Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:05 Munz: In dem Fall "wäre Lettland sofort Kriegsteilnehmer" +++
Russland hält tagelange Übungen seiner Atomstreitkräfte ab. Bemerkenswert daran sei vor allem der Zeitpunkt, wie Moskau-Korrespondent Rainer Munz erklärt. Das aktuelle Manöver in Belarus richte sich indes ganz klar als Drohung gegen das Baltikum.
Litauens Präsident Gitanas Nauseda bezeichnet den durch eine mutmaßliche Drohnenbedrohung ausgelösten Luftalarm in der Hauptstadt Vilnius als "wichtige Lektion" für Bürger und Institutionen im Umgang mit Sicherheitsrisiken. "Wir müssen sie uns gut einprägen", sagt das Staatsoberhaupt des baltischen EU- und Nato-Landes dem litauischen Fernsehen. Nauseda ruft die Bevölkerung dazu auf, Warnungen ernst zu nehmen und verantwortungsbewusst zu handeln. Grund zur Überreaktion und Panik bestehe aber nicht. In Litauen mussten am Mittwoch bei einem erneuten Drohnenvorfall die Bewohner von Vilnius auf Aufforderung der Behörden vorsorglich Schutz suchen.
+++ 10:00 Selenskyj offen für Gespräche - kommt E3-Format zurück? +++
Präsident Wolodymyr Selenskyj hofft, in den kommenden Wochen wieder substanzielle dreiseitige Gespräche mit Russland und den Vereinigten Staaten aufnehmen zu können, diesmal unter Einbeziehung Europas. Berichten zufolge strebt Kiew eine Wiederbelebung des E3-Formats an, an dem Großbritannien, Frankreich und Deutschland beteiligt sind, da die Zweifel an der Wirksamkeit Washingtons als Vermittler zunehmen. Ukrainische Regierungsvertreter sind der Ansicht, dass ein stärkeres Engagement Europas den Druck auf Moskau erhöhen und die ins Stocken geratene Friedensdiplomatie wiederbeleben könnte.
+++ 09:35 Manns: Russlands Spione oft "Low-Level-Agents", China macht's subtiler +++
Deutsche Wissenschaftler, die im Auftrag des chinesischen Geheimdienstes nach China gelockt werden, geraten nach Erkenntnissen des Kölner Sicherheitsexperten Luca Manns in der Regel völlig arglos ins Netz von Spionen. Während Russland im Ausland teilweise auch mit geheimdienstlich gesteuerten Amateuren ("Low-Level-Agents") aggressiv auftrete, um einzuschüchtern - bis hin zur Sabotage oder sogar zum Staatsterrorismus - gehe China viel subtiler vor, erklärt der Geschäftsführer der Forschungsstelle Nachrichtendienste an der Universität Köln. "China ist leise unterwegs, langfristig angelegt, und die Spionage Chinas dient in erster Linie dazu, dem Ziel, globale wirtschaftliche Weltmacht zu werden, förderlich zu sein", sagt Manns im "Morgenecho" von WDR 5. "Und das heißt eben auch minimales Risiko: Also warum in Deutschland Personen abgreifen, wenn man sie vielleicht nach China einladen kann?" Wenn China in Deutschland aktiv werde, "dann eben möglichst geräuschlos".
+++ 09:03 Behörden: Zwei Tote bei ukrainischem Drohnenangriff in Russland +++
Bei einem ukrainischen Drohnenangriff in Russland sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet worden. Die Menschen seien bei einer Attacke der ukrainischen Streitkräfte auf die Stadt Sysran in der südwestlichen Region Samara gestorben, erklärt Gouverneur Wjatscheslaw Fedorischtschew im Onlinedienst Telegram. Ein weiterer Mensch sei verletzt worden. Sysran ist Standort einer bedeutenden Erdölraffinerie.
+++ 08:24 Russland übt Einsatz von Atomwaffen in Belarus +++
Russland hat nach eigenen Angaben im Rahmen eines großangelegten Manövers seiner Nuklearstreitkräfte einen Einsatz von Atomwaffen in Belarus geübt. Im Zuge der Übung seien nukleare Sprengköpfe in die Feldlager einer Raketenbrigade in Belarus geliefert worden, teilt das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die dortige Raketeneinheit übe die Übernahme von Spezialmunition für das mobile taktische Raketensystem Iskander-M. Dazu gehöre das Verladen der Munition auf Trägerfahrzeuge sowie die geheime Verlegung in ein vorgesehenes Gebiet zur Vorbereitung eines Starts. Russland hat nach einer Vereinbarung mit Belarus im Jahr 2023 taktische Atomwaffen in dem Nachbarland stationiert. Belarus ist ein enger Verbündeter Russlands und grenzt sowohl an die Ukraine als auch an die Nato-Staaten Polen, Litauen und Lettland. Das Kurzstreckenraketensystem Iskander-M kann sowohl mit konventionellen als auch mit atomaren Sprengköpfen bestückt werden und hat eine Reichweite von bis zu 500 Kilometern. Russland und Belarus hatten das Manöver angekündigt, das über drei Tage bis zu diesem Donnerstag dauern soll. Russland und Belarus probten bereits im vergangenen Jahr bei einem gemeinsamen Manöver den Einsatz von Atomwaffen.
