Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 10:36 Russischer Armeechef: Ein Dutzend ukrainische Dörfer im Februar eingenommen +++

15.02.2026, 00:01 Uhr

Russlands Armeechef Waleri Gerassimow hat dem Verteidigungsministerium zufolge russische Truppen in der Ukraine besucht und die Einnahme ukrainischer Dörfer durch die russischen Streitkräfte gemeldet. In den ersten zwei Februarwochen hätten die russischen Streitkräfte ein Dutzend Dörfer im Osten der Ukraine eingenommen, zitiert das russische Verteidigungsministerium Gerassimow. Die Nachrichtenagentur AFP konnte diese Angaben bislang nicht unabhängig überprüfen. Gerassimow zufolge rücken russische Truppen in Richtung Slowjansk vor. Das Industriezentrum war 2014 kurzzeitig in der Hand pro-russischer Separatisten und wird seitdem häufig von Russland angegriffen. Die russischen Streitkräfte sind etwa 15 Kilometer von der Stadt entfernt. Gerassimov erklärte zudem, Moskau werde eine "Sicherheitszone" in den Grenzgebieten im Nordosten der Regionen Sumy und Charkiw ausweiten. Zudem werde er mit Offizieren "weitere Schritte in Richtung Dnipropetrowsk" besprechen. Im Herbst hatte sich Russlands Vormarsch beschleunigt. Das Ziel, die ostukrainische Region Donezk zu erobern, hat Russland in rund vier Jahren Krieg allerdings nicht erreicht.

+++ 09:58 Russischer Hafen Taman bei ukrainischem Drohnenangriff beschädigt +++

Bei einem ukrainischen Drohnenangriff auf den russischen Schwarzmeerhafen Taman in der Oblast Krasnodar sind nach Angaben der örtlichen Behörden Anlagen zur Ölverladung beschädigt worden. Zwei Menschen seien verletzt worden, teilt der Gouverneur von Krasnodar, Wenjamin Kondratjew, bei Telegram mit. Ein Öltank, ein Lagerhaus und Terminals im Dorf Wolna seien beschädigt worden. Mehr als 100 Einsatzkräfte seien vor Ort, um mehrere Brände zu löschen. Separate Angriffe auf den Ferienort Sotschi und das Dorf Jurowka nahe der Küstenstadt Anapa hätten geringere Schäden verursacht. Der Hafen von Taman ist ein wichtiger Umschlagplatz für Öl. Zudem exportiert Russland über den Hafen Getreide, Kohle und andere Rohstoffe. Krasnodar war wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe. (Mehr dazu auch im Eintrag um 7:08 Uhr)

+++ 09:22 "Diese Lok fährt nirgends mehr hin" - Partisanen verüben Anschlag auf russische Eisenbahn +++

Die ATESH-Bewegung, eine ukrainische Widerstandsgruppe, hat einen Brandanschlag auf einen Eisenbahnknotenpunkt im russischen Orjol verübt. Das meldet die Partisanengruppe bei Telegram. Demnach wurde eine elektrische Güterzuglokomotive des Typs VL80 in Brand gesetzt und wichtige Anlagenteile außer Gefecht gesetzt. Die VL80 wird als "Arbeitspferd der russischen Eisenbahnen" beschrieben. Sie ist laut der Bewegung eine Schwerlastlokomotive, die zum Transport tonnenschwerer Militärzüge eingesetzt wird. "Diese Lokomotive fährt nirgends mehr hin", schreiben die Widerstandskämpfer. Die zerstörte Lokomotive soll aktiv genutzt worden sein, um Ausrüstung, Munition und Treibstoff aus dem Hinterland in die russischen Grenzgebiete zu transportieren und so die Truppenverbände in der Oblast Sumy zu verstärken. "Solange nach einer Ersatzlokomotive gesucht wird, erreichen Granaten und Ausrüstung die Front nicht rechtzeitig", heißt es.

