Politik

Iran-Krieg im Liveticker+++ 12:25 Trump missbilligt öffentlich israelische Angriffe auf Beirut +++

16.06.2026, 00:01 Uhr

US-Präsident Donald Trump kritisiert die israelischen Angriffe auf die libanesische Hauptstadt Beirut. Er habe Israel deutlich gemacht, dass ihm das nicht gefallen habe, sagt Trump am Rande des G7-Gipfels in Frankreich. Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu müsse im Hinblick auf den Libanon verantwortungsvoller agieren. Wenn Israel seine Aufgaben nicht erledigen könne, ohne alle anderen zu töten, solle Syrien sich um die Hisbollah-Miliz kümmern, erklärt Trump weiter. Dies habe er Israel vorgeschlagen. Auf die Frage, ob er von Netanjahu frustriert sei, entgegnet Trump: "Nein, wir haben eine großartige Beziehung." Dem Iran bescheinigt der US-Präsident inzwischen eine "rationale Führung".

+++ 11:44 Bericht über erneute Hinrichtungen im Iran +++

Im Iran werden offenbar zwei Personen hingerichtet, die als "bewaffnete Anführer der Unruhen von Anfang 2026" bezeichnet wurden. Dies berichtet die "Times of Israel" und beruft sich auf die Justiznachrichtenagentur Mizan. Die beiden Männer wurden demnach wegen eines "Krieges gegen Gott", wegen Korruption, Beschädigung von öffentlichem und privatem Eigentum sowie wegen Verbrechen gegen die nationale Sicherheit verurteilt.

+++ 11:09 Experten sehen Irans Führung vor Zerreißprobe +++

Nach dem geplanten Ende der militärischen Konfrontation mit den USA steht die Führung des Iran Experten zufolge vor einer schweren innenpolitischen Zerreißprobe. "Mit dem Ende des Krieges beginnen die eigentlichen Probleme für das klerikale Establishment des Iran", sagt Hamidreza Azizi von der Stiftung Wissenschaft und Politik (SWP) in Berlin. Ein hochrangiger Vertreter des Iran bezeichnet das Abkommen zur Beendigung des Krieges als "zweischneidiges Schwert", da die Erwartungen der kriegsmüden Bevölkerung extrem hoch seien. Sollte die Führung die Lebensbedingungen nicht rasch verbessern, drohten neue Massenproteste. Die wirtschaftliche Lage des Landes ist verheerend. Der Iran leidet unter einer extrem hohen Inflation, einer verfallenden Währung und massiver Arbeitslosigkeit. Zudem hat der Krieg schwere Schäden an der Infrastruktur und in der Industrie hinterlassen, deren Wiederaufbau enorme Summen verschlingen wird. "Aus innenpolitischer Sicht hat der Iran nur ein enges Zeitfenster, um die Lage im Land unter Kontrolle zu bringen", sot der iranische Ökonom und Politikanalyst Saeed Laylaz.

+++ 10:29 Iran: Weitere Verhandlungen mit USA beginnen am Freitag +++

Eine weitere Verhandlungsrunde zwischen den USA und dem Iran soll nach iranischen Angaben direkt nach Unterzeichnung des verhandelten Rahmenabkommens am Freitag in der Schweiz beginnen. Diese weiteren Gespräche sollten innerhalb von 60 Tagen abgeschlossen werden, sagt Außenminister Abbas Araghtschi nach Angaben der Agentur Tasnim in Teheran. Ein Ende des Kriegs schließe ein Ende der israelischen Besetzung von Gebieten im Libanon mit ein, sagt Araghtschi demnach weiter. Jegliche neuen israelischen Angriffe auf den Libanon und weitere Besetzung der Gebiete betrachte der Iran als Verstoß gegen die getroffene Vereinbarung.

+++ 09:58 Was den USA-Iran-Vertrag zum "großen Wurf" macht +++

Die G7-Staaten kommen zusammen, um auf die Kriegsschauplätze der Welt zu blicken. Natürlich steht die Ukraine im Fokus, doch auch der Iran dürfte Thema werden. Politologe Klemens Fischer erklärt, was der für den Freitag angedachte Rahmenvertrag bedeuten würde.

