Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 12:51 "Moskau wird fallen": Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte veröffentlicht Erfolge der jüngsten Angriffe +++

03.07.2026, 00:01 Uhr

Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, auch bekannt als "Madyar", veröffentlicht auf Telegram Zahlen zu den Zielen seiner Einheit. Aus den Daten schließt der Kommandeur, dass die ukrainischen Piloten im Zeitraum vom Jahresbeginn bis Juni ihre "operative und strategische Tiefe" bei der Zerstörung russischer Ziele gesteigert haben. Für den Monat Juni referiert er auf 172 Treffer auf Anlagen der russischen Rüstungs- und Energieindustrie. Der Chef der ukrainischen Drohnenstreitkräfte lobt den Erfolg der jüngsten Angriffe. "Wir werden standhalten. Moskau wird fallen", schreibt er zum Ende seines Telegram-Posts.

+++ 12:20 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++

Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.407.150 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1250. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem vier Panzer, 57 Artilleriesysteme und 2152 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 12.073 Panzer, 45.225 Artilleriesysteme, 1463 Flugabwehrsysteme und 436 Flugzeuge, 353 Hubschrauber, 387.342 Drohnen, 33 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen - wobei das auch nur Mindestwerte sind.

+++ 11:42 Bericht: Russland plant eine "bewaffnete Provokation" in Polen +++

Die USA sollen davor warnen, dass Russland eine "bewaffnete Provokation" auf polnischem Boden plane, um die Entschlossenheit der Nato auf die Probe zu stellen. Das berichten unter anderem SkyNews und "The Telegraph". Kritische Infrastruktur in Polen könnte Ziel von Raketen und Drohnen werden, oder russische Soldaten könnten die Grenze überqueren, schreibt der "The Telegraph". Washington habe Warschau mehrfach vor einer derartigen Militäraktion von Russland gewarnt. Die Berichte beziehen sich auf Quellen aus dem Umfeld des polnischen Präsidenten Karol Nawrocki, die die polnische Nachrichtenagentur Onet in Umlauf brachte.

+++ 11:11 Tass: 3000 russische Haushalte nach ukrainischem Angriff auf Belgorod ohne Wasser +++

Nach einem Raketenangriff der ukrainischen Streitkräfte wurde die Wasserversorgung einiger Einwohner der russischen Region Belgorod auf Generatoren umgestellt. Das berichtet die staatliche Nachrichtenagentur Russlands, Tass, unter Berufung auf Angaben von Alexander Schuwajew, dem Gouverneur der Region. Rund 3000 Haushalte sind demnach ohne Wasser. Laut Tass-Bericht soll Schuwajew angemerkt haben, dass die Lage in der gleichnamigen Stadt Belgorod am schlimmsten sei. Einsatzkräfte versuchten derzeit, die Wasserversorgung wiederherzustellen.

+++ 10:43 Badegäste erleben Kriegs-Horror: Russisches Geschoss schlägt in Schwimmbad ein +++

Menschen suchen etwas Entspannung in einem Fitnessstudio in der ukrainischen Stadt Saporischschja. Dann schlägt ein Geschoss dort ein: Verletzte und schwere Zerstörung. Es ist nicht der einzige Angriff auf zivile Gebäude in der Stadt.

+++ 09:48 Bericht: Ukraine trifft russisches Werk für Energieausrüstung in Belgorod +++

Die ukrainischen Streitkräfte haben die russische Stadt Belgorod mit Drohnen angegriffen. Das berichtet "The Kyiv Independent" unter Berufung auf Informationen aus russischen Telegram-Kanälen. Bei diesen Angriffen soll ein russisches Werk für Energieausrüstung getroffen worden sein. Fotos und Videos, die in den sozialen Medien gepostet wurden, sollen Flammen zeigen, die aus dem Werk von Energomash in Belgorod aufsteigen. Das Werk gehöre einem wichtigen Hersteller in der russischen Energieversorgungskette und produziere unter anderem Ausrüstung für russische Kraftwerke sowie für den Öl- und Gassektor, so der Bericht. Das Ausmaß der verursachten Schäden war zunächst unklar.

