Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 20:41 Nur gegen Sicherheitsgarantien: 75 Prozent der Ukraine wollen Waffenruhe +++

31.08.2025, 20:41 Uhr

Eine große Mehrheit der Ukrainer spricht sich bei einer Umfrage für eine Waffenruhe lediglich bei klaren Sicherheitsgarantien aus. Gleich 75 Prozent von insgesamt 1600 befragten Ukrainern sahen entsprechende Sicherheitsgarantien Europas und der USA als Vorbedingung für ein Ende der Kampfhandlungen, wie die Befragung der ukrainischen Rating Group ergibt. Gleich 82 Prozent halten Verhandlungen für einen realistischen Weg zur Beendigung des Kriegs, von ihnen wollen 62 Prozent die Hilfe anderer Länder bei der Suche nach einem Kompromiss, während sich 20 Prozent für direkte Verhandlungen mit Moskau aussprechen. 59 Prozent der Befragten befürworten ein Ende der Kämpfe und die Suche nach einem Kompromiss, während 20 Prozent den Krieg bis zur Rückeroberung des Donbass und der Halbinsel Krim fortsetzen wollen. Lediglich 13 Prozent befürworten eine Rückkehr zu den Trennungslinien vor dem russischen Angriff am 23. Februar - also ohne Krim und Donbass. Die Rating Group hat insgesamt 1600 Menschen in der Ukraine im Zeitraum zwischen dem 21. und 23. August dieses Jahres befragt.

+++ 19:55 Fico schießt erneut quer: Treffen mit Putin bei Chinabesuch geplant +++

Wie der Kreml mitteilt, wird der russische Präsident Wladimir Putin in den kommenden Tagen in China mit dem slowakischen Premierminister Robert Fico zusammentreffen. Fico ist einer der wenigen EU-Regierungschefs, die seit dem Beginn der russischen Invasion in der Ukraine im Februar 2022 regelmäßige Kontakte zu Putin unterhalten. Der außenpolitische Berater des Kremls, Juri Uschakow, teilt Reportern mit, dass ein Treffen zwischen den beiden "geplant" sei, ohne nähere Angaben darüber zu machen, was sie besprechen würden oder wann genau sie sich treffen würden. Fico reist am Mittwoch nach Peking, um an der Parade zum Ende des Zweiten Weltkriegs in Asien teilzunehmen. Fico hat die europäischen Staats- und Regierungschefs verärgert, indem er die Unterstützung der EU für die Ukraine kritisierte und sich gegen die Bemühungen zur Reduzierung der Energieimporte aus Russland wehrte. Die Slowakei ist in hohem Maße auf russisches Gas angewiesen. Im Mai widersetzte er sich Brüssel und reiste nach Moskau, um an Putins Parade zum Tag des Sieges auf dem Roten Platz teilzunehmen.

+++ 18:55 Ukraine: 290.000 Russen seit Jahresbeginn getötet oder verwundet +++

Der Oberbefehlshaber der ukrainischen Streitkräfte, Oleksandr Syrskyi, berichtet Präsident Selenskyj, dass die russischen Streitkräfte seit Anfang 2025 an der gesamten Frontlinie mehr als 290.000 Tote und Verletzte zu beklagen haben. Die schwersten russischen Verluste gibt es demnach im Gebiet Donezk, insbesondere in Richtung Pokrowsk, heißt es auf dem Telegramkanal des Präsidenten. Dort liegen die russischen Hauptanstrengungen. Strategische Ziele haben die Kreml-Truppen jedoch nicht erreichen können, so Syrskyi. Präsident Selenskyj betont, dass die ukrainischen Einheiten wöchentlich den "Austauschfonds" mit russischen Kriegsgefangenen auffüllen, sprich: es würden zahlreiche russische Soldaten gefangengenommen.

