ab dem Jahreswechsel geht Großbritannien noch einen Schritt weiter: Ab dem Zeitpunkt gilt auch ein Verbot für die Einfuhr von aus russischem Rohöl hergestelltem raffiniertem Öl aus Drittländern.
+++ 05:39 Rheinmetall-Chef warnt vor Scheitern des deutsch-französischen Panzerprojekts MGCS +++
Der Vorstandschef von Deutschlands größtem Rüstungskonzern Rheinmetall, Armin Papperger, schließt nicht aus, dass Frankreich nach dem Aus für das deutsch-französische Kampfflugzeug FCAS auch beim Panzer-Projekt MGCS aussteigt. "Eine Gefahr ist immer da, aber es ist noch nichts entschieden", sagte Papperger der "Welt am Sonntag". Frankreich plane bereits, das Budget für das MGCS-Projekt drastisch zu kürzen. Im Gespräch sei ein Betrag "von weniger als der Hälfte" der bisherigen Planungen. "Wir haben null Entscheidungen über das finale Budget", sagt Papperger.
+++ 04:55 Dobrindt befürchtet Drohnenangriffen auf Bundestag +++
Bundesinnenminister Alexander Dobrindt sieht eine gestiegene Gefahr möglicher Drohnenangriffe auf den Deutschen Bundestag und die Gebäude weiterer Verfassungsorgane. In einem Brief an Bundestagspräsidentin Julia Klöckner schreibt der CSU-Politiker laut "Rheinischer Post", die wachsende Zahl von Drohnensichtungen in den vergangenen Monaten habe die Sicherheitsbehörden verstärkt sensibilisiert. Zum Schutz der Liegenschaften der Verfassungsorgane des Bundes bedürfe es seines Erachtens "einer konstanten Drohnenabwehrfähigkeit".
+++ 03:47 IWF gibt grünes Licht für weitere millionenschwere Hilfskredite für die Ukraine +++
Der Internationale Währungsfonds (IWF) ist nach eigenen Angaben bereit, der Ukraine im Rahmen seines Hilfsprogramms eine weitere Tranche in Höhe von 690 Millionen Dollar (umgerechnet 596 Millionen Euro) zur Verfügung zu stellen. Die Zahlung könne aber erst nach einer formellen Genehmigung des IWF-Vorstands fließen, gibt der Währungsfonds bekannt. Der Mitteilung zufolge werden sich die seit Jahresbeginn an die Ukraine gezahlten Hilfen damit auf 2,2 Milliarden Dollar (1,9 Milliarden Euro) erhöhen. Das entsprechende Programm des in Washington ansässigen IWF ist auf vier Jahre angelegt, während der insgesamt 8,1 Milliarden Dollar (sieben Milliarden Euro) an Kiew fließen sollen. Als Gegenleistung für die Kredite hatte der IWF Strukturreformen mit der Ukraine vereinbart.
+++ 02:42 Russland meldet Abschuss von 185 ukrainischen Drohnen - ein Toter +++
Russland ist Ziel eines massiven ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Das Verteidigungsministerium in Moskau meldet den Abschuss von 185 unbemannten Fluggeräten innerhalb von zwölf Stunden. Diese seien über rund einem Dutzend Regionen abgefangen worden, vor allem in Zentralrussland. In der Region Brjansk kam nach Angaben des dortigen Gouverneurs in einem grenznahen Dorf ein Mensch ums Leben. Eine weitere Person sei verletzt worden, teilt Jegor Kowaltschuk mit. Dem regionalen Einsatzstab zufolge wurden allein in der Region Brjansk 62 Drohnen zerstört. Auch die Hauptstadt Moskau wurde offenbar angegriffen. Mehrere auf die Metropole zusteuernde Drohnen seien abgewehrt worden, erklärt Bürgermeister Sergej Sobjanin im Kurznachrichtendienst Telegram. Fachleute untersuchten die Trümmerteile an den Absturzstellen. Nach einer Auswertung russischer Nachrichtenagenturen wurden in Moskau 27 Drohnen zerstört.
