Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 11:02 Sikorski: Besser, wenn polnische Firmen nicht an Wiederaufbau von Lwiw beteiligt sind +++
Der polnische Außenminister deutet an, dass es vielleicht besser wäre, wenn polnische Unternehmen nicht am Wiederaufbau von Lwiw beteiligt wären, und verwies dabei auf einen laufenden Rechtsstreit zwischen der Stadt in der Westukraine und einem polnischen Bauunternehmen. Der Bürgermeister von Lwiwi, Andriy Sadovyi, hatte am Mittwoch bekanntgegeben, dass die Stadt Finanzmittel in Höhe von 2,5 Millionen Euro gesichert und sechs Kooperationsvereinbarungen mit ausländischen Partnern unterzeichnet habe. Die von Lwiw angekündigten Vereinbarungen betreffen Unternehmen und Institutionen aus mehreren Ländern, jedoch keine aus Polen. In einem Kommentar zur Abwesenheit polnischer Unternehmen schreibt Außenminister Radosław Sikorski auf X: "Vielleicht ist es sogar besser so. Das polnische Unternehmen, das in Lwiw eine Müllverbrennungsanlage gebaut hat, wartet schon seit langer Zeit auf seine Bezahlung."
+++ 10:33 30 Jahre Ukraine-Verfassung: Hubig lobt Einsatz fürs Recht +++
Bundesjustizministerin Stefanie Hubig bekundet bei einer Konferenz zum 30-jährigen Verfassungsjubiläum Respekt für den Mut der ukrainischen Bevölkerung. Dieser zeige sich nicht nur bei den Soldaten, sondern auch auf der Ebene der Politik, bei den Menschen, die trotz des Krieges zur Arbeit und zur Schule gingen und wenn sich Ukrainer für den Rechtsstaat engagierten, sagt sie vor den Konferenzteilnehmern in Kiew. Sie wünsche der Ukraine "Freiheit, Selbstbestimmung und vor allem einen gerechten Frieden."
+++ 09:57 Kasachstan drosselt Ölförderung nach Angriff auf russische Anlage +++
Kasachstan drosselt nach einem ukrainischen Drohnenangriff auf eine Gasverarbeitungsanlage im benachbarten Russland die eigene Produktion. Die Förderung am Öl- und Gasfeld Karatschaganak sei reduziert worden, teilt Energieminister Erlan Akkenschenow mit. Die Gasversorgung im Inland sei aber gesichert. Das in Karatschaganak geförderte Gas wird gewöhnlich zur Weiterverarbeitung über die Grenze in das russische Werk in Orenburg geliefert. Die Ukraine hatte am Mittwoch erklärt, die Anlage, die rund 1700 Kilometer von der eigenen Grenze entfernt liegt, angegriffen zu haben.
+++ 09:37 EU will wehrfähigen Ukrainern keinen Schutzstatus mehr gewähren +++
Ukrainische Männer sollen sich einem Einsatz im Krieg gegen Russland künftig schwerer entziehen können und nicht mehr so einfach Zuflucht in Deutschland oder anderen EU-Staaten finden. 23- bis 60-Jährige, die von der Ukraine keine Ausreiseerlaubnis bekommen, sollen nach einem Vorschlag der Europäischen Kommission von den vereinfachten Aufnahmeregeln für Flüchtlinge ausgenommen werden.
+++ 09:07 Ukrainischer Botschafter besorgt über AfD-Höhenflug +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, zeigt sich besorgt über die hohen Umfragewerte der AfD. "Das macht mir Sorgen", sagt er dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Als Botschafter könne er den Deutschen nicht sagen, wen sie wählen sollten. "Aber wenn einzelne Parteien so klar die russische Linie vertreten, wenn sie kein einziges Wort der Kritik an Russland richten, wenn ihre Vertreter auf Empfängen der russischen Botschaft lachend für Fotos posieren, kann ich das angesichts der vielen von Russen begangenen Kriegsverbrechen nicht akzeptieren. "Auf die Frage, ob er Kontakte zu AfD-Abgeordneten oder der Parteispitze habe, sagt er: "Ich pflege keine Kontakte zu undemokratischen Parteien." Dass AfD-Abgeordnete zum St. Petersburger Wirtschaftsforum gereist waren, sei "eine Parteinahme für einen Aggressor und der Versuch, einen Vernichtungskrieg zu relativieren und zu rechtfertigen".
