Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 15:44 Ukraine: Keine Hinweise für staatliche Beteiligung an Nord-Stream-Anschlägen +++

09.07.2026, 00:01 Uhr

Im Fall der gesprengten Nord-Stream-Pipelines weist die Generalstaatsanwaltschaft in Kiew deutsche Mutmaßungen über eine Beteiligung staatlicher Stellen in der Ukraine zurück. Bislang gebe es keine Hinweise darauf, dass die Ukraine, ihre Behörden oder einzelne Amtsträger an den Explosionen in der Ostsee im September 2022 beteiligt gewesen seien oder entsprechende Anweisungen erteilt hätten, erklärt die Strafverfolgungsbehörde. Für weitere Untersuchungen schlägt sie die Einrichtung einer gemeinsamen Ermittlungsgruppe mit Deutschland vor. Die Ermittlungen seien noch nicht abgeschlossen, und Erkenntnisse würden weiterhin gesammelt und geprüft.

+++ 15:10 Bericht: Geheime Militärkooperation zwischen Russland und China umfangreicher als gedacht +++

Bislang nicht öffentliche Dokumente deuten laut Recherchen des "Spiegel" und anderen Medien auf eine deutlich engere militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und China hin. Demnach vereinbarten Vertreter staatlicher russischer und chinesischer Rüstungsunternehmen sowie der chinesischen Volksbefreiungsarmee bei einem geheimen Treffen in Moskau im Mai/Juni 2023 die gemeinsame "Entwicklung eines Luft- und Raketenabwehrsystems der nächsten Generation". Nach Angaben der Medien soll das System unter anderem Hyperschallraketen und ballistische Mittelstreckenraketen abwehren können. Das Projekt dürfte demnach um das Jahr 2030 einsatzbereit sein. Bundesaußenminister Johann Wadephul bezeichnet die Erkenntnisse laut "Spiegel" als "äußerst besorgniserregend". Vergangene Woche hatte deshalb das Auswärtige Amt den chinesischen Botschafter in Berlin zu einem dringlichen Gespräch geladen.

Johann-Wadephul-CDU-Bundesaussenminister-trifft-Pablo-Quirno-Aussenminister-von-Argentinien-zu-einem-Gespraech-in-Buenos-Aires-01-07-2026
"China muss wissen, dass das den absoluten Kernbereich europäischer Sicherheitsinteressen verletzt", sagte Johann Wadephul dem "Spiegel". (Foto: picture alliance / AA/photothek.de)

+++ 14:34 Spionageaffäre: Rom weist zwei russische Diplomaten aus +++

Im Zusammenhang mit einer Spionageaffäre verweist Italien zwei Diplomaten der russischen Botschaft des Landes. Auf Beschluss der Regierung von Ministerpräsidentin Giorgia Meloni müssen die beiden Militär-Attachés Italien binnen drei Tagen verlassen. Zu Beginn der Woche waren zwei ehemalige italienische Geheimdienstler festgenommen worden, die die Russen gegen Bezahlung mit geheimen Informationen versorgt haben sollen. Gegen vier weitere Italiener - alles Angehörige des Militärs - wird ermittelt.

+++ 13:57 Kreml weist Trump-Aussage zu ukrainischen Angriffen zurück +++

Der Kreml weist Aussagen von US-Präsident Donald Trump zurück, wonach ukrainische Angriffe auf Infrastruktureinrichtungen tief auf russischem Gebiet zu einem schnelleren Ende des Ukraine-Kriegs beitragen könnten. "Wir sehen einen gewissen Irrglauben innerhalb des Weißen Hauses", sagt Kremlsprecher Dmitri Peskow in Moskau. Vielmehr könne "eine weitere Eskalation die militärische Spezialoperation verlängern", fügt Peskow hinzu. Mit dem Begriff wird von offiziellen Stellen in Russland der Angriffskrieg in der Ukraine umschrieben. Je mehr die ukrainische Armee "unsere Infrastruktur angreift, desto mehr werden wir die Sicherheitszone an der Front ausdehnen müssen", so Peskow.