+++ 18:19 Russland baut in Kernkraftwerk Saporischschja um und sperrt Inspektoren aus +++

Russland verweigert Nuklearinspektoren einem Sky-Bericht zufolge den Zugang zu einem neuen Damm, der im Kernkraftwerk Saporischschja errichtet wurde. Dieser entstand, um die sechs Reaktoren des größten Atomkraftwerk Europas kalt abzuschalten. Das Kraftwerk in der besetzten Ukraine steht seit März 2022 unter russischer Militärkontrolle. Schon mehrfach sprach die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) Warnungen aus. "Unser Zugang zu diesem Damm ist unerlässlich, um die Kühlwassersituation zu beurteilen, was angesichts der fragilen nuklearen Sicherheitslage im KKW ZNPP von entscheidender Bedeutung ist", sagt IAEA-Generaldirektor Rafael Grossi. Das Problem wird dadurch verschärft, dass das Atomkraftwerk jetzt auf eine einzige Stromleitung außerhalb des Standorts angewiesen ist, um den Strom zu erhalten, den es zur Kühlung seiner sechs Reaktoren und der abgebrannten Brennelemente benötigt.

+++ 17:46 "Niemand redet über Bodentruppen" - Merz will vorrangig ukrainische Armee stärken +++

Kanzler Merz weist Spekulationen über den Einsatz von Bodentruppen in der Ukraine zurück. "Für den gegenwärtigen Fall spricht niemand über Bodentruppen in der Ukraine", sagt er im ZDF-Sommerinterview und betont, es gebe keine Differenzen mit dem sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer. Man spreche mit den westlichen Verbündeten über Sicherheitsgarantien für den Fall eines Waffenstillstandes. "Priorität Nummer eins ist die Unterstützung der ukrainischen Armee, dass sie dieses Land auf Dauer verteidigen kann." Damit beginne man jetzt. Vieles andere werde relevant, wenn es ein Abkommen mit Russland gebe. Dafür müsse aber auch klar sein, dass die Ukraine dauerhaft ihre Eigenständigkeit und Bündnisfreiheit behalte. "Niemand redet über Bodentruppen in der Ukraine zum jetzigen Zeitpunkt", stellt er klar. Falls die Bundeswehr irgendwann eingesetzt werde, auch bei einem Schutz des Luftraums über der Ukraine, bräuchte man ein Bundestagsmandat.

+++ 17:14 Trump-Initiative läuft ins Leere: Ungarn gegen Gespräche der Ukraine zu EU-Beitritt +++

Ungarn wird sein Veto gegen die Eröffnung von Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine zur Europäischen Union nicht aufheben, stellt der ungarische Außenminister Péter Szijjártó laut Index.hu klar. Auf einer Pressekonferenz nach einem informellen Treffen des EU-Rates für Auswärtige Angelegenheiten kritisiert Szijjártó erneut die Unterstützung der EU für die Ukraine und behauptet, die meisten EU-Länder seien "nicht am Erfolg der Friedensverhandlungen interessiert". Szijjártó sagt, Budapest stehe unter "starkem Druck", den Beitritt der Ukraine zu beschleunigen und neue Sanktionen gegen Russland zu unterstützen, aber er verspricht, seine Regierung werde "das Land und seine Wirtschaft vor diesem Druck schützen, ebenso wie das ungarische Volk vor den negativen Folgen des Krieges." Inwiefern das Land unter Druck steht, erklärt er hingegen nicht. Zuvor hatte Politico berichtet, US-Präsident Donald Trump habe den ungarischen Ministerpräsidenten Viktor Orbán davon überzeugt, seinen Widerstand gegen die EU-Mitgliedschaft der Ukraine zu überdenken.

+++ 16:35 Kreml-Sprecher Peskow wirft Europäern Friedens-Sabotage vor +++

Der Kreml wirft europäischen Mächten vor, die Friedensbemühungen von US-Präsident Donald Trump in der Ukraine zu behindern. Russland werde seinen Einsatz fortsetzen, bis es echte Anzeichen für eine Friedensbereitschaft Kiews sehe, sagt Kreml-Sprecher Dmitri Peskow. Die "europäische Kriegspartei" behindere die Bemühungen der USA und Russlands. Man sei zu einer politischen Lösung bereit, sehe aber kein Entgegenkommen der ukrainischen Führung. Das Entgegenkommen, von dem der Kreml vielfach spricht, bedeutete für Moskau bislang eine faktische Unterwerfung der Ukraine. Zudem, so hieß es aus Moskau zeitweise, soll sie auf große Teile seines Landes verzichten, selbst solche, die Russland derzeit nicht kontrolliert. Moskau will des Weiteren die ukrainische Führung absetzen. Hätte es die vom Kreml angeprangerten Waffenlieferungen des Westens nicht gegeben, würde die Ukraine in dieser Form voraussichtlich nicht mehr existieren.