+++ 07:58 Russische Goldreserven schrumpfen weiter +++
Die russische Zentralbank gibt bekannt, dass die Goldreserven des Landes im April 2026 den vierten Monat in Folge geschrumpft sind. Der Bestand sank im Laufe des Monats um 200.000 Unzen und seit Jahresbeginn um 900.000 Unzen, sodass sich die Gesamtmenge zum 1. Mai auf 73,9 Millionen Unzen Goldbarren belief. Dieser Rückgang um insgesamt 27,9 Tonnen Gold von Januar bis April stellt den stärksten Rückgang der Goldreserven des Landes innerhalb von vier Monaten seit 2002 dar. Infolgedessen sind die Gesamtbestände laut einem Bericht der "Moscow Times" auf den niedrigsten Stand seit März 2022 gesunken.
+++ 07:36 Stenergard: Russische Wirtschaft ist "fragiler, als sie erscheint" +++
Die schwedische Außenministerin Maria Malmer Stenergard warnt davor, Russlands wirtschaftliche Stärke zu überschätzen. In einem Gastbeitrag für die "New York Times" argumentiert sie, dass die russische Wirtschaft "fragiler ist, als sie erscheint". Laut schwedischen Analysen habe Russland sein Wirtschaftswachstum zwischen 2020 und 2024 übertrieben dargestellt. Während Moskau offiziell ein Wachstum von rund 13 Prozent melde, deute die Auswertung nächtlicher Lichtemissionen auf einen tatsächlichen Rückgang von etwa 8 Prozent hin.
+++ 07:07 Große Ölraffinerien in Zentralrussland stellen nach Drohnenangriffen die Produktion ein +++
Alle großen Ölraffinerien in Zentralrussland haben ihre Produktion nach den jüngsten Drohnenangriffen in der Ukraine vollständig eingestellt oder zurückgefahren, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Die Ölraffinerie Kirischi, eine der größten Russlands, ist bereits seit dem 5. Mai stillgelegt. Auch Standorte in Nischni Nowgorod, Rjasan, Jaroslawl und die Moskauer Ölraffinerie seien betroffen. Die betroffenen Raffinerien machen 30 Prozent der russischen Benzinproduktion und 25 Prozent der Dieselproduktion aus. Die Ölraffinerie in Kstovo war das jüngste Ziel eines ukrainischen Angriffs, doch es bleibt unklar, ob die Anlage die Produktion teilweise aufrechterhalten kann, berichtet die Nachrichtenagentur.
+++ 06:24 Verletzte bei erneuten Angriffen in Russland und der Ukraine +++
Bei ukrainischen Drohnenangriffen werden in der russischen Stadt Schebekino und in der russischen Grenzregion Belgorod nach Angaben örtlicher Behörden mindestens drei Menschen verletzt. Die Ukraine meldet ihrerseits einen Verletzten in der südöstlichen Stadt Dnipro.
+++ 06:01 Merz schlägt "assoziierte EU-Mitgliedschaft" der Ukraine vor +++
Angesichts des langwierigen EU-Beitrittsprozesses bringt Bundeskanzler Friedrich Merz eine Art vorübergehende Teilmitgliedschaft der Ukraine ins Spiel. "Ich schlage vor, die Idee einer 'assoziierten Mitgliedschaft' für die Ukraine weiter zu erörtern", schreibt Merz in Brief an die EU-Spitzen. Demnach soll Kiew etwa an Treffen des Rats der EU-Länder und des Europarats teilnehmen können, ohne jedoch ein Stimmrecht zu erhalten. Er stelle sich "eine politische Lösung vor, die die Ukraine der Europäischen Union und ihren Kerninstitutionen sofort wesentlich näherbringt, ohne die laufenden Beitrittsverhandlungen zu beeinträchtigen", schreibt Merz in dem Brief. Dies ist seiner Einschätzung nach ohne Vertragsänderungen möglich und würde "lediglich eine starke politische Einigung" erfordern.
