Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 16:00 Trotz jüngster Erfolge: Ukrainische Truppen laut Armeechef "weit von Wende im Krieg entfernt" +++

10.07.2026, 00:01 Uhr

Der ukrainische Armeechef Oleksandr Syrsky hält die ukrainischen Truppen im Krieg mit Russland zwar für gut aufgestellt, sieht eine "Wende im Krieg" aber noch in weiter Ferne. Obwohl die russische Armee über "fast die doppelte Menge an Personal und Ausrüstung" verfüge, habe der Kreml seine Ziele nicht erreicht, erklärt Syrsky im Onlinedienst Telegram. Der Feind dürfe aber "nicht unterschätzt werden". Syrskys Angaben zufolge führten die russischen Truppen nur noch an höchstens "sechs oder sieben" Frontabschnitten derzeit Offensiven aus - zuvor seien es noch 13 solche Einsätze gewesen. Dabei erlitten die Russen seinen Angaben zufolge schwere Verluste, während Kiew eine "Strategie der Auszehrung" verfolge. Auch die ukrainischen Angriffe mit weitreichenden Waffen, mit denen seit Jahresbeginn Syrsky zufolge fast 700 Ziele in Russland ins Visier genommen wurden, richteten ihm zufolge große Schäden an. Er bezifferte die Höhe der Schäden auf 6,1 Milliarden US-Dollar (rund 5,3 Milliarden Euro). Allerdings nehme "die Intensität der Raketen- und Drohnenangriffe" Russlands ebenso zu wie "der Einsatz von Lenkbomben und die Zahl der gegen die Zivilbevölkerung begangenen Verbrechen", erklärt Syrsky weiter.

+++ 15:15 Moskau könnte der Türkei den Verkauf von russischem Luftabwehrsystem erlauben +++

Die russische Führung erwägt nach Angaben von Kreml-Sprecher Dmitri Peskow, der Türkei den Weiterverkauf von russischen S-400-Luftabwehrsystemen an einen Drittstaat zu erlauben. "Wir pflegen diesbezüglich Kontakte zur türkischen Seite und werden die Kontakte in dieser Angelegenheit fortsetzen", sagt Peskow bei einer Pressekonferenz. "Dies ist eine höchst sensible Angelegenheit", fügt er hinzu. Beim Nato-Gipfel in der türkischen Hauptstadt Ankara in dieser Woche hatte US-Präsident Donald Trump dem türkischen Staatschef Recep Tayyip Erdogan die Lieferung von F-35-Kampfflugzeugen aus US-Produktion in Aussicht gestellt. "Wir haben jetzt ein besseres Verhältnis zur Türkei, und die Türkei hat sich in vielerlei Hinsicht als weitaus loyaler erwiesen als andere Länder", sagte Trump in Ankara. Die Türkei hatte das russische System 2017 trotz deutlicher Warnungen aus Washington erworben und wurde deshalb 2019 aus dem F-35-Programm ausgeschlossen. Außerdem verhängte der US-Kongress seinerzeit Sanktionen gegen die Türkei. Die Türkei benötigt für einen S-400-Weiterverkauf die Zustimmung Russlands.

+++ 14:30 Merz bei Militärparade in Paris - deutsche und ukrainische Soldaten marschieren am Nationalfeiertag +++

Bundeskanzler Friedrich Merz wird am kommenden Montag zu einem Treffen der Ukraine-Koalition in Paris reisen. Auf Einladung von Frankreichs Präsident Emmanuel Macron nehme er am 14. Juli zudem an den Feierlichkeiten zum französischen Nationalfeiertag teil, teilt der stellvertretende Sprecher der Bundesregierung, Steffen Meyer, mit. Merz werde während der traditionellen Militärparade gemeinsam mit Macron auf der Ehrentribüne sitzen. Bei der diesjährigen Militärparade sollen rund 500 Soldaten der Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine teilnehmen, unter ihnen auch 21 Bundeswehrsoldaten, die zur Deutsch-Französischen Brigade zählen. Nach Angaben des französischen Präsidialamtes werden auch 25 ukrainische Soldaten in Paris mitmarschieren. Dies sei ein "starkes Symbol" Europas, das sich der "Gefährlichkeit der Welt" bewusst sei und dass es sein "Schicksal in die Hände nehmen" müsse. Zu der Militärparade auf den Champs-Elysées werden rund 30 Staats- und Regierungschefs erwartet, unter ihnen auch der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj.