+++ 09:23 Ischinger: Keine Schadenfreude gegenüber Trump +++

Der Vorsitzende der Münchner Sicherheitskonferenz, Wolfgang Ischinger, warnt nach dem Rahmenabkommen zwischen den USA und dem Iran vor Schadenfreude gegenüber US-Präsident Donald Trump. Auch wenn die USA mit dem Krieg "eigentlich erstrebenswerte Ziele" nicht erreicht hätten, sei "jede Schadenfreude abwegig und falsch" sagt Ischinger dem RBB. "Dem Iran die Möglichkeit zu nehmen, eine militärische Nuklearfähigkeit aufzubauen, dieses Ziel teilen wir natürlich mit den USA", so Ischinger. "Also bitte nicht ein Tag der Schadenfreude, sondern ein Tag möglicher Sorge, dass die USA mit diesem Krieg leider anscheinend weniger erreicht haben als wünschenswert gewesen wäre." Er sei skeptisch, ob das vereinbarte Rahmenabkommen Stabilität und Frieden für die Region sowie eine Einhegung des Iran bringen werde. 

+++ 08:47 Möglicher "Knackpunkt": Kippt der Iran-Deal noch? +++

Der angepeilte Rahmenvertrag zwischen den USA und dem Iran lässt bereits Tage vor der offiziellen Verkündung weltweit die Wirtschaft jubeln. Bevor die Vereinbarung am Freitag unterschrieben wird, könnte das Verhalten Israels sie jedoch noch einmal ins Wanken bringen, wie ntv-Korrespondent Gordian Fritz erklärt.

+++ 08:18 Mautfrei oder nicht? Verwirrung um Straße von Hormus +++

Wie geht es mit der Straße von Hormus weiter? Noch ist einiges unklar: US-Präsident Donald Trump stellt eine offene und mautfreie Schifffahrtstraße in Aussicht. "Sie wird offen sein und gebührenfrei", sagt Trump bereits am Montag kurz vor Beginn des G7-Gipfels im französischen Evian. Dagegen erklärt das iranische Außenministerium, es sollten Gebühren für maritime Dienstleistungen erhoben werden. Trump zufolge begannen am Montag Schiffe, "viele voll beladen mit Öl, aus der Straße von Hormus zu fahren".

+++ 07:51 Libanon nicht über Bedingungen des US-Iran-Abkommens informiert +++

Der libanesische Präsident Joseph Aoun begrüßt in einem Telefonat mit dem iranischen Außenminister Abbas Araghtschi die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen zur Beendigung des Krieges in der Golfregion. Aoun habe die Hoffnung geäußert, dass das Abkommen "ein positiver Schritt zur Entspannung der Lage und zur Erschließung diplomatischer Lösungen" sei, erklärt das Büro des libanesischen Präsidenten. Araghtschi seinerseits habe "die Bedeutung der Achtung der Souveränität des Libanon" hervorgehoben, heißt es in der Erklärung weiter. Der Inhalt des US-iranischen Rahmenabkommens ist nicht veröffentlicht. Aus offiziellen Kreisen im Libanon verlautet allerdings, dass das Land weder über die Bedingungen des Abkommens noch über den Zeitpunkt des Inkrafttretens einer Waffenruhe im Krieg zwischen der Hisbollah und Israel informiert worden sei. Nach den Angaben des Iran und des Vermittlers Pakistan sieht das Abkommen jedoch das Ende des Krieges an allen Fronten vor, auch im Libanon.

+++ 07:21 UN beobachten weniger Gewalt im Libanon +++

Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen hat die Gewalt im Libanon UN-Angaben zufolge zunächst nachgelassen. "Von Mitternacht bis 16.00 Uhr Ortszeit beobachtete die UN-Mission Unifil nach eigenen Angaben einen Rückgang der Gewalt und des Schusswechsels", sagt der Sprecher von UN-Generalsekretär António Guterres in New York. In dem Zeitraum am Montag wurden demnach 133 Geschosse und zwei Luftangriffe verzeichnet, die den israelischen Streitkräften zugeschrieben werden. Geschosse der Hisbollah oder anderer nicht staatlicher Akteure seien nicht registriert worden, sagt Sprecher Stéphane Dujarric.

+++ 06:48 Vance: Trump veröffentlicht Abkommen womöglich eher +++

US-Präsident Donald Trump veröffentlicht das Abkommen mit dem Iran nach Angaben seines Vizepräsidenten JD Vance womöglich noch vor Freitag. Dies sagt Vance dem Sender Fox News. Die Vereinbarung sei bereits elektronisch unterzeichnet worden.  Die persönliche Vertragsunterzeichnung werde für Freitag erwartet.