+++ 16:03 Merz: Kapituliert die Ukraine, sind übermorgen wir dran +++

Bundeskanzler Friedrich Merz rechnet noch mit einem langen Krieg zwischen Russland und der Ukraine. "Ich stelle mich innerlich darauf ein, dass dieser Krieg noch lange dauern kann", sagt der CDU-Vorsitzende im ZDF-Sommerinterview. Er mache sich keine Illusionen, wie Kriege endeten. "Entweder durch eine militärische Niederlage des einen gegen den anderen. Das sehe ich im Augenblick weder für Russland noch für die Ukraine", fügt Merz hinzu. "Oder aber durch eine wirtschaftliche und/oder militärische Erschöpfung. Das sehe ich aber im Augenblick auch auf beiden Seiten nicht." Man versuche derzeit durch intensive diplomatische Initiativen, den Krieg so schnell wie möglich zu beenden, "aber ganz sicher nicht um den Preis der Kapitulation der Ukraine", betont der Kanzler. Denn wenn die Ukraine kapituliere und ihre Eigenständigkeit verliere, sei das nächste Land dran, sagt er mit Blick auf Russland. "Und dann sind übermorgen wir dran. Das ist keine Option."

+++ 15:29 Nach ukrainischen Drohnenattacken Betrieb am Flughafen Sotchi wieder normal +++

Der Betrieb des Flughafens von Sotschi in der russischen Region Krasnodar ist nach einem Drohnenangriff gestört. Mehr als 50 Flüge sind verspätet. "Die Probleme begannen in der Nacht vom 29. zum 30. August, als die Region Krasnodar und das benachbarte Adygea von Drohnen angegriffen wurden. Der Flughafen stellte daraufhin vorübergehend den Flugverkehr ein, sodass Tausende von Menschen festsaßen. Der Flughafen warnte die Passagiere vor möglichen Verspätungen und Flugausfällen in den kommenden zwei Tagen. Mittlerweile soll laut "Moscow Times" der Flugverkehr weitgehend normal verlaufen. Einem Mitarbeiter zufolge seien acht Flüge um mehr als zwei Stunden verspätet gewesen. Das habe aber mit "betrieblichen Gründen bei den Fluggesellschaften" zu tun gehabt.

+++ 14:57 Papst Leo XIV. fordert sofortigen Waffenstillstand +++

Papst Leo XIV. fordert während des traditionellen Angelus-Gebets in Rom erneut ein Ende der Gewalt in der Ukraine. "Ich bekräftige nachdrücklich meinen dringenden Appell für einen sofortigen Waffenstillstand und für ernsthafte Bemühungen um einen Dialog", sagt das Oberhaupt der katholischen Kirche am Petersplatz. "Leider sät der Krieg in der Ukraine weiterhin Tod und Zerstörung", so Leo. Es sei an der Zeit, dass die Verantwortlichen die Logik der Waffen aufgäben und mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft den Weg der Verhandlungen und des Friedens einschlügen. "Die Stimme der Waffen muss verstummen", sagt der erste US-Amerikaner auf dem Stuhl Petri. "Ich rufe alle dazu auf, nicht in Gleichgültigkeit zu verfallen, sondern sich durch Gebete und konkrete Zeichen der Nächstenliebe solidarisch zu zeigen."

+++ 14:18 Norwegen baut seine Marine aus und setzt auf britische Fregatten +++

Norwegen will seine Marine mit Fregatten aus britischer Produktion verstärken. Die Regierung sei zu dem Schluss gekommen, dass Großbritannien der wichtigste strategische Partner Norwegens sei, sagt Ministerpräsident Jonas Gahr Store. Zudem liefere Großbritannien die besten Fregatten. Norwegen werde nun in die finalen Vertragsverhandlungen eintreten. Auch Deutschland, Frankreich und die USA hatten sich um den Großauftrag bemüht. Wie viele Schiffe bestellt werden, ist noch nicht bekannt. Derzeit verfügt Norwegen über vier Fregatten. Das Nato-Land grenzt an Russland und erhöht angesichts des russischen Einmarsches in die Ukraine seine Verteidigungsausgaben.