+++ 09:11 Merz empfängt Staats- und Regierungschefs der baltischen Staaten in Berlin +++

Bundeskanzler Friedrich Merz empfängt am Freitag die Staats- und Regierungschefs der drei baltischen Staaten in Berlin. Zu dem Treffen im sogenannten B3+1-Format begrüßt der CDU-Politiker nach Angaben der Bundesregierung Lettlands Regierungschef Andris Kulbergs, Estlands Regierungschef Kristen Michal und Litauens Präsidenten Gitanas Nauseda im Bundeskanzleramt. Das Treffen soll gegen 13.00 Uhr beginnen, im Anschluss ist ein gemeinsamer Pressetermin geplant. Bei ihrem Gespräch werden Merz und die Staats- und Regierungschefs der baltischen Staaten nach Angaben der Bundesregierung sicherheits- und verteidigungspolitische Themen sowie die weitere Unterstützung der Ukraine besprechen. In dem Angriffskrieg, den Russland vor mehr als vier Jahren gegen die Ukraine begonnen hatte, gehören die baltischen Staaten zu den entschiedensten Unterstützern Kiews.

+++ 08:47 ISW: Front in der Ukraine steht still +++

Weder die ukrainischen noch die russischen Streitkräfte konnten bestätigte Vorstöße an der Front in der Ukraine verzeichnen. Das schreiben die Analysten des Institute for the Study of War (ISW) in ihrem jüngsten Bericht. Die Analysten des ISW beziehen sich in ihrem Bericht auf geolokalisiertes Bild- und Filmmaterial der vergangenen Tage. Schon seit Längerem beobachten die Analysten immer weniger Bewegung an der Frontlinie in der Ukraine. Die Tage, an denen keine der Kriegsparteien größere Geländegewinne erzielt, häufen sich. Der Krieg wird zu einem Stellungskrieg geworden. 

+++ 08:15 Politikanalystin Huss: Angriffe sollten russische Bevölkerung von Krieg überzeugen +++

Laut Oksana Huss sehen die schweren Angriffe auf Kiew nach einem "symbolischen Zeichen" aus: Es sei der Versuch, Stärke zu demonstrieren, während in Russland der Unmut über die Kriegsfolgen wächst. Letztlich wolle Russland "die ukrainische Staatlichkeit auslöschen", so die Politikanalystin.

+++ 07:36 Zahl der Todesopfer nach russischem Großangriff auf Kiew steigt auf 30 +++

Nach dem schweren russischen Luftangriff auf die ukrainische Hauptstadt Kiew am Donnerstag ist die Zahl der Todesopfer auf mindestens 30 gestiegen. Drei weitere Leichen seien aus den Trümmern geborgen worden, teilt der ukrainische Katastrophenschutz mit. Zudem wurden den Behörden zufolge mehr als 90 Menschen verletzt. Laut dem Leiter der Kiewer Militärverwaltung, Tymur Tkatschenko, suchen Rettungskräfte in den Trümmern weiter nach Vermissten, weshalb die Opferzahl noch steigen könnte. Russland hatte in den frühen Morgenstunden am Donnerstag Hunderte Drohnen und Dutzende Raketen auf Kiew abgefeuert. Dabei wurden rund 130 Gebäude beschädigt. Es war der folgenschwerste Angriff auf die ukrainische Hauptstadt in diesem Jahr.

+++ 07:08 Kraftstoffmangel in Russland: Luftaufnahme zeigt 28-Stunden-Schlange vor Tankstelle +++

In Russland bilden sich kilometerlange Schlangen an Tankstellen. Das Video zeigt, wie Menschen bis zu 28 Stunden auf Kraftstoff warten. Ukrainische Drohnenangriffe auf Ölraffinerien sind die Ursache für den massiven Mangel im ganzen Land.

+++ 06:26 Bericht: Großbrände in mehreren Umspannwerken auf der Krim +++

Auf der seit 2014 von Russland besetzten Schwarzmeer-Halbinsel Krim brennen mehrere Umspannwerke. Das teilt "Ukrainska Prawda" unter Berufung auf Berichte aus den sozialen Medien mit. Demnach soll es unter anderem im Umspannwerk "Bilogirsk" sowie im Umspannwerk "Maryanivka" zu Explosionen und Bränden gekommen sein. "Ukrainska Prawda" verweist auf Satellitenbilder, auf denen die Schäden zu sehen sind. Als Ursache für die Brände führt "Ukrainska Prawda" ukrainische Angriffe auf die von Russland besetzte Halbinsel an.