+++ 05:40 Litauen: Kreml lenkt ukrainische Drohnen mit Absicht auf baltische Staaten um +++
Russland lenkt ukrainische Drohnen gezielt in Richtung der baltischen Staaten um und wirft diesen dann aggressive Akte gegen Russland vor, berichtet Ukrinform mit Verweis auf einen X-Post des litauischen Außenministers Kestutis Budrys. "Russland lenkt ukrainische Drohnen absichtlich in den baltischen Luftraum um und führt gleichzeitig Verleumdungskampagnen gegen Litauen, Lettland und Estland", schreibt er. Laut Budrys handelt es sich dabei um einen klaren Akt der Verzweiflung - einen Versuch, Chaos zu stiften und von der einfachen Tatsache abzulenken, dass die Ukraine der russischen Militärmaschinerie schwere Schläge versetzt. "Meine Botschaft an den Kreml: Netter Versuch. Wieder gescheitert. Die Nato steht geeint zusammen. Wir sind bereit, jeden Zentimeter des alliierten Territoriums zu verteidigen - in der Luft, an Land und auf See", erklärt Budrys.
+++ 04:53 Steinmeier: Zweifel, ob freiwilliger Wehrdienst ausreicht +++
Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist skeptisch, ob der neue freiwillige Wehrdienst ausreicht, um die Bundeswehr wie gewünscht personell aufzustocken. "Ich zweifle, ob die Freiwilligkeit ausreicht", sagt Steinmeier im Podcast "Vorangedacht" des Portals "t-online". "Wenn sich herausstellen sollte, dass die Freiwilligkeit, die wir gegenwärtig im Dienstrecht der Bundeswehr verankert haben, nicht ausreichen wird, um auf eine notwendige Personenzahl der Soldatinnen und Soldaten zu kommen, dann wird die Debatte über die Wehrpflicht wieder aktuell werden", prognostiziert das Staatsoberhaupt. Steinmeier erneuert zugleich seinen Vorschlag zu einer sozialen Pflichtzeit für alle Bürger.
+++ 03:33 Verteidigung Europas: Nato tagt in Schweden +++
Überschattet von neuen transatlantischen Spannungen wegen des Iran-Kriegs kommen die Außenminister der Nato-Staaten am heutigen Donnerstag zu einem zweitägigen Treffen in Schweden zusammen. Bei den Beratungen in der Hafenstadt Helsingborg soll es insbesondere darum gehen, wie die Europäer möglichst schnell ihre militärischen Fähigkeiten ausbauen können, um künftig die Hauptverantwortung für die konventionelle Verteidigung des Kontinents zu übernehmen. Dies ist der Wunsch der USA, die eine fairere Lastenteilung fordern und sich stärker auf Herausforderungen durch Länder wie China konzentrieren wollen.
+++ 02:13 Deutsches Forschungszentrum arbeitete für russischen Oligarchen +++
Das Forschungszentrum Jülich (FZJ), eine mit jährlich mehr als 500 Millionen Euro öffentlich geförderte Forschungseinrichtung des Bundes und des Landes Nordrhein-Westfalen, hat zwischen 2022 und 2025 fünf Auftragsarbeiten für die Euro-Chem Agro GmbH durchgeführt und dafür 221.457 Euro erhalten. Das geht aus Antworten des FZJ auf Anfragen der "Süddeutschen Zeitung" hervor. Das FZJ stellte Euro-Chem Agro zudem seine mit Steuermitteln finanzierte Forschungsinfrastruktur zur Verfügung. Die Euro-Chem Agro GmbH mit Sitz in Mannheim ist eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Euro-Chem Group AG, Schweiz, die wirtschaftlich dem russischen Milliardär Andrey Melnichenko zuzurechnen ist. Melnichenko wurde von der EU am 9. März 2022 sanktioniert, wenige Tage nach dem russischen Angriff auf die Ukraine. Seine Frau Aleksandra, auf die er formell einen Tag vor seiner Sanktionierung Anteile übertragen hatte, wurde ebenfalls sanktioniert. Bei seinen Sanktionslistenprüfungen beschränkte sich das FZJ nach eigenen Angaben auf den unmittelbaren Vertragspartner Euro-Chem Agro GmbH - ohne die Eigentümerstruktur zu hinterfragen. Euro-Chem lehnte eine schriftliche Stellungnahme ab.