+++ 14:00 Kreml wirft Ukraine "Terror" gegen AKW Saporischschja vor +++

Der Kreml wirft der Ukraine eine Eskalation "terroristischer" Angriffe auf das von Russland kontrollierte Atomkraftwerk Saporischschja vor. Dies sei äußerst gefährlich, sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow. Die Ukraine nehme zivile Infrastruktur sowie Anlagen unter Beschuss, die direkt mit dem Kraftwerk in Verbindung stünden. Beide Seiten beschuldigen sich seit langem gegenseitig, die Sicherheit der Atomanlage durch militärische Aktionen zu gefährden.

+++ 13:17 Rutte und Selenskyj nehmen an Ukraine-Unterstützertreffen in Paris teil +++

Nato-Generalsekretär Mark Rutte und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj nehmen am Treffen der "Koalition der Willigen" zur Unterstützung der Ukraine in Paris teil. Dies teilt das französische Präsidialamt mit. Ziel des Treffens am Montag ist es, den Schwung des jüngsten Nato-Gipfels zu nutzen. Dem Élysée-Palast zufolge laufen darüber hinaus Planungen für Sicherheitsgarantien für den Fall einer Waffenruhe zwischen der Ukraine und Russland. US-Präsident Donald Trump zeigte sich zuletzt bei den G7- und Nato-Gipfeln Kiew gegenüber wohlwollender. Der Koalition haben sich mittlerweile auch Moldau und Nordmazedonien angeschlossen. Auch EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen und EU-Ratspräsident Antonio Costa werden zu den Beratungen erwartet.

+++ 12:52 Peskow: Pufferzone in Ukraine wird ausgedehnt +++

Der russische Präsident Wladimir Putin ist Kremlsprecher Dmitri Peskow zufolge weiterhin offen für eine diplomatische Lösung des Ukraine-Konflikts. Als Reaktion auf eine Eskalation seitens der Regierung in Kiew richte Russland jedoch eine ausgedehntere Pufferzone in der Ukraine ein, sagt Peskow. Er reagiert damit auf einen Bericht der Nachrichtenagentur Reuters, wonach jüngste ukrainische Drohnenangriffe auf russische Ölraffinerien und Häfen Putin in seiner Entschlossenheit bestärkt haben. Da die Ukraine derzeit kein Interesse an Verhandlungen zeige, setze Russland seinen Militäreinsatz fort, erklärt Peskow weiter.

Die Ukraine wehrt sich seit mehr als vier Jahren gegen eine russische Invasion. Dabei hat das russische Militär nach Angaben aus Kiew im ersten Halbjahr 2026 trotz extrem hoher Verluste weniger als halb so viel ukrainisches Territorium erobert wie im vergleichbaren Vorjahreszeitraum. Russland habe eine großangelegte Offensive geplant, aber praktisch keins seiner gesteckten Ziele erreicht, schrieb der Oberbefehlshaber der ukrainischen Truppen, Olexander Syrskyj, jüngst bei Telegram.

+++ 12:18 IEA senkt Prognose für Russlands Ölförderung +++

Die Internationale Energie-Agentur (IEA) senkt ihre Prognose für Russlands Ölförderung wegen der ukrainischen Angriffe auf die Energie-Infrastruktur. "Anhaltende Angriffe auf Raffinerien, Lager und Transportinfrastruktur untermauern einen schwächeren Produktionsausblick", teilt die IEA in ihrem Monatsbericht mit. "Wir haben unsere Prognose für das russische Angebot für dieses und nächstes Jahr entsprechend um 85.000 Barrel pro Tag beziehungsweise 150.000 Barrel pro Tag auf durchschnittlich 8,8 Millionen Barrel pro Tag im Prognosezeitraum gesenkt." Die Ukraine hat in den vergangenen Monaten ihre Drohnenangriffe auf Russlands Energieanlagen verstärkt. Die Folge ist ein Anstieg der russischen Rohölexporte. Sie beliefen sich laut IEA im Juni auf 5,8 Millionen Barrel pro Tag - ein Anstieg um 620.000 Barrel pro Tag gegenüber Mai. Die Exporte von Ölprodukten sanken dagegen im Juni um 230.000 Barrel auf 1,91 Millionen Barrel pro Tag. Um Engpässen auf dem heimischen Markt entgegenzuwirken, hat Russland in dieser Woche ein Exportverbot für Diesel verhängt. Dieses ergänzt bereits bestehende Beschränkungen für den Verkauf von Benzin und Kerosin ins Ausland.