+++ 13:57 Bericht: Frachter im Schwarzen Meer durch Explosion beschädigt +++

Im Schwarzen Meer in der Nähe von Odessa ist ein Handelsschiff einem Bericht zufolge durch eine Explosion beschädigt worden. Das Schiff sei auf einen unbekannten Sprengkörper gestoßen, sagt ein Marinesprecher dem ukrainischen Medium Dumska zufolge. Demnach wurde niemand verletzt, das Schiff trug nur geringfügige Schäden davon und wird wohl weiterfahren können. Durch Russlands Angriffskrieg blieben viele explosive Gegenstände im Meer zurück, sagt der Marinesprecher. Ohne den Einsatz der Minenräumer gäbe es noch viel mehr solcher Vorfälle. In diesem Fall sollen nach vorläufigen Informationen Reste einer Kampfdrohne detoniert sein, die am Vortag abgeschossen wurde, meldet Dumska. Bei dem Schiff soll es sich um einen unter der Flagge von Belize fahrenden Frachter handeln, der zum Zeitpunkt der Explosion jedoch keine Ladung transportiert habe.

+++ 13:31 Selenskyj kündigt neue Angriffe tief in Russland an +++

Die Ukraine plant nach den Worten von Präsident Wolodymyr Selenskyj neue Angriffe tief in Russland. Nach einem Treffen mit General Olexandr Syrskyj schreibt Selenskyj auf der Plattform X, es seien auch neue, tiefgehende Angriffe geplant worden. Zuletzt hatte die Ukraine ihre Angriffe auf russische Energie-Anlagen verstärkt.

+++ 12:53 Ukrainischer Stromerzeuger: Vier Anlagen von Drohnen attackiert +++

Bei russischen Drohnenangriffen sind erneut Energie-Anlagen in der Ukraine beschädigt worden. Der größte ukrainische Stromerzeuger DTEK teilt mit, vier seiner Anlagen seien in der Nacht attackiert worden. Als Folge kam es zu Stromausfällen, von denen laut ukrainischer Behörden Zehntausende Haushalte betroffen sind. In der nördlichen Region Tschernihiw seien etwa 30.000 Haushalte ohne Strom, sowie Zehntausende weitere Menschen im Großraum Odessa im Süden des Landes.

+++ 12:13 Russland: AKW Kursk nach Drohnenangriff wieder bei voller Leistung +++

Der dritte Reaktor des Atomkraftwerks Kursk läuft laut russischen Angaben wieder mit voller Leistung. Das teilt der Kraftwerksbetreiber der staatlichen Nachrichtenagentur Tass zufolge mit. Zuvor soll ein ukrainischer Drohnenangriff einen Brand in der Nähe des Akws ausgelöst haben. Der Betreiber erklärte vor einer Woche, eine abgeschossene Kampfdrohne sei detoniert und habe einen Transformator beschädigt. Daraufhin sei die Leistung des Reaktors halbiert worden.

+++ 11:24 Militärblog: Hubschrauber auf Krim-Stützpunkt zerstört +++

Das russische Militär soll auf der besetzten Krim zwei Hubschrauber durch einen Drohnenangriff verloren haben. Die ukrainischen Drohnen hätten die Hubschrauber am Samstagmorgen auf dem Stützpunkt in Simferopol attackiert und zerstört, meldet der ukrainische Militärblog Militarnyi. Satellitenbilder würden dies belegen. Eine unabhängige Bestätigung für die Zerstörung der Militärhubschrauber gibt es bisher nicht. Das russische Verteidigungsministerium hatte am Samstag mitgeteilt, die Flugabwehr habe 18 ukrainische Drohnen über der von Russland annektierten Schwarzmeer-Halbinsel abgewehrt.