+++ 13:14 Insider: Putin gegen Friedensgespräche - Mögliche Angriffe auf Nato-Ziele +++

Russlands Präsident Wladimir Putin lehnt Insidern zufolge Friedensverhandlungen mit der Ukraine ab und bereitet stattdessen eine Eskalation des Krieges vor. Die jüngsten ukrainischen Drohnenangriffe auf russische Raffinerien und Häfen hätten Putins Entschlossenheit gestärkt, erfährt die Nachrichtenagentur Reuters von drei dem Kreml nahestehenden Personen. Zwei dieser Insider sagen, Putin werde den Konflikt stattdessen wahrscheinlich weiter verschärfen. Einer von ihnen, der den Präsidenten regelmäßig trifft, spricht von einer "hohen Wahrscheinlichkeit" einer Eskalation in den kommenden Monaten. Aus ukrainischen Regierungskreisen verlautet, Geheimdienstberichte deuteten darauf hin, dass Putin neue Militäreinsätze oder sogar einen Angriff auf ein anderes europäisches Land vorbereite.

+++ 12:42 Selenskyj bestätigt jüngste Angriffe auf russische Öllager +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bestätigt die jüngsten Angriffe der ukrainischen Armee auf zwei russische Öllager in den Regionen Twer und Stawropol. Beide liegen rund 500 Kilometer von der Frontlinie entfernt. Damit reagiere das Militär darauf, dass Russland den Krieg in die Länge ziehe und seine Angriffe fortsetze, so Selenskyj bei X. Selenskyj schreibt ebenfalls von einem Angriff auf ein Öl-Verladeterminal in der Region Rostow sowie auf eine Öl-Pumpstation in der Stadt Ufa in den vergangenen Tagen.

+++ 12:06 Ukraine: Zwölf russische Tanker angegriffen +++

Der ukrainische Generalstab bestätigt neue Angriffe auf russische Tanker im Asowschen Meer, macht aber deutlich höhere Angaben als Moskau. So wurden nach Darstellung Kiews zwölf Tanker, ein Bugsierschiff und ein Trockenfrachter auf See getroffen. Die betreffenden Schiffe seien zur Treibstoffversorgung des russischen Militärs und zur Umgehung der Sanktionen gegen den Ölexport Russlands genutzt worden, teilt der Generalstab auf Telegram mit. Zudem hätten die Drohnen auch ein Ölumschlagterminal im Gebiet Rostow getroffen und in Brand gesetzt.

+++ 11:31 Ukraine konnte ballistische Raketen nicht abwehren +++

Nach Angaben der ukrainischen Luftstreitkräfte hat Russland die Ukraine in der Nacht zum Donnerstag mit 2 ballistischen Raketen des Typs Iskander-M sowie mit 94 Drohnen angegriffen. 72 der Drohnen konnten demnach abgewehrt werden - die ballistischen Raketen sowie weitere Drohnen nicht. Insgesamt seien Treffer an 13 ukrainischen Orten verzeichnet worden. An 4 weiteren Orten seien nach dem Abschuss russischer Drohnen Trümmer niedergegangen.

+++ 10:48 Ukrainische Seedrohne entgeht russischem Dauerbeschuss +++

Das ukrainische Militär nimmt in den letzten Tagen reihenweise Schiffe der russischen Schattenflotte ins Visier. Ein Video eines solchen Angriffs zeigt die Fahrt einer Seedrohne im Schwarzen Meer. Immer wieder schlägt um sie herum russisches Abwehrfeuer ein - verfehlt aber sein Ziel.

+++ 10:15 Melnyk über Nato-Zusagen: "Die Signalwirkung ist sehr stark" +++

Der UN-Botschafter der Ukraine, Andrij Melnyk, begrüßt die Zusagen an die Ukraine beim Nato-Gipfel als "wichtiges Signal". Es zeige sowohl den Ukrainern als auch Russlands Präsident Wladimir Putin, dass die Nato einig bleibe, sagt Melynk im ZDF-"Morgenmagazin". "Die Signalwirkung ist sehr stark." Melnyk begrüßt auch die von US-Präsident Donald Trump angekündigte Erlaubnis für die Ukraine, selbst Patriot-Luftabwehrraketen herstellen zu dürfen. Dies sei eine wichtige Botschaft. Allerdings benötige die Ukraine diese Abwehrsysteme sofort - die eigene Herstellung werde Monate, vielleicht auch Jahre dauern. "Es kommt darauf an, dass diese Abwehrraketen heute ankommen und nicht übermorgen."

+++ 09:36 Merz: USA haben Verkauf von Tomahawks an Deutschland zugestimmt +++

Die US-Regierung hat dem Verkauf von weitreichenden Tomahawk-Marschflugkörpern an Deutschland zugestimmt. Sie würden von der Bundesregierung erworben und in Deutschland stationiert, sagt Bundeskanzler Friedrich Merz in einer Regierungserklärung im Bundestag. Darauf hätten sich beide Seiten am Rande des Nato-Gipfels im türkischen Ankara geeinigt.