+++ 06:20 Wadephul fordert klare Voraussetzungen für Bundeswehr-Einsatz in Straße von Hormus +++

Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert klare Voraussetzungen für eine deutsche Beteiligung an einer Militärmission zur Absicherung des Schiffsverkehrs in der Straße von Hormus. "Wir müssen jetzt erst einmal wissen: Ist wirklich klar, es gibt keine Kampfhandlungen?", sagt Wadephul im ZDF. "Zum jetzigen Zeitpunkt fehlen mir noch die Voraussetzungen." Wadephul betont zugleich, "natürlich muss die Meerenge frei werden". Deutschland habe "prinzipiell" seine Bereitschaft erklärt, sich an der Minenräumung zu beteiligen. Derzeit seien jedoch noch zu viele Fragen offen. "So weit sind wir noch nicht", so der Bundesaußenminister mit Blick auf ein Bundeswehr-Mandat.

+++ 05:43 Vance: Iran wird Atominspektoren wieder ins Land lassen +++

Der Iran wird laut US-Vizepräsident JD Vance als Teil des Rahmenabkommens mit den USA wieder Atominspektoren ins Land lassen. "Ja, absolut", sagt Vance dem US-Fernsehsender NBC News. Einer der Kernpunkte der Vereinbarung sei, dass die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) und die USA den Iran bei der Vernichtung seines hochangereicherten Urans unterstützen werden. Das sei in der Absichtserklärung "sehr klar festgelegt", so Vance.

+++ 04:52 Hamas gratuliert Iran zu "Standhaftigkeit" +++

Die radikalislamische Hamas begrüßt die Einigung zwischen den USA und dem Iran auf ein Rahmenabkommen für eine Friedenslösung. Die Terrororganisation gratuliert ihrem iranischen Verbündeten in einer Erklärung zu dessen "Standhaftigkeit" angesichts von "Druck und Herausforderungen". Die Palästinenserorganisation äußert zudem die Hoffnung, dass das Abkommen "positive Auswirkungen" auf "das sofortige Ende der Aggression" Israels im Gazastreifen, im Libanon und "an allen anderen Fronten" haben werde. Die israelische Regierung hat bereits erklärt, die israelischen Streitkräfte würden "so lange wie nötig" im Gazastreifen, im Libanon und in Syrien bleiben.

+++ 03:03 Netanjahu: Israel vor Gefahr atomarer Auslöschung gerettet +++

Nach Darstellung des israelischen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu haben die Kriege gegen den Iran eine unmittelbar drohende Bewaffnung Teherans mit Nuklearwaffen verhindert. "Wir haben den Staat Israel vor der Bedrohung einer atomaren Auslöschung gerettet", sagt Netanjahu. Der Iran sei vor dem Krieg im Juni vergangenen Jahres in Richtung einer atomaren Aufrüstung "galoppiert". Ohne die massiven Angriffe gemeinsam mit den USA "hätte der Iran schon Atombomben", so der israelische Regierungschef. Millionen von Israelis hätten sich in einem solchen Fall in tödlicher Gefahr befunden. Diese Bedrohung sei "um Jahre" aufgeschoben worden.

+++ 01:57 Teheran: Mehrere iranische Schiffe passieren US-Blockade +++

Nach der Einigung zwischen den USA und dem Iran haben die ersten iranischen Schiffe nach Angaben staatlicher Medien das von der US-Seeblockade betroffene Gebiet im Golf von Oman durchquert. Mindestens drei Öltanker und zwei Frachtschiffe hätten die Zone am Montagabend ohne Zwischenfälle passiert, berichtet unter anderem der iranische Sender Press TV unter Berufung auf gut informierte Kreise.  US-Präsident Trump hatte nach eigenen Angaben angeordnet, die US-Seeblockade iranischer Häfen umgehend aufzuheben. Im Gegenzug soll am Freitag die Straße von Hormus wieder geöffnet werden.

+++ 01:15 Vance: Iran-Abkommen ist eineinhalb Seiten lang und "sehr allgemein" +++

Laut US-Vizepräsident JD Vance ist das Abkommen mit dem Iran "ein sehr allgemeines Dokument". Die Absichtserklärung sei etwa eineinhalb Seiten lang. "Bei einer Reihe von Themen müssen wir diese Dinge erst in der Phase der technischen Verhandlungen klären", sagt Vance dem Sender CNN. Schon in der Vergangenheit hatten die USA unter Präsident Donald Trump etwa beim Gaza-Waffenstillstandsabkommen vom Oktober 2025 wichtige Themen nicht ausgehandelt oder nicht aushandeln können - etwa die geforderte Entwaffnung der Hamas. Die Frage ist bis heute ungeklärt und der Konflikt schwelt unterschwellig weiter.