+++ 10:39 Ukraine widerspricht russischen Angaben zu Eroberungen +++

Die Ukraine stellt die jüngsten Erfolgsmeldungen Russlands zu Gebietsgewinnen über die vergangenen Monate infrage. Den russischen Truppen sei es nicht gelungen, die vollständige Kontrolle über eine größere Stadt zu erlangen, heißt es in einer Erklärung des ukrainischen Generalstabs. Die von Russland vorgelegten Zahlen zu seiner Sommeroffensive seien "grob übertrieben". Der russische Generalstabschef Waleri Gerassimow hatte am Samstag erklärt, dass Russland seit März mehr als 3500 Quadratkilometer und 149 Ortschaften erobert habe. Auch Analysten der Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) halten die russischen Angaben für übertrieben. (Siehe Eintrag um 07:08 Uhr)

+++ 10:06 Bericht: Ukrainer befreien Dorf bei Kupjansk, Russen rücken in Donezk vor +++

Das ukrainische Open-Source-Projekt Deepstatemap berichtet von einem Erfolg der Ukrainer an der Frontlinie im Nordosten des Landes. Demnach wurde das Dorf Myrne bei Kupjansk befreit. Laut dem Sender Suspilne ist das von Bedeutung, weil die Russen zuvor von dort die Fernstraße zum strategisch wichtigen Knotenpunkt Kupjansk kontrollieren konnten. Nach Angaben von Deepstatemap gelang es den Ukrainern zudem, die Russen aus Nowosseliwka in der Oblast Dnipropetrowsk zurückzudrängen. Die russischen Streitkräfte seien ihrerseits nahe der Dörfer Komyshuvakha und Mirolyubivka in der Region Donezk vorgerückt.

+++ 09:30 Ukraine: 126 von 142 Drohnen abgewehrt +++

Das ukrainische Militär hat letzte Nacht nach eigenen Angaben 126 von 142 russischen Drohnen abgewehrt. An 16 Orten kam es demnach zu Einschlägen oder Abstürzen von Drohnen. Berichte über eine verletzte Person sowie Schäden an Infrastruktur und Gebäuden kommen aus dem Großraum Odessa. Zudem berichtet die Region Cherson am Morgen von mindestens drei Verletzten durch russischen Beschuss.

+++ 08:39 Odessas Gouverneur: Zehntausende Menschen sind ohne Strom wegen Drohnenattacke +++

Die ukrainischen Behörden melden einen russischen Drohnenangriff auf den Großraum Odessa. Getroffen worden sei eine Energieanlage in der Nähe der Hafenstadt am Schwarzen Meer, schreibt Regionalgouverneur Oleh Kiper bei Telegram. Mehr als 29.000 Menschen hätten keinen Strom. Wichtige Einrichtungen würden über Generatoren mit Elektrizität versorgt. Von dem Angriff am stärksten betroffen sei der an die Stadt Odessa angrenzende Ort Tschornomorsk. Hier seien auch Wohnhäuser und Verwaltungsgebäude beschädigt worden. Eine Person sei infolge der Angriffe verletzt worden, so Kiper. Eine Stellungnahme aus Moskau liegt nicht vor.

+++ 08:04 Russland: 21 ukrainische Drohnen abgefangen +++

Die russische Luftwaffe hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht 21 Drohnen aus der Ukraine abgefangen. Elf davon seien über der Region Wolgograd im Süden Russlands unschädlich gemacht worden, heißt es aus Moskau. Die übrigen Drohnen wurden demnach über den Regionen Rostow, Belgorod und Brjansk im Südwesten des Landes abgeschossen. Das Verteidigungsministerium meldet nur die Zahl der abgefangenen, nicht die Gesamtzahl der auf das Land gerichteten Drohnen. Eine Stellungnahme aus Kiew liegt nicht vor. Zuletzt nahm die Ukraine vor allem die Energie-Infrastruktur Russlands ins Visier.