+++ 05:48 Russland lockert Regeln für Treibstoff-Produzenten +++

Russland gestattet Ölraffinerien im ganzen Land, Kraftstoffe herzustellen, die weniger hohen Anforderungen gerecht werden müssen als bisher. Das berichtet das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf Regierungsangaben. Demnach darf wieder Benzin der Abgasnorm Euro 3 produziert werden, was einen höheren Schwefelgehalt aufweist als der derzeitige russische Standard (Euro 5). Die Entscheidung fällt vor dem Hintergrund einer zunehmenden Kraftstoffknappheit in Russland, die durch ukrainische Drohnenangriffe auf die Ölinfrastruktur verursacht wurde.

+++ 04:39 Ukraine: Zwei Tote und acht Verletzte bei russischen Angriffen +++

Bei nächtlichen russischen Angriffen auf die Ukraine sind nach Behördenangaben zwei Menschen getötet und acht weitere verletzt worden. In der Grenzregion Sumy seien zwei Menschen gestorben und eine Person verletzt worden, als russische Drohnen ein Privathaus trafen, teilt der Leiter der regionalen Militärverwaltung, Oleh Hryhorow, am frühen Morgen auf Telegram mit. In der zentralukrainischen Stadt Krywyj Rih wurden bei einem Raketenangriff auf ein dicht bebautes Stadtgebiet sieben Menschen verletzt, wie der Leiter des städtischen Verteidigungsrates, Oleksandr Wilkul, erklärt. In Kiew gilt unterdessen ein Trauertag, nachdem dort am Vortag bei dem in diesem Jahr bislang schwersten russischen Angriff auf die ukrainische Hauptstadt fast drei Dutzend Menschen ums Leben gekommen sind.

+++ 03:37 Drohnenhersteller sammelt über eine Milliarde Dollar ein +++

Der im Zuge des Ukraine-Kriegs bekannt gewordene deutsche Drohnenhersteller Quantum Systems wirbt im Zuge seiner bislang mit Abstand größten Finanzierungsrunde 1,2 Milliarden Dollar (1,05 Milliarden Euro) ein. Das ist mehr Geld als zuvor in den elf Jahren seit der Gründung 2015. Das Geld soll vorrangig in die technische Entwicklung fließen, mit einem Schwerpunkt auf der "Mosaic" getauften die Steuerungssoftware für unbemannte Systeme. Die Bewertung des Unternehmens hat sich nach Angaben des Vorstands nunmehr auf acht Milliarden Dollar verdoppelt. Quantum Systems stellt sowohl militärisch als auch zivil nutzbare Drohnen für Luft und Land her und erwirtschaftete im vergangenen Jahr einen Umsatz von 300 Millionen Euro. Eingesetzt werden Quantum-Drohnen unter anderem von den ukrainischen Streitkräften im Abwehrkrieg gegen Russland.

+++ 02:26 Selenskyj: Gespräche zwischen Umjerow und Trump-Schwiegersohn Kushner +++

Der ukrainische Verteidigungsminister Rustem Umjerow und Jared Kushner, der Schwiegersohn von US-Präsident Donald Trump, haben in den vergangenen zwei Tagen Gespräche geführt. Das erklärt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bei einem Besuch an einem der Schauplätze russischer Angriffe in Kiew. Selenskyj hoffe zudem, dass Kushner und der US-Gesandte Steve Witkoff die Ukraine besuchen werden, obwohl die von den USA unterstützten Friedensbemühungen seit Monaten stocken. Er hoffe darüber hinaus auf ein Treffen mit Trump am Rande des Nato-Gipfels in der türkischen Hauptstadt Ankara in der kommenden Woche, sagt Selenskyj weiter.

+++ 01:22 EuGH bekräftigt Verbot von Inhalten des Senders Russia Today +++

Das EU-weite Verbot, Inhalte des Senders Russia Today zu verbreiten, gilt einem Urteil des Europäischen Gerichtshofs (EuGH) zufolge auch für kostenlos zugängliche Websites. Es sei unerheblich, ob die Verbreitung im Rahmen einer wirtschaftlichen Tätigkeit erfolge, heißt es aus Luxemburg. Hintergrund ist ein Strafverfahren in Deutschland gegen drei Menschen. Ihnen wird vorgeworfen, wiederholt Videos des Senders RT - Russia Today Germany auf der eigenen Internetseite veröffentlicht zu haben. Als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg gegen die Ukraine erließ die EU 2022 gegenüber "Betreibern" das Verbot, solche Inhalte zu verbreiten. Das mit dem Fall befasste Gericht in Deutschland hatte Zweifel, ob die Angeklagten von der Sanktionsregelung erfasst sind, weil die Webseite sich nur durch Spenden finanziert. Es wandte sich mit der Frage an das höchste europäische Gericht. Dieses urteilt nun: Das Verbot besteht unabhängig davon, ob mit der Verbreitung Gewinne erzielt werden. Der Begriff "Betreiber" erfasse alle Personen, die direkt oder indirekt für die Bereitstellung der verbotenen Inhalte verantwortlich seien.