+++ 11:25 Panzerwagen soll durch Front-Gebiet rasen - ohne Fahrer +++

Autonomes Kriegsgerät bestimmt schon lange die Kämpfe in der Ukraine. In der Verteidigung gegen Russlands Invasion stellt Kiews Militär nun eine neue Umrüstung vor: ein umgerüstetes Panzerfahrzeug vom Typ Novator, das sich 500 Kilometer ferngesteuert fahren lässt.

+++ 10:30 Russland: "Terrorakt" gegen Militärflugplatz in Rostow vereitelt +++

Russland hat nach eigenen Angaben einen "Terrorakt" gegen einen Militärflugplatz in der russischen Oblast Rostow vereitelt. An dem Angriff seien ukrainische Drohnen beteiligt gewesen, teilt der russische Inlandsgeheimdienst FSB der staatlichen Nachrichtenagentur Interfax zufolge mit. Rostow liegt im Süden Russlands und grenzt an die Ukraine.

+++ 09:50 Behörden: Feuer in russischer Ölraffinerie Ilski gelöscht +++

Ein nach einem Drohnenangriff ausgebrochenes Feuer in der russischen Ölraffinerie Ilski ist wieder gelöscht worden. Das teilen die örtlichen Behörden in der südrussischen Oblast Krasnodar mit. Krasnodar liegt am Schwarzen Meer und ist über die Brücke von Kertsch mit der ukrainischen Halbinsel Krim verbunden, die Russland bereits 2014 annektiert hat.

+++ 09:13 Syrskyj: Russischer Vormarsch stark verlangsamt +++

Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyj, sieht den russischen Vormarsch in der Ukraine stark verlangsamt. "Derzeit liegt das Verhältnis unserer Angriffsoperationen zu denen des Gegners bei etwa 40 zu 60. Dem Einsatz der Verteidigungskräfte ist es zu verdanken, dass sich das Tempo des russischen Vormarschs in der ersten Hälfte des Jahres 2026 um mehr als die Hälfte verringert hat", heißt es in einem entsprechenden Beitrag der sozialen Medien laut Übersetzung des Portals "Ukrainska Pravda".

+++ 08:00 Moskau: Hunderte ukrainische Drohnen abgeschossen +++

Aus dem Süden Russlands werden mehrere Brände in Energieanlagen gemeldet. In Krasnodar sei nach einem Drohnenangriff ein Feuer in der Ölraffinerie Ilski ausgebrochen, teilen die Behörden der Region mit (siehe etwas weiter unten den Beitrag von 6:20 Uhr). In der Region Rostow wiederum ist die Feuerwehr nach Angaben der dortigen Behörden dabei, Brände in zwei Treibstofflagern sowie im Seehafen von Taganrog zu löschen. Das russische Verteidigungsministerium erklärt, die Luftverteidigung habe in der Nacht 376 ukrainische Drohnen abgeschossen. Die Ukraine greift seit geraumer Zeit als Reaktion auf den russischen Angriffskrieg verstärkt Energieanlagen in Russland mit Drohnen an. In einigen russischen Regionen hat dies zu akuter Treibstoffknappheit geführt.

+++ 07:13 Insider: Russische Saratow-Raffinerie stoppt nach Drohnenangriff Betrieb +++

Die russische Ölraffinerie in Saratow soll nach kürzlichen ukrainischen Drohnenangriffen ihren Betrieb eingestellt haben. Dies berichtet die Nachrichtenagentur Reuters unter Berufung auf zwei Quellen, die erklärten, die Drohnen hätten die einzige Rohöldestillationsanlage des Werks, die CDU-6, getroffen. Das ukrainische Militär erklärte vor wenigen Tagen, es habe die Raffinerie angegriffen. Auch Russlands größte Raffinerie, die in Omsk, hatte kürzlich Reuters zufolge ihren Betrieb nach Angriffen eingestellt.