+++ 07:08 ISW hält russische Darstellung von Geländegewinnen für übertrieben +++

Analysten der Washingtoner Denkfabrik Institute for the Study of War (ISW) widersprechen der jüngsten russischen Darstellung von Geländegewinnen im Krieg gegen die Ukraine. So hält das ISW die am Samstag gemachten Angaben des russischen Generalstabschefs Waleri Gerassimow für übertrieben. Dieser behauptete, die russischen Streitkräfte hätten seit diesem März 3500 Quadratkilometer Territorium und 149 Siedlungen erobert. Das ISW geht jedoch nur von etwa 2346 Quadratkilometern eroberten Territoriums und 130 Siedlungen seit März aus. Ähnlich ordnen die Analysten die Angaben des russischen Verteidigungsministers Andrej Belousow vom Samstag ein. Dieser sprach von Geländegewinnen von derzeit 600 bis 700 Quadratkilometern pro Monat. Das ISW hingegen geht davon aus, dass die russischen Streitkräfte im Juni, Juli und August nur 440 bis 500 Kilometer pro Monat vorgerückt sind. Zudem erleide Russland erhebliche personelle Verluste. "Der Kreml versucht wahrscheinlich, die westliche Politik zu beeinflussen, indem er den falschen Eindruck erweckt, dass russische Fortschritte und ein Sieg unvermeidlich sind", schreibt das ISW in seiner Einschätzung.

+++ 06:23 Cherson erhält leistungsstarke Generatoren +++

Die Energieinfrastruktur der Ukraine ist seit Kriegsbeginn immer wieder Ziel russischer Angriffe geworden – nun erhält die Region Cherson nach Angaben des Gouverneurs von Unterstützern in den USA drei leistungsstarke Generatoren im Wert von insgesamt rund einer Million Dollar. Einer der Generatoren soll den Betrieb eines Krankenhauses sicherstellen, die anderen beiden sollen in Zusammenhang mit der Wärmeversorgung der Bevölkerung eingesetzt werden. Gouverneur Oleksandr Prokudin teilt bei Facebook mit, Tausende Menschen würden somit auch unter den schwierigsten Bedingungen Zugang zu medizinischer Versorgung und Wärme haben.

+++ 05:22 Russischer Soldat soll unbewaffneten Zivilisten hingerichtet haben +++

Russische Truppen töten weiterhin gezielt ukrainische Zivilisten, teilte das ukrainische Asow-Korps mit, nachdem es Aufnahmen veröffentlicht hatte, die angeblich zeigen, wie ein russischer Soldat einen älteren Mann in seinem eigenen Garten im Bezirk Pokrowsk in der Oblast Donezk erschießt. Die Zeitung "The Kyiv Independent" konnte diese Berichte nicht sofort überprüfen. Die Einheit erklärt, das Opfer sei eindeutig in Zivilkleidung und unbewaffnet gewesen, und bezeichnete den Vorfall als direkten Verstoß gegen die Genfer Konvention zum Schutz von Zivilisten.

+++ 03:49 Russlands Präsident Putin zu mehrtägigem Besuch in China eingetroffen +++

Russlands Staatschef Wladimir Putin ist zu einem mehrtägigen Besuch in der Volksrepublik China eingetroffen. Wie russische Staatsmedien berichten, landete der Kreml-Chef in der nordchinesischen Hafenstadt Tianjin. Dort nimmt Putin an dem bis Montag dauernden Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) unter Vorsitz von Chinas Staatschef Xi Jinping teil. Das Treffen des Bündnisses ist das größte seit seiner Gründung im Jahr 2001.

+++ 02:28 Litauen installiert "Drachenzähne" an der Grenze zu Belarus +++

Das litauische Militär installiert Hindernisse, um die Sicherheit an ungenutzten Straßen an Grenzkontrollpunkten zu Russland und Weißrussland zu verstärken, berichtet der Sender LRT. Die sogenannten Drachenzähne - pyramidenförmige Betonhindernisse zur Panzerabwehr - wurden als Teil der Baltischen Verteidigungslinie errichtet, einer geplanten Verteidigungslinie entlang der Grenzen der baltischen Staaten zu Russland und Weißrussland. Litauen, Lettland und Estland, drei NATO-Mitglieder, die an Russland und dessen Verbündeten Weißrussland grenzen, haben seit Beginn der vollständigen Invasion der Ukraine durch Moskau im Jahr 2022 zunehmend Alarm wegen der russischen Bedrohung geschlagen.