+++ 08:44 Ukrainische Verteidiger wehren 55 von 83 Drohnen in der Nacht ab +++

Die ukrainischen Luftverteidigungskräfte haben seit Samstagabend 55 von 83 von Russland gestarteten Drohnen neutralisiert. Das meldet die ukrainische Luftwaffe bei Telegram. Bei den abgeschossenen Drohnen handelt es sich demnach hauptsächlich um Kampfdrohnen vom Typ Shahed, Gerbera und Italmas.

+++ 08:16 Kiew: 1250 russische Soldaten innerhalb eines Tages "eliminiert" +++

Kiew macht täglich Angaben zu den personellen Verlusten auf russischer Seite. Laut Ukraine sind es 1250 russische Soldaten, die am vergangenen Tag verletzt oder getötet worden sind. Nach Angaben des ukrainischen Verteidigungsministeriums sind seit Beginn des Krieges im Februar 2022 insgesamt 1.253.270 russische Soldaten "eliminiert" worden. Wie das Verteidigungsministerium in seinen täglichen Angaben zu den Verlusten Russlands verkündet, sollen es rund 11.700 Panzer und fast 135.000 Drohnen sein, die sich nicht mehr im Besitz des russischen Militärs befinden oder zerstört wurden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. Moskau selbst hält sich mit Informationen zu eigenen Verlusten in der Ukraine zurück.

+++ 07:31 Geheimdienst: Haben Hälfte der russischen Pantsir-Flugabwehrsysteme zerstört +++

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat nach eigenen Angaben die Hälfte der russischen Pantsir-Flugabwehrsysteme zerstört, "Das Pantsir-System ist eines der modernsten und wichtigsten Flugabwehrsysteme Russlands. Die Kosten eines einzelnen Systems liegen zwischen 15 und 20 Millionen US-Dollar. Diese Flugabwehrraketensysteme sind äußerst effektiv im Kampf gegen ukrainische Langstreckendrohnen", heißt es in einer Mitteilung. Die "systematische Zerstörung" des Flugabwehrsystems habe das "strategische Ziel", so der SBU, Russland für Langstreckenangriffe verwundbar zu machen.

+++ 07:08 Russische Oblast Krasnodar Ziel von Drohnenangriff +++

Die russische Oblast Krasnodar ist Gouverneur Wenjamin Kondratjew zufolge Ziel eines schweren ukrainischen Drohnenangriffs geworden. Der Hafen Taman sei beschossen worden. Ein Feuer sei ausgebrochen. Ein Öltank, ein Lagerhaus und Terminals des Hafens seien beschädigt worden, teilt Kondratjew mit. Krasnodar war wiederholt Ziel ukrainischer Angriffe. Die Oblast liegt im Südwesten Russlands am Schwarzen Meer und gegenüber der 2014 von Russland annektierten ukrainischen Halbinsel Krim, mit der sie durch die Brücke von Kertsch verbunden ist.

+++ 06:14 Drohne trifft Wohnhaus: Drei Menschen bei russischem Angriff auf Saporischschja verletzt +++

Bei einem Angriff des russischen Militärs in Saporischschja sind drei Menschen verletzt worden, wie Ivan Fedorow, Leiter der Militärverwaltung der Region Saporischschja, bei Telegram mitteilt. "Durch den Angriff einer russischen Shahed-Drohne ist ein Wohnhaus beschädigt worden und ein Feuer ausgebrochen", schreibt er. Laut Fedorow handelt es sich bei den drei Verletzten um einen 75-jährigen Mann und zwei Frauen im Alter von 73 und 55 Jahren.

+++ 05:08 Berichte: Hunderte Drohnen über russischer Region Krasnodar +++

Die Ukraine hat offenbar einen großen Schwarm Drohnen über die russische Region Krasnodar gesteuert und die dortige Luftabwehr überlastet. Das berichtet unter anderem der ukrainische Telegram-Kanal Exilenova. Es soll zahlreiche Explosionen gegeben haben. Beobachter sprechen von bis zu 200 Drohnen, die auf dem Weg Richtung Krim seien. Laut "Ukrajinska Prawda" haben herabstürzende Drohnentrümmer ein Ölterminal in Brand gesetzt.