+++ 06:20 Weiterer Treffer gegen russische Ölinfrastruktur? +++

Im Zuge ihrer jüngsten Angriffe auf russischem Territorium könnte der Ukraine wieder ein empfindlicher Treffer gegen die russische Ölinfrastruktur gelungen sein. Wie der "Kyiv Independent" berichtet, hätten Bewohner nahe der Ölraffinierie von Ilski Fotos und Videos in sozialen Medien geteilt, die ein dortiges Feuer zeigen sollen. Auch wenn weitere Details unklar seien, sollen ukrainische Drohnen über dem betreffenden Teil Russlands unterwegs gewesen sein, als der mutmaßliche Treffer gelang. Anfang Juni hatte es bereits einen Angriff auf die Anlage gegeben, den der ukrainische Generalstab damals bestätigte. Diesmal stehen eine Bestätigung oder Reaktionen von offizieller Seite noch aus.

+++ 05:33 Andrij Melnyk wünscht sich Rückkehr nach Berlin +++

Der ehemalige Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, bringt eine zweite Amtszeit in Berlin ins Gespräch. "Wenn sich eine Chance bieten würde, wäre ich gerne ein zweites Mal Botschafter hier", sagt Melnyk im "Spiegel"-Spitzengespräch bei Markus Feldenkirchen. "Deutschland ist ein Land, das ich mag und hoffe, es besser zu verstehen als die anderen Kollegen. Das heißt, dass man auch viel erreichen könnte", so Melnyk. Deshalb könne er sich eine Rückkehr in die deutsche Hauptstadt vorstellen.

+++ 04:28 Melnyk: Schröder könnte Putin-Freundschaft für Verhandlungen nutzen +++

Der ehemalige Botschafter der Ukraine in Deutschland, Andrij Melnyk, sieht Alt-Kanzler Gerhard Schröder als einen möglichen Teilnehmer für potenzielle Gespräche mit Wladimir Putin. Schröder könne "seinen persönlichen Beitrag dazu zu leisten, dass wir vielleicht doch näherkommen" und seine Freundschaft nutzen, um "gewisse Botschaften zu übermitteln", sagt Melnyk im "Spiegel"-Spitzengespräch bei Markus Feldenkirchen.

+++ 02:55 Luxemburgs Premierminister: Russland nicht an Frieden interessiert +++

Luxemburgs Premierminister Luc Frieden hat US-Präsident Donald Trump vorgeworfen, mit Blick auf mögliche Friedensverhandlungen zwischen Russland und der Ukraine die Realität zu verkennen. "Natürlich hoffe auch ich auf Frieden in der Ukraine. Aber zwischen Hoffnungen und Realität liegt ein großer Unterschied", sagte Frieden im Interview mit dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). "Es hat zwar Versuche der USA gegeben, Putin zu Verhandlungen zu bewegen. Doch Russland hat bis heute keine Anzeichen erkennen lassen, dass es an ernsthaften Gesprächen über einen dauerhaften Frieden interessiert ist."

+++ 02:10 Selenskyj: US-Grundsatzeinigung über Produktion von Patriot-Raketen +++

Die Ukraine und die USA machen auf politischer Ebene den Weg für Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen frei. Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge sollen Lieferungen der PAC-3-Raketen in den kommenden Tagen eintreffen. Zudem liefen Gespräche mit der Regierung in Washington über die gemeinsame Produktion von Drohnen, sagt der Präsident nach seiner Rückkehr vom Nato-Gipfel in der Türkei.

+++ 00:09 Nach Explosion in Munitionsdepot: Ukraine leitet Ermittlungen ein +++

Nach der Explosion in einem Munitionsdepot in Wyschnewe bei Kiew infolge eines russischen Angriffs leitet die Ukraine strafrechtliche Ermittlungen ein. Das berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf Präsident Wolodymyr Selenskyj. Demnach handele es sich bei der getroffenen Anlage um ein Depot des staatlichen Rüstungskonzerns Ukroboronprom. Selenskyj kündigt an, die Verantwortlichen zur Rechenschaft zu ziehen.