+++ 08:37 IAEA: Wichtige Stromleitung am AKW Saporischschja repariert" +++
Am ukrainischen Atomkraftwerk Saporischschja sind nach Angaben der UN-Atomaufsicht IAEA wichtige Reparaturen abgeschlossen worden, die aber noch durch weitere Arbeiten ergänzt werden müssen. Die Reparatur einer zentralen Stromleitung und weiterer für die nukleare Sicherheit entscheidender Infrastruktur sei während einer vorübergehenden lokalen Feuerpause erfolgt, teilt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) mit. Die Stromleitung sei jedoch noch nicht wieder in Betrieb genommen worden, da das angeschlossene Umspannwerk schwer beschädigt sei. Die Reparaturarbeiten dort dauerten an. Mit einem baldigen Abschluss sei nicht zu rechnen, so die IAEA weiter.
+++ 07:58 Ukraine suspendiert Kommandeur der Sturmtruppe "Skelia" +++
Der Kommandeur des 425. eigenständigen Sturmregiments der Ukraine, Oberstleutnant Yurii Harkavyi, wird im Rahmen einer Untersuchung wegen mutmaßlicher Verstöße gegen die Rechte von Soldaten vom Dienst suspendiert, wie der Pressesprecher der Einheit gegenüber dem "Kyiv Independent" mitteilt. Die Sturmtruppe, besser bekannt als "Skelia", die Berichten zufolge überdurchschnittlich hohe Verluste im Einsatz erlitten hat, geriet diese Woche ins Visier der Öffentlichkeit, nachdem eine Untersuchung des ukrainischen Nachrichtenportals "Babel" Vorwürfe von Misshandlungen innerhalb der Einheit sowie mindestens 26 Todesfälle unter Rekruten außerhalb von Kampfhandlungen ans Licht brachte. Am Tag nach der Veröffentlichung der Untersuchung teilte das ukrainische Ermittlungsamt mit, dass es eine Voruntersuchung gegen das "Skelia"-Regiment eingeleitet habe.
+++ 07:14 Russland: In der Nacht 660 ukrainische Drohnen abgeschossen +++
Die russische Luftabwehr hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums in der Nacht zum Freitag 660 ukrainische Drohnen abgeschossen. Drohnen seien über mehr als einem Dutzend Regionen zerstört worden, erklärt das russische Verteidigungsministerium. Betroffen gewesen seien unter anderem die Region Moskau und die annektierte Halbinsel Krim. Die Zahl ist eine der höchsten seit Beginn des Konflikts.
+++ 06:52 Ukraine: Belarus bei Aufbau militärischer Infrastruktur an der Grenze "vor der Fertigstellung" +++
Präsident Wolodymyr Selenskyj warnt erneut vor einer "möglichen Ausweitung der Aggression" Belarus' gegen die Ukraine und berichtet, dass der Bau verschiedener militärischer Infrastrukturen entlang der belarussisch-ukrainischen Grenze "kurz vor der Fertigstellung" stehe. "Der Bau von Straßeninfrastruktur sowie von Lagerstätten für Munition, Treibstoff und Schmierstoffe steht kurz vor dem Abschluss", schreibt der Präsident in den sozialen Medien. "Diese Anlagen dienen ausschließlich militärischen Zwecken", fügt Selenskyj hinzu. Im Laufe des Jahres 2026 haben ukrainische Amtsträger immer wieder auf Anzeichen hingewiesen, dass Moskau, der engste Verbündete von Minsk, möglicherweise versucht, Weißrussland stärker in seine Konfrontation mit Kiew hineinzuziehen, um die Kriegsanstrengungen des Kremls zu unterstützen.
+++ 06:15 Drohnenangriff beschädigt Industrieanlage in russischer Region Tula +++
Bei einem Drohnenangriff auf die russische Region Tula wurde nach Angaben des dortigen Gouverneurs eine Industrieanlage in der Stadt Nowomoskowsk beschädigt. Um was für eine Anlage es sich genau handelt, teilt Gouverneur Dmitri Miljajew auf dem Kurznachrichtendienst Telegram nicht mit. In der Gegend befinden sich mehrere große Chemiewerke. Zudem seien Stromleitungen beschädigt und eine Frau verletzt worden, schreibt er weiter.