+++ 00:11 Nato-Kommandeur: Europäer füllen US-Lücken in Verteidigungsplänen +++

Die europäischen Nato-Verbündeten haben die durch den US-Abzug entstandenen Lücken in den Verteidigungsplänen der Allianz weitgehend geschlossen. Das erklärt der Nato-Oberbefehlshaber und US-General Alexus Grynkewich. In den wenigen Bereichen, in denen es noch keine gleichwertigen Fähigkeiten gebe, prüfe die Allianz Alternativen mit gleicher Wirkung. Aus Nato-Kreisen heißt es, dass das Bündnis dies auf dem Gipfel in Ankara in der kommenden Woche offiziell bekanntgeben will.

+++ 23:13 Insider: Drohnenangriffe treiben russische Ölexporte auf Rekordhoch +++

Die Ölexporte aus den westlichen Häfen Russlands erreichen Insidern zufolge wegen der anhaltenden ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien ein Rekordhoch. Im Juni seien fast drei Millionen Barrel pro Tag verschifft worden, und auch im Juli dürfte dieses Niveau gehalten werden, sagen drei mit dem Vorgang vertraute Personen aus der Branche. Da die Angriffe die heimischen Raffineriekapazitäten einschränkten, sei Moskau gezwungen, mehr Rohöl zu exportieren, um eine Drosselung der Förderung zu vermeiden.

+++ 22:15 Selenskyj drängt auf eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen +++

Nach dem massiven russischen Angriff mit mehr als 20 Toten in der ukrainischen Hauptstadt Kiew drängt Präsident Wolodymyr Selenskyj auf eine eigene Produktionsstätte für Patriot-Raketen. Um wirklich Leben schützen zu können, brauche die Ukraine eine eigene Produktion, sagt Selenskyj in einer abendlichen Videobotschaft. Er spricht von einer europäischen Produktion in der Ukraine oder mit Partnern gemeinsam und stellte den USA in diesem Fall auch Unterstützung bei Einsätzen in Aussicht. Der Westen hatte der Ukraine für die Flugabwehr Waffen wie US-amerikanische Patriot-Systeme oder die deutschen Iris-T-Komplexe geliefert. Doch die Raketen für solche Flugabwehrsysteme sind teuer und rar. Durch den von US-Präsident Donald Trump begonnenen Iran-Krieg ist das Defizit an solchen Raketen noch größer geworden. Selenskyj hofft darauf, dass die USA der Ukraine den Bau von Patriot-Raketen in Lizenz erlauben. 

+++ 21:38 Russland wirft Ukraine Einsatz ballistischer Langstreckenrakete vor +++

Russland deutet laut Bloomberg an, dass die Ukraine möglicherweise zum ersten Mal eine ballistische Langstreckenrakete im Kampf eingesetzt habe. Das Verteidigungsministerium in Moskau teilt mit, die Flugabwehr habe in den vergangenen 24 Stunden eine sogenannte "operativ-taktische Langstreckenrakete" sowie sieben Lenkbomben und 602 Drohnen abgeschossen. Einzelheiten nennt Moskau dagegen nicht. Die Ukraine hat den Einsatz ballistischer Raketen bislang nicht öffentlich bestätigt. Die russische Behauptung folgt auf die Ankündigung des ukrainischen Rüstungsunternehmens Fire Point, dass sich seine ballistische Rakete vom Typ FP-9 kurz vor den Flugtests befinde. Chefkonstrukteur Denys Shtilerman erklärte im Juni, dass die Tests mit der Waffe noch in diesem Sommer oder bis zum Frühherbst beginnen könnten, sobald die Arbeiten am Triebwerk der Rakete abgeschlossen seien. Fire Point zufolge ist die Rakete für Angriffe tief in Russland hinein ausgelegt und hat eine Reichweite von etwa 850 Kilometern. 

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.