+++ 22:13 Ukraine-Koalition soll Militärparade in Paris eröffnen +++

Die diesjährige große Militärparade zum französischen Nationalfeiertag am 14. Juli werden rund 500 Soldaten der sogenannten Koalition der Willigen zur Unterstützung der Ukraine eröffnen. Wie der Elysée-Palast mitteilt, werden auch 25 ukrainische Soldaten nach den etwa 500 Soldaten der Ukraine-Koalition in Paris mitmarschieren. Dies sei ein "starkes Symbol" Europas, das sich der "Gefährlichkeit der Welt" bewusst sei und dass es sein "Schicksal in die Hände nehmen" müsse. Zu der traditionellen Militärparade auf dem Prachtboulevard Champs-Elysées werden rund 30 Staats- und Regierungschefs als Gäste erwaretet. Die Teilnahme des ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj sowie von Vertretern aus Deutschland, Italien und Spanien wurde bereits angekündigt.

+++ 21:31 Projekt soll Kriegstraumata von Kindern aus Region Charkiw lindern +++

Rund 200 Kinder von Soldaten, Polizisten und Rettungskräften aus der ukrainischen Region Charkiw haben an einem Erholungsprogramm in den Karpaten teilgenommen, das ihre psychische Belastung durch den Krieg lindern soll. Das berichtet die "Kyiv Post". Das von Präsident Wolodymyr Selenskyj initiierte Projekt kombiniert Erholung, psychologische Betreuung und Sport. Nach Angaben der Organisatoren berichten mehr als 70 Prozent der teilnehmenden Kinder von einer verbesserten emotionalen Verfassung.

+++ 20:43 Russland verurteilt vier Verteidiger von Mariupol zu lebenslanger Haft +++

Die russischen Besatzungsbehörden in der Region Donezk haben vier ukrainische Marineoffiziere zu lebenslanger Haft in einer Hochsicherheitsstrafkolonie verurteilt. Das berichtet der "Kyiv Independent" unter Berufung auf das russische Ermittlungskomitee. Betroffen sind der Kommandeur der 36. Separaten Marinebrigade, Wolodymyr Baranjuk, zwei seiner Stellvertreter sowie der Kommandeur des 501. Marinebataillons. Die vier hatten an der Verteidigung der von russischen Truppen belagerten Hafenstadt Mariupol teilgenommen. Russland nutzt regelmäßig erfundene Anklagen, um gefangengenommene ukrainische Soldaten, Aktivisten, Journalisten und Zivilisten zu inhaftieren.

++ 20:07 OSZE: Russland indoktriniert junge Ukrainer in besetzten Gebieten +++

Russland unterzieht nach einem Bericht unabhängiger Experten zahlreiche junge Ukrainer in besetzten Gebieten einer militärischen Indoktrination. Der von der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) in Auftrag gegebene Bericht kommt zu dem Schluss, dass das Vorgehen womöglich den Tatbestand eines Verbrechens gegen die Menschlichkeit erfüllt. Demnach werden ukrainische Männer und Jungen durch Einberufungen und Ausbildungslager auf den Militärdienst in der russischen Armee vorbereitet. Die Experten schätzen, dass rund 1,6 Millionen junge Ukrainer in den besetzten Gebieten gefährdet sind.

+++ 19:26 Ermittlungen nach Ausschreitungen wegen Rekrutierung in Lwiw +++

Nach Ausschreitungen im Zusammenhang mit der Rekrutierung eines jungen Mannes für die ukrainische Armee leitet die Justiz in der westukrainischen Stadt Lwiw Ermittlungen ein. Nach Angaben der Generalstaatsanwaltschaft wurden zwei Strafverfahren eröffnet, unter anderem wegen eines Angriffs auf Polizisten und der Behinderung der Tätigkeit der ukrainischen Streitkräfte. Auslöser ist ein Vorfall, bei dem eine Menschenmenge ein Fahrzeug der Armee umstellt, beschädigt und umgekippt hatte. Laut dem örtlichen Rekrutierungszentrum war der junge Mann wegen Verstößen gegen Vorschriften zur militärischen Registrierung kontrolliert und unter dem Verdacht festgenommen worden, sich dem Militärdienst entzogen zu haben.

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