+++ 01:22 Insider: Dassault und Airbus streiten auch über Drohnenprojekt +++
Nach dem Aus für das europäische Kampfflugzeug FCAS streiten der französische Flugzeugbauer Dassault und Airbus Insidern zufolge nun auch über das Drohnenprojekt Eurodrone. Dassault fordere von Airbus eine Entschädigung, weil das französische Unternehmen einen geringeren Anteil an dem Vorhaben erhalten solle, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen. Hintergrund sei die Entscheidung der französischen Regierung, bis 2035 kein Geld für den Kauf der Drohnen zur Verfügung zu stellen. Dassault lehnt eine Stellungnahme ab. Airbus verweist auf Aussagen von Unternehmenschef Guillaume Faury, der im April gesagt habe, das Projekt werde "wahrscheinlich in einem etwas anderen Rahmen" fortgesetzt. Das französische Verteidigungsministerium antwortet bislang nicht auf eine Bitte um Stellungnahme.
+++ 00:20 UN: Höchststand ziviler Opfer in der Ukraine seit April 2022 +++
Die Vereinten Nationen haben in der von Russland angegriffenen Ukraine im Mai einen Höchststand an verletzten und getöteten Zivilisten innerhalb eines Monats seit April 2022 registriert. Mindestens 274 Menschen seien im Mai getötet und weitere 1763 verletzt worden, heißt es in einem Bericht des Büros des Hohen Kommissars für Menschenrechte. Das entspreche einem Anstieg um 93 Prozent im Vergleich zum Mai 2025, wo demnach 191 Tote und 865 Verletzte registriert worden waren. Auf Angriffe mit Raketen und Drohnen gehen demnach 45 Prozent der Opfer zurück, meist in Städten fernab der Front wie Kiew und Dnipro. Nahe der Front seien Drohnen mit kurzer Reichweite die Hauptursache für zivile Opfer gewesen. Noch nie seit Kriegsbeginn seien damit so viele Menschen in einem Monat getötet (64) und verletzt (539) worden wie im Mai.
+++ 23:09 Zusammenspiel mit Panzern: Heeresinspekteur will Tempo bei Drohnen +++
Das deutsche Heer will schnell mehr Drohnen und unbemannte Waffensysteme einführen. Für die Landstreitkräfte der Bundeswehr habe das Zusammenspiel von Panzertruppen und Einheiten, die Drohnen steuern, "höchste Bedeutung", sagt der Inspekteur des Heeres, Generalleutnant Christian Freuding, beim Besuch der Militärübung "Freedom Shield 2026" in Litauen.
Die im vergangenen Jahr formal in Dienst gestellt deutsche Panzerbrigade 45 trainiert bei der Militärübung erstmals das Gefecht auf litauischem Boden und hat dabei 350 Drohnen im Einsatz. Dem Inspekteur wurden dabei Gefechtsstände und Konzeptionen für den Drohneneinsatz vorgestellt.
+++ 22:10 Schutz des ukrainischen Sprachraums? Kiew schafft Schutzstatus für Russisch ab +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetz unterzeichnet, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. "Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen", erklärt der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk im Onlinedienst Facebook. Der Schritt sei "eine wichtige Entscheidung, um den ukrainischen Sprachraum zu schützen", fügt er hinzu. Nach der Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die die Ukraine unterzeichnet hat und die vom Europarat überwacht wird, genoss das Russische in der Ukraine bislang besondere Rechte. Vor Beginn des Krieges gab fast ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache an. Umfragen zufolge ist mit dem Krieg der Anteil Russisch sprechender Ukrainer zurückgegangen. Die Neuregelung macht Russischsprechen in der Ukraine nicht illegal. Die Behörden sind jetzt aber nicht mehr verpflichtet, Informationen oder Dienstleistungen auch auf Russisch anzubieten. Außerdem kann der Russisch-Unterricht an Schulen eingeschränkt werden.
+++ 21:39 Selenskyj bedankt sich: EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine +++
Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilt, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankt in sozialen Medien unter anderem den Partnern seines Landes in der EU. Die Ukraine tue wie angekündigt, was nötig sei, und es sei auch wichtig, dass die EU ihr Wort halte, schreibt er. Die Eröffnung des ersten Clusters sei eine wichtige politische und moralische Unterstützung für den Staat und die Menschen. Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu begrüßt die Entscheidung. Moldau sei bereit, alle Verhandlungsabschnitte zu öffnen, schreibt sie bei X und kündigt weitere Reformen an.
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