+++ 23:27 Hisbollah greift israelische Soldaten im Südlibanon an +++

Das israelische Militär hat nach eigenen Angaben zahlreiche von der Hisbollah-Miliz abgefeuerte Raketen im Südlibanon abgefangen. Berichte über Verletzte gibt es nicht. Die Hisbollah habe zudem eine Panzerabwehrrakete und mehrere Mörsergranaten auf israelische Soldaten in der Region abgefeuert. Die Hisbollah erklärt ihrerseits, sie nehme israelische Truppen in der Region mit Raketensalven und Artillerie unter Beschuss. Die Kämpfe dauern an.

+++ 22:10 Vor Mandat für Bundeswehr: Unionspolitiker fordern Klarheit über Inhalt des Iran-Abkommens +++

Eine deutsche Beteiligung an einer Mission in der Straße von Hormus hängt für einige Verteidigungspolitiker der Union vom Inhalt des Iran-Abkommens ab. Neben dem internationalen Mandat brauche es für einen Bundeswehr-Einsatz noch einen Bundestagsbeschluss mit einfacher Mehrheit, sagte Thomas Röwekamp, Vorsitzender des Verteidigungsausschusses, dem "Spiegel". "Diese Entscheidungen hängen sehr von dem endgültigen Text der Vereinbarungen ab. Auch der verteidigungspolitische Sprecher der Unionsfraktion im Bundestag, Thomas Erndl, sagte dem "Spiegel": "Um die notwendigen Beschlüsse herbeiführen zu können, muss die Bundesregierung jetzt schnell Klarheit schaffen über die Inhalte einer möglichen Vereinbarung zwischen den USA und Iran und die notwendigen rechtlichen Anknüpfungspunkte für ein Mandat des Bundestages." Die Deutsche Marine habe viele Fähigkeiten, die in den Dienst einer internationalen Mission gestellt werden könnten, etwa im Bereich Minenjagd und -räumung, Luftraum- und Seeraumüberwachung, fügte Röwekamp hinzu.

+++ 21:38 Auf 40-Jahres-Tief: Iran-Krieg zehrt an den Öl-Reserven der USA +++

Im Iran-Krieg ist die strategische Ölreserve der USA auf den niedrigsten Stand in mehr als 40 Jahren gefallen. Stand Juni bevorrateten die Vereinigten Staaten noch 340,3 Millionen Barrel Öl, wie das Energieministerium in Washington mitteilte - so wenig wie seit Juli 1983 nicht mehr. Ein Barrel entspricht rund 159 Litern. Vor dem Hintergrund des Ölpreisschocks im Iran-Krieg hatten die USA, Deutschland und die anderen Mitgliedsländer der Internationalen Energie-Agentur (IEA) im März die bislang größte Freigabe ihrer Notfallreserven beschlossen. US-Präsident Donald Trump spielte das Ausmaß jedoch herunter. Der US-Ölvorrat werde "ein bisschen reduziert, und dadurch sinken die Preise", sagte er. Trump steht durch den massiven Anstieg der Treibstoffpreise im Iran-Krieg innenpolitisch seit Monaten unter Druck. Vor den wichtigen Kongress-Zwischenwahlen im November sind seine Zustimmungswerte deutlich gesunken.

+++ 20:54 Netanjahu verkündet: Israel bleibt vorerst im Libanon +++

Israel behält sich nach den Worten von Ministerpräsident Benjamin Netanjahu jede Freiheit zur Abwehr von Gefahren vor und lässt seine Truppen vorerst in der "Sicherheitszone" im Libanon. Das Land werde so lange wie nötig in diesen Gebieten bleiben, sagt Netanjahu. Israel sei vor der Vernichtung gerettet worden, doch der Kampf sei noch nicht vorbei. Man werde weiterhin Bedrohungen in der Region abwehren. Mit Blick auf das geplante Abkommen zwischen den USA und dem Iran betont Netanjahu, dass die Islamische Republik weder mit noch ohne eine Vereinbarung in den Besitz von Atomwaffen gelangen werde. Zudem räumt er ein, dass er und US-Präsident Donald Trump zwar Partner, manchmal aber nicht einer Meinung seien.

+++ 20:07 Militärexperte: Straße von Hormus "ist eigentliches Kerninteresse" +++

Wie viele andere Beobachter sieht auch Matthias Wasinger, Oberst beim österreichischen Bundesheer, in dem verkündeten Iran-Deal ein Problemaufschub statt einer echten Lösung. Laut dem Militärexperten ist vor allem die Normalisierung der Handelsschifffahrt Motivator für das Abkommen.

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