+++ 00:56 Großbritannien streitet über Öl-Sanktionen gegen Russland +++
Unter dem durch den Iran-Krieg entstandenen Energiepreisdruck ist die britische Regierung mit einem neuen Sanktionspaket gegen Russland in Erklärungsnot geraten. Zwar verhängte London ein Importverbot für Flugzeugtreibstoff und Diesel, die in Drittländern aus russischem Öl hergestellt wurden - zugleich wurde aber eine Ausnahmegenehmigung erlassen, die eine Einfuhr vorerst weiterhin ermöglicht. Nach einer lautstarken Parlamentsdebatte wehrt sich die Regierung gegen den Vorwurf unter anderem aus der Opposition, Sanktionen gegen Russland gelockert zu haben. Premierminister Keir Starmer spricht von einem "starken Sanktionspaket", das weit über die bestehenden Maßnahmen hinausgehe. Es gehe "keineswegs darum, bestehende Sanktionen aufzuheben". Die Ausnahmegenehmigung sei eine schrittweise Einführung der Sanktionen, teilt die Regierung mit.
+++ 23:52 Ungarns Regierungschef stellt Treffen mit Selenskyj in Aussicht +++
Der ungarische Ministerpräsident Peter Magyar stellt ein Treffen mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj im Juni in Aussicht, falls eine Einigung über die Rechte der ungarischen Minderheit erzielt wird. Er hoffe auf einen schnellen Abschluss der Gespräche, sagt Magyar bei einem Besuch in Polen. Fortschritte bei den Rechten der rund 150.000 ethnischen Ungarn in der Ukraine seien eine Voraussetzung für die Zustimmung Budapests zu einem EU-Beitritt des Nachbarlandes.
+++ 22:49 Kreml schließt baldiges Putin-Trump-Treffen nicht aus +++
Russland schließt ein Treffen von Präsident Wladimir Putin mit US-Präsident Donald Trump auf dem Gipfel der Asiatisch-Pazifischen Wirtschaftsgemeinschaft Apec im November in China nicht aus. Dies meldet die Nachrichtenagentur Interfax unter Berufung auf Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Er äußert sich am Rande eines Besuchs von Putin in der Volksrepublik.
+++ 22:00 Ukraine: Haben russisches Ausbildungszentrum für Drohnenpiloten zerstört - 65 Soldaten getötet +++
Nach Angaben des Kommandeurs der ukrainischen Drohnenstreitkräfte haben seine Einheiten ein Ausbildungszentrum für Drohnenpiloten der russischen Streitkräfte in der besetzten Stadt Snischne im Gebiet Donezk angegriffen und zerstört. Dies teilt Robert Brovdi auf Facebook mit. Demnach wurden bei dem Angriff mindestens 65 Soldaten getötet, darunter der Leiter des Zentrums. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.
+++ 21:15 Russisches Spionagenetzwerk: Ex-Beamter mit Verbindung zu Wirecard-Manager in Wien verurteilt +++
Ein ehemaliger österreichischer Verfassungsschützer ist wegen Spionage für Russland verurteilt worden. Die Geschworenen am Landesgericht Wien sahen es als erwiesen an, dass der 63-jährige Egisto Ott als Komplize des geflüchteten ehemaligen Wirecard-Managers Jan Marsalek tätig war. Ott wurde auch wegen Amtsmissbrauchs schuldig gesprochen. Die Staatsanwaltschaft warf Ott vor, unter anderem Informationen zu Russen gesammelt zu haben, die aus ihrer Heimat geflohen waren - darunter ein Ex-Geheimdienstmitarbeiter, der bei Russlands Präsident Wladimir Putin in Ungnade gefallen war. Außerdem soll er Handys von führenden Beamten des österreichischen Innenministeriums beschafft und über Mittelsmänner nach Moskau geliefert haben. Otts Verbindung nach Moskau lief nach Darstellung der Anklage über ein Spionagenetzwerk. Darin soll nicht nur der mit internationalem Haftbefehl gesuchte Marsalek eine zentrale Rolle gespielt haben, sondern auch eine Gruppe von Bulgaren, die vergangenes Jahr in London als Teil eines russischen Spionagerings verurteilt wurden. Dazu legte die Staatsanwaltschaft zahlreiche Chatnachrichten zwischen den Bulgaren und einem Account vor, der Marsalek zugerechnet wird. Ohne Ott namentlich zu nennen, besprachen sie detailliert Spionage-Operationen, die dieser aus Sicht der Ermittler nachweislich durchgeführt hatte.Ott hat die Vorwürfe vor Gericht bestritten. Er habe nicht für Moskau gearbeitet, sondern in Zusammenarbeit mit einem westlichen Dienst eine geheime Operation durchgeführt, erklärte er. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.
Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.