+++ 01:07 EU prüft Verwendung eingefrorener russischer Vermögen +++

Die Europäische Union will prüfen, wie eingefrorene russische Vermögenswerte letztendlich zur Finanzierung der Verteidigung und des Wiederaufbaus der Ukraine nach dem Krieg verwendet werden könnten. Eine Beschlagnahmung zum jetzigen Zeitpunkt sei politisch nicht realistisch, sagt die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas. Die EU hat im Rahmen der Sanktionen wegen der vollständigen Invasion Russlands in der Ukraine russische Vermögenswerte in Höhe von rund 210 Milliarden Euro (245,85 Milliarden US-Dollar) eingefroren. Kiew und mehrere EU-Mitglieder - darunter Estland, Litauen und Polen - haben auf eine sofortige Beschlagnahmung der Gelder gedrängt, um die milliardenschwere Haushaltslücke der Ukraine für das nächste Jahr zu schließen. Frankreich, Deutschland und Belgien, die den größten Anteil an den Vermögenswerten halten, haben sich jedoch dagegen gewehrt. Nach einem Treffen der EU-Außenminister in Kopenhagen erklärte Kallas, alle Mitglieder seien sich einig, dass "es undenkbar ist, dass Russland dieses Geld jemals wieder sehen wird, wenn es die Ukraine nicht vollständig für die Kriegsschäden entschädigt".

+++ 00:12 Ukraine meldet Erfolge - Russische Truppen an Vormarsch gehindert +++

Die ukrainischen Streitkräfte erzielen nach Angaben von Militärsprecher Wiktor Trehubow Erfolge an der Front. Sie hindern demnach russische Truppen daran, Ziele in der Region Donezk einzunehmen und stoppen weitere Vorstöße in die Region Dnipropetrowsk. In einem Abschnitt seien zudem russische Einheiten eingekesselt worden. Eine russische Stellungnahme liegt zunächst nicht vor.

+++ 23:03 Ukraine: Russische Truppen bei Dobropillja "eingekesselt" +++

Russische Streitkräfte sind in der Nähe von Dobropillja im Gebiet Donezk vom ukrainischen Militär eingekesselt, wie der Militärsprecher Viktor Trehubov bekannt gibt. "Zumindest vorläufig sind die russischen Einheiten, die auf Dobropillja vorrückten abgeschnitten und eingekesselt worden", sagt Trehubov während der Fernsehsendung "Yedyni Novyny". Dobropillja, eine Stadt im ukrainischen Gebiet Donezk, liegt im Bezirk Pokrowsk - derzeit ein umkämpfter Abschnitt der Frontlinie.

+++ 21:12 Indiens Regierungschef Modi trifft Putin - und spricht vorher mit Selenskyj +++

Indiens Regierungschef Narendra Modi hat vor seinem geplanten Treffen mit Kreml-Chef Wladimir Putin in China mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj über die Friedensbemühungen im Ukraine-Konflikt beraten. "Wir haben uns über den anhaltenden Konflikt, seine humanitären Aspekte und die Bemühungen um die Wiederherstellung von Frieden und Stabilität ausgetauscht", schrieb Modi am Samstag nach dem Telefonat mit Selenskyj in Onlinenetzwerken. "Indien unterstützt alle Bemühungen in dieser Richtung uneingeschränkt", fügte er hinzu. Modi traf am Samstagabend in der chinesischen Hafenstadt Tianjin ein. Dort findet ab Sonntag der Gipfel der Shanghaier Organisation für Zusammenarbeit (SOZ) statt. An dem zweitägigen Treffen nehmen mehr als 20 Staats- und Regierungschefs teil, unter ihnen auch Putin. Modi plant für Montag ein bilaterales Treffen mit dem russischen Präsidenten.

+++ 20:45 Nächtliche Attacke auf Großstadt: Zahl der Verletzten in Saporischschja steigt +++

537 Drohnen und 45 Raketen zählte die ukrainische Luftabwehr in der Nacht zu Samstag. Es war einer der massivsten russischen Luftangriffe seit Beginn der Großinvasion im Februar 2022. Erneut wurden zivile Ziele in der Ukraine getroffen, am folgenreichsten in der Stadt Saporischschja: ein Mensch starb. Die Zahl der Verletzten ist nach Angaben der Militärverwaltung im Bezirk auf 30 gestiegen: "Wir wissen jetzt von 30 