+++ 08:58 Russland will ukrainische Anschlagspläne mit westlicher Verwicklung vereitelt haben +++

Der russische Inlandsgeheimdienst FSB hat nach eigenen Angaben mehrere von der Ukraine mit Drohnen geplante Anschläge in Moskau vereitelt. Die Anschlagspläne seien gegen ranghohe Offiziere der russischen Armee sowie ein führendes Rüstungsunternehmen gerichtet gewesen, teilt der Geheimdienst mit. Das Vorhaben sei vom ukrainischen Geheimdienst geplant worden. Zudem habe eine direkte Beteiligung westlicher Geheimdienste vorgelegen. Unabhängig überprüfen lassen sich die Angaben nicht.

+++ 08:24 Ukraine greift Öllager im Nordwesten Russlands an +++

Nach einem ukrainischen Drohnenangriff gerät in der Region Twer im Nordwesten Russlands ein Öllager in Brand. Das teilt der Regionalgouverneur Witali Koroljow mit. Inzwischen sei das Feuer unter Kontrolle. Nach vorläufigen Informationen gebe es keine Verletzten. In sozialen Medien kursierten bereits zuvor Aufnahmen, die laut Augenzeugen eine Rauchsäule über dem Öllager zeigen.

+++ 07:50 Russland meldet ukrainischen Drohnenangriff auf Tanker im Asowschen Meer +++

Die Ukraine attackiert nach russischen Angaben erneut die russische Energieinfrastruktur. Im Asowschen Meer seien bei einem ukrainischen Drohnenangriff zwei Tanker in Brand geraten, teilt der Gouverneur der südrussischen Region Rostow, Juri Sljusar, bei Telegram mit. Die Besatzungen der Schiffe seien in Sicherheit. Auf beiden Schiffen seien Brände ausgebrochen, das Feuer auf einem Schiff sei rasch gelöscht worden. Bereits in den vergangenen Tagen hatte die Ukraine nach eigenen Angaben mehrere Tanker der sogenannten russischen Schattenflotte in der Region attackiert, mit denen die Führung in Moskau versucht, westliche Sanktionen zu umgehen. 

+++ 07:19 Bericht: Ukrainische Armee trifft Öllager in Stawropol +++

Die ukrainische Armee trifft in der Nacht zum Donnerstag offenbar ein Öllager in der russischen Region Stawropol. Das berichtet das unabhängige Medium "Astra" unter Berufung auf Augenzeugen. Um welche Anlage es sich genau handelt, ist bislang unklar. Der örtliche Gouverneur Wladimir Wladimirow schreibt bei Telegram, der Brand in einem Betrieb hätte sich ausgebreitet. Das Feuer habe Tanks mit brennbaren Stoffen erreicht. Aus Sicherheitsgründen sollten Bewohner in angrenzenden Gebieten ihre Häuser verlassen. 

+++ 06:41 Ukraine: Russland verliert 1310 Soldaten innerhalb eines Tages +++

Nach Angaben des ukrainischen Generalstabs verliert die russische Armee innerhalb des vergangenen Tages 1310 Soldaten. Demnach steigt die Gesamtzahl der Soldaten, die Russland seit Beginn des Angriffskrieges verloren hat, auf 1.414.820. Zu eigenen Verlusten macht die ukrainische Armee keine Angaben. Verschiedene Denkfabriken gehen jedoch davon aus, dass die russischen Verluste die ukrainischen deutlich übersteigen.

+++ 06:04 Pflanze soll verseuchte Böden in der Ukraine säubern +++

Der Krieg in der Ukraine hinterlässt nicht nur Tod und Zerstörung, sondern auch verseuchte Erde. Wissenschaftler versuchen nun, die Böden durch den Anbau von Riesen-Schilfgras zu reinigen. Denn das bis zu vier Meter hohe Gewächs aus Asien kann mit seinen Wurzeln Schadstoffe aufnehmen. "Das Ziel ist es, so kontaminierte Gebiete zu sanieren", sagt der tschechische Umweltwissenschaftler Josef Trögl. Seit 2023 läuft das jüngste Experiment in der Ukraine mit Miscanthus giganteus - so der botanische Name der Pflanze. Die Nato fördert das Projekt, die tschechische Jan-Evangelista-Purkyne-Universität (Ujep) leitet es.

+++ 04:57 Bericht: Ukrainische Angriffe auf russische Öldepots +++

Mehrere russische Telegram-Kanäle berichten in der Nacht über ukrainische Angriffe auf russische Öldepots. Demnach soll es zu Bränden gekommen sein. Augenzeugen berichten von Drohnen. Die Angaben lassen sich bisher nicht unabhängig verifizieren. Der Regionalgouverneur Wladimir Wladimirow bestätigt einen Angriff auf eine nicht näher bezeichnete "Industrieanlage", berichtet "Kyiv Independent".