+++ 05:39 Kiew als Lehrmeister: Südkorea will Drohnen-Streitkräfte massiv ausbauen +++
Südkorea zieht Lehren aus dem Krieg in der Ukraine und will nach Angaben der Regierung seine Drohnen- und Anti-Drohnen-Streitkräfte massiv ausbauen. Dafür sollen 500.000 sogenannte "Drohnen-Krieger" ausgebildet werden. Damit solle das Arsenal an unbemannten Waffensystemen vergrößert werden, um Nordkorea etwas entgegenzusetzen, teilt das Verteidigungsministerium mit. Bis 2029 plane das Militär die Herstellung von 110.000 Drohnen für Heer, Marine, Luftwaffe und Marineinfanterie, mit dem Ziel, Drohnen zu einem Standardausrüstungsgegenstand für jeden einzelnen Soldaten zu machen. Zudem sollen mehr als 20.000 kostengünstige Einwegdrohnen angeschafft werden. Drohnen dürften nicht länger nur von wenigen Einheiten genutzt werden, sondern müssten ein universelles Kampfmittel werden, sagt Verteidigungsminister Ahn Gyu-back. Sie sollten von den Soldaten wie eine "zweite persönliche Waffe" eingesetzt werden. Bei der Produktion werde aus Sicherheitsbedenken vollständig auf südkoreanische Bauteile gesetzt und auf chinesische Komponenten verzichtet. "In großer Zahl eingesetzte, kostengünstige Drohnen verändern die Art der Kriegsführung grundlegend", erklärt Ahn mit Bezug auf die Ukraine.
+++ 04:52 Partisanen enttarnen russische Anlagen zur Steuerung von Militärsatelliten +++
Agenten der Partisanenbewegung ATESH haben eine Aufklärungsmission an drei russischen Militärinfrastrukturstandorten in der besetzten Krim durchgeführt. Laut Ukrinform fanden die Missionen in den Gebieten von Zaozerne und Vityne statt. Mit einem Verweis auf einen Telegram-Post der Partisanen, berichtet Ukrinform, alle drei Standorte seien mit der Militäreinheit 81415 verbunden - dem NIP-16 Weltraumkommunikationszentrum und dem 40. separaten Kommando- und Messkomplex. Die Fundorte wurden trotz umfangreicher Videoüberwachung und der Anwesenheit von Militärpersonal entlang der gesamten Strecke nacheinander dokumentiert. Vityne wurde als der am stärksten befestigte Standort identifiziert, mit einer hohen Konzentration an Militärpersonal und verstärkten Kontrollpunkten. Laut ATESH deutet dieses hohe Sicherheitsniveau auf die Bedeutung der Anlage für die russischen Streitkräfte hin. NIP-16 ist eine Bodenstation zur Steuerung militärischer Satelliten.
+++ 03:56 Rüstungsfirma will zügig Raketenabwehrsystem bauen +++
Das ukrainische Rüstungsunternehmen Fire Point will nach einer Übereinkunft mit dem deutschen Partner Hensoldt den Aufbau eines europäischen Raketenabwehrsystems beschleunigen. Erste Abfangraketen des Typs FP-7X sollten Ende des Jahres einsatzbereit sein, sagt Fire-Point-Mitgründer Denys Schtylierman. Das ukrainische Unternehmen und Hensoldt hatten erst Mitte Juni eine Absichtserklärung zum Bau eines ballistischen Raketenabwehrsystems unterzeichnet. Hensoldt soll für das System sein Hochleistungsradar TRML-4D liefern. Der Mangel an Raketenabwehrsystemen gehört zu den größten Herausforderungen für die Ukraine nach dem russischen Überfall.
+++ 02:56 Krim-Behörden zu Stromabschaltungen gezwungen +++
Als Reaktion auf ukrainische Drohnenangriffe kündigen die Behörden auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim weitere Stromabschaltungen an. "Die Energieinfrastruktur wurde durch feindliche Angriffe beschädigt, daher wird es auf der gesamten Krim zu vorübergehenden Stromausfällen kommen", teilt der von Moskau eingesetzte Gouverneur Sergej Aksjonow mit. Die Unterbrechung der Stromversorgung erfolge "gezielt" und je nach Bedarf. Letzte Nacht wurde die Krim nach russischen Behördenangaben erneut von ukrainischen Angriffen getroffen. Laut Aksjonow wurden dabei zwei Menschen getötet, darunter ein Kind. Russland überzieht die Ukraine seit mehr als vier Jahren täglich mit Luftangriffen. Zuletzt hatte die ukrainische Armee ihre Gegenangriffe verstärkt. Sie greift nach Angaben Kiews neben militärischen Zielen vor allem die russische Öl- und Energieinfrastruktur an, um Russlands Kriegskasse zu schwächen.