+++ 02:21 Hillary Clinton: Trumps Ukraine-Politik ist beschämend +++

Die frühere US-Außenministerin Hillary Clinton bezeichnet die Haltung von Präsident Trumps zur Ukraine als "schändlich". "Ich halte den Versuch, die Ukraine zu einem Kapitulationsabkommen mit (dem russischen Präsidenten Wladimir) Putin zu zwingen, für beschämend", sagt die 78-Jährige auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Entweder verstehe Trump das Leid der Ukrainer nicht, oder es sei ihm gleichgültig, so die einstige Präsidentschaftskandidatin der US-Demokraten. Die Ukraine kämpfe an der Front für Demokratie und Freiheit, verliere dabei Tausende Menschen und werde durch die Besessenheit eines einzelnen Mannes zerstört, sie zu kontrollieren.

+++ 00:55 "Jetzt zahlen wir für diesen Krieg": Polens Außenminister fordert Einbindung der Europäer in Verhandlungen +++

Der polnische Außenminister Radosław Sikorski fordert eine Einbindung der Europäer bei den Verhandlungen über ein Kriegsende. Europa habe die USA als Hauptgeber der Ukrainehilfen abgelöst und daher jedes Recht, mit am Verhandlungstisch zu sitzen, sagt Sikorski bei einer Podiumsdiskussion auf der Münchner Sicherheitskonferenz. Solange die USA der wichtigste Geber gewesen seien, sei deren Führungsrolle selbstverständlich gewesen. Im vergangenen Jahr habe sich der Anteil der europäischen Hilfen aber drastisch erhöht. "Jetzt zahlen wir für diesen Krieg. Die amerikanischen Ausgaben dafür waren im letzten Jahr nahezu null. Wir kaufen amerikanische Waffen, die an die Ukraine geliefert werden. Im US-Kongress gibt es kein Hilfspaket, und es besteht auch keine Aussicht auf ein solches. Und wenn wir zahlen, wenn es auch um unsere Sicherheit geht – nicht nur um die der Ukraine –, dann haben wir ein Anrecht darauf, mit am Verhandlungstisch zu sitzen", so Sikorski.

+++ 23:40 Selenskyj: USA wollen Sicherheitsgarantie für 15 Jahre geben +++

Die Vereinigten Staaten bieten der Ukraine laut Präsident Selenskyj Sicherheitsgarantien für 15 Jahre an. Kiew strebe jedoch eine Zusage für mindstens 20 Jahre an, erklärt der ukrainische Präsident im Rahmen der Münchner Sicherheitskonferenz gegenüber Journalisten, wie "Ukrainska Pravda" berichtet. "Heute liegt uns ein Angebot der USA für 15 Jahre vor. Wir möchten jedoch 20 Jahre plus - 30, 50 ... Wir werden sehen, worauf sich die Regierung und der Kongress einigen können."

+++ 22:08 Selenskyj erhält Auszeichnung für Widerstand der Ukrainer +++

Präsident Wolodymyr Selenskyj ist stellvertretend für den Mut und die Widerstandsfähigkeit aller Ukrainer mit dem Ewald-von-Kleist-Preis 2026 geehrt worden. Die Auszeichnung verlieh ihm am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz bei einem Empfang von Bayerns Ministerpräsidenten Markus Söder in der Münchner Residenz. Die Laudatio hielt Polens Ministerpräsident Donald Tusk. Tusk sagte, das ukrainische Volk verdiene den größten Respekt der gesamten freien Welt. Die Ukraine zahle den höchsten Preis für ihren Widerstand gegen den Feind, der auch eine Bedrohung für ganz Europa und die gesamte westliche Welt sei.