+++ 03:25 Brände nach Raketenschlag in Odessa +++

In der südukrainischen Hafenstadt Odessa geraten ein Kleinbus und eine Zapfsäule durch einen russischen Raketenschlag in Brand. Die Einsatzkräfte haben das Feuer mittlerweile gelöscht, berichtet der regionale Gouverneur Oleh Kiper.

+++ 02:29 Wadephul lobt die Ukraine-Beschlüsse des Nato-Gipfels +++

Bundesaußenminister Johann Wadephul äußert sich nach dem Nato-Gipfel zufrieden über die Ukraine-Hilfen. Die Nato "hat jetzt gezeigt, dass sie die Ukraine stark unterstützen kann. Sie hat sich auf neue Rüstungsprojekte, neue Kooperationen verständigt", lobt der Minister die Beschlüsse in Ankara.

+++ 00:08 Moskau warnt EU-Staaten vor einem "bewaffneten Konflikt" +++

Russland verurteilt die Zusagen des Nato-Gipfels an die Ukraine als "verantwortungslos". Die europäischen Staaten bereiteten sich "auf einen bewaffneten Konflikt mit Russland vor", droht das russische Außenministerium. Moskau wirft den Mitgliedsländern des Militärbündnisses "verantwortungslose Entscheidungen vor, die in eine Katastrophe münden könnten".

+++ 22:12 Ukrainischer Skeletoni nennt IOC-Entscheidung eine "Schande" +++

Der ukrainische Skeleton-Fahrer Wladislaw Heraskewytsch kritisiert die Aufhebung der IOC-Sanktionen gegen russische Sportler scharf. Die Entscheidung sei "Wahnsinn" und eine "Schande", sagt der 27-Jährige dem "Münchner Merkur/TZ". Angesichts der anhaltenden russischen Raketenangriffe auf Kiew komme der Schritt zur Unzeit. Heraskewytsch appelliert an die nationalen Sportverbände, Russland nicht wieder uneingeschränkt zu Wettkämpfen zuzulassen. Zudem fordert er Regierungen auf, die Einreise russischer Sportler zu untersagen.

+++ 21:22 Merz lobt Rutte und Trump +++

Bundeskanzler Friedrich Merz zieht nach dem Nato-Gipfel in Ankara eine positive Bilanz. Nato-Generalsekretär Mark Rutte sei in der Lage, das Bündnis zusammenzuhalten, und der "Beste zu seiner Zeit", sagt Merz. Auch den Auftritt von US-Präsident Donald Trump lobt der Kanzler: Trump habe an den Beratungen vollständig teilgenommen und den Beiträgen auch kleinerer Mitgliedstaaten aufmerksam zugehört.  Zudem habe der US-Präsident in seinem Schluss-Statement den Satz gesagt "There is a feeling of love in the air", zitiert Merz Trump auf Englisch. ("Es liegt ein Gefühl von Liebe in der Luft.")

U-S-President-Donald-Trump-meets-with-NATO-Secretary-General-Mark-Rutte-on-the-sidelines-of-NATO-meeting-at-the-Bestepe-Presidential-complex-in-Ankara-Turkey-Wednesday-July-8-2026-The-summit-comes-at-a-critical-moment-for-the-77-year-old-transatlantic-alliance-as-the-U-S-president-presses-members-to-honor-their-pledge-to-boost-defense-spending-amid-Washington-s-pullback-from-Europe
Nato-Generalsekretär Mark Rutte betont nach dem Gipfeltreffen in Ankara den Zusammenhalt des Militärbündnisses. "Wir haben das Gefühl, dass diese Allianz enger zusammensteht als je zuvor", so Rutte. (Foto: picture alliance / newscom)

+++ 20:48 Ukraine meldet Tote nach russischem Raketenschlag auf Odessa +++

In der südukrainischen Hafenstadt Odessa sind mindestens vier Menschen bei einem russischen Raketenschlag getötet worden. Sechs weitere Menschen seien verletzt worden, teilt der Chef der Militärverwaltung der Millionenstadt, Serhij Lyssak, bei Telegram mit. Bei dem Angriff wurde demnach nicht genannte Infrastruktur beschädigt. Zuvor hatte die ukrainische Luftwaffe vor ballistischen russischen Raketen gewarnt.

Alle früheren Entwicklungen können Sie hier nachverfolgen.