+++ 01:37 Ukrainischer Botschafter Makeiev: Putin wird für Kiews Nato-Beitritt sorgen +++
Der ukrainische Botschafter in Deutschland, Oleksii Makeiev, zeigt sich zuversichtlich über einen Nato-Beitritt seines Landes. "Es wird irgendwann so weit sein. Schließlich haben wir die größte, stärkste und erfahrenste Armee in Europa", sagt Makeiev dem Redaktionsnetzwerk Deutschland (RND). Russlands Präsident Wladimir Putin werde dies nicht verhindern können, sondern sogar dafür sorgen, dass der Beitritt vollzogen werde. "Er hat es mit seinem Angriff auf die Ukraine schon geschafft, dass Finnland und Schweden der Nato beigetreten sind. Das wird ihm auch bei der Ukraine gelingen", sagt Makeiev.
+++ 00:25 Verletzte nach Raketenangriff auf Kiew +++
Mindestens zwei Menschen sind nach Behördenangaben bei einem russischen Raketenangriff auf Kiew verletzt worden. Die beiden Verletzten seien ambulant behandelt worden, teilt Bürgermeister Vitali Klitschko mit. Seinen Angaben nach sind im Stadtbezirk Darnyzkyj im Südosten der ukrainischen Hauptstadt Lager in Brand geraten. Über weitere Schäden ist bisher nichts bekannt.
+++ 23:15 Ex-Chef der ukrainischen Terrorabwehr wegen Hochverrats verurteilt +++
Ein ehemaliger hochrangiger Mitarbeiter des ukrainischen Inlandsgeheimdienstes ist wegen Hochverrats für schuldig befunden worden. Wie der Generalstaatsanwalt der Ukraine, Ruslan Kravchenko, bekanntgibt, wird der ehemalige Chef der Antiterrorabteilung, Dmytro Kozyura, zu einer lebenslangen Haftstrafe verurteilt. Für Geld soll Kozyura dem russischen Inlandsgeheimdienst zwischen 2018 und 2025 Informationen geliefert haben. Laut der Generalstaatsanwaltschaft übermittelte er während des Krieges systematisch Informationen über die Folgen von Raketenangriffen auf Objekte in Kiew, Standorte von Geheimdienst-Einheiten, Daten zu Militäreinheiten, sowie geheime Dokumente zur kritischen Infrastruktur und deren Schutz.
+++ 22:04 Explosionen in Kiew nach Warnung vor russischen Raketen +++
In Kiew sind am Abend während eines Luftalarms mehrere Explosionen zu hören. Das berichten Journalisten der Nachrichtenagentur AFP. Zuvor hatten die ukrainische Luftwaffe und die Stadtverwaltung vor russischen ballistischen Raketen gewarnt, die in Richtung der Hauptstadt abgefeuert worden seien. Kiews Bürgermeister Vitali Klitschko erklärt bei Telegram, die Luftabwehr sei im Einsatz. Er rief die Einwohner auf, Schutzräume aufzusuchen. In einer weiteren Mitteilung erklärt Klitschko, im Bezirk Darnyzja seien Raketentrümmer auf einer Freifläche niedergegangen. Rettungskräfte seien auf dem Weg zu dem Ort.
+++ 21:37 Rubio: "Es gab keine Vereinbarung in Alaska" +++
US-Außenminister Marco Rubio bestreitet, dass die USA und Russland in Alaska eine Vereinbarung zum Ukraine-Krieg getroffen hätten. "Es gab einen Vorschlag in Alaska, aber es gab keine Vereinbarung in Alaska", sagt Rubio auf Nachfrage eines Reporters. "Hätte es eine Vereinbarung gegeben, wäre der Krieg bereits beendet." Dem Außenminister zufolge sind die USA weiterhin bereit, jede konstruktive Rolle zu übernehmen, um ein Kriegsende herbeizuführen. Hintergrund ist der Gipfel der Präsidenten Wladimir Putin und Donald Trump in Alaska im vergangenen August. Die russische Agentur Interfax zitierte am Dienstag Vize-Außenminister Sergej Rjabkow mit den Worten, die USA seien von "grundlegenden Vereinbarungen" abgewichen. Außenminister Sergej Lawrow deutete an, der Gipfel sei möglicherweise ein "Trick der USA gewesen, um Zeit für die Wiederbewaffnung des Kiewer Regimes zu gewinnen". Putin habe damals einem US-Vorschlag zugestimmt, was einen Kompromiss dargestellt habe. Nun fordere Washington weitere Zugeständnisse. Dennoch wolle Russland im Gespräch bleiben und erwarte den Besuch der US-Sondergesandten Steve Witkoff und Jared Kushner. Mehr dazu lesen Sie hier.
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