+++ 21:19 "Wir sind am Arsch": Zehn Ukrainer besiegen zwei Nato-Bataillone +++

Einem Bericht des "Wall Street Journal" zufolge, haben zehn ukrainische Soldaten bei einer Übung zwei Nato-Bataillone im Alleingang besiegt. Demnach fand die Übung im Mai 2025 statt. Rund einen halben Tag habe es gebraucht, bis die Ukrainer mithilfe ihrer Drohnen-Strategie die Truppen mitsamt 17 Fahrzeugen ausgeschaltet hatten. Die Nato-Truppen "liefen einfach durch die Gegend, ohne irgendwelche Tarnung zu nutzen, stellten ihre Zelte und Fahrzeuge einfach ab", beschreibt ein Teilnehmer. Mehreren Quellen der Zeitung zufolge fasste ein Nato-Kommandeur die Übung mit drastischen Worten zusammen: "Wir sind am Arsch."

+++ 20:26 Selenskyj äußert sich zu Macrons Wunsch zu Dialog mit Putin +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat nichts dagegen, dass der französische Präsident Emmanuel Macron an den Verhandlungen mit dem russischen Staatschef Wladimir Putin beteiligt ist. Er betont jedoch, wie wichtig es ist, dass Europa zusammenarbeitet. "Das ist seine Entscheidung, er hat mir davon erzählt. Emmanuel war mir gegenüber sehr ehrlich", sagt Selenskyj. "Ich denke, dass Europa entscheiden muss, wie es die Verhandlungen koordinieren will. Denn meiner Meinung nach wird Putin mit der einen Seite spielen, dann mit der anderen, dann mit der dritten und mit der vierten, um Europa zu spalten und jedem etwas zu geben, damit sie das Gefühl haben, dass sie ein entscheidendes Mitspracherecht haben."

+++ 19:36 Europäer sagen Ukraine neue Hilfe für Energieversorgung zu +++

Die Europäer sagen der Ukraine bei einem Treffen im sogenannten Berlin-Format am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz weitere Hilfe zu. Dabei gehe es um Energiehilfe, um die Folgen der anhaltenden Luftschläge gegen die zivile Infrastruktur zu lindern, heißt es in Regierungskreisen. Es sei auch um Militärhilfe gegangen. Teilnehmer seien Kanzler Friedrich Merz, der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sowie die Präsidenten bzw. Regierungschefs aus Frankreich, Finnland, Großbritannien, Polen, Norwegen, Dänemark, Schweden, Estland, der Niederlande, sowie die Spitzen von Nato, EU-Rat und EU-Kommission und die Außenminister Italiens und Kanadas gewesen. Merz hatte Selenskyj vorher bilateral getroffen.

+++ 18:44 Starmer: "Hard power ist die Währung unserer Zeit" +++

Der britische Premierminister Keir Starmer mahnt angesichts der Bedrohung durch Russland eine Aufrüstung der europäischen Partner an. "Hard power", die Fähigkeit, die eigenen Interessen militärisch und wirtschaftlich durchzusetzen, sei "die Währung unserer Zeit", sagt Starmer, und diese müsse aufgebaut werden. "Wir müssen in der Lage sein, Aggression abzuschrecken, und ja, wenn nötig, müssen wir bereit sein, zu kämpfen, alles zu tun, was erforderlich ist, um unsere Mitmenschen, unsere Werte und unsere Lebensweise zu schützen", sagt Starmer, der betont: "Wir suchen keinen Konflikt. Unser Ziel ist dauerhafter Frieden." Europa müsse dafür auf eigenen Füßen stehen, unabhängiger vom größten Nato-Partner USA. Auch im Falle eines Friedensabkommens in der Ukraine, "auf das wir alle intensiv hinarbeiten", würde die Aufrüstung Russlands die Gefahr für Europa nur noch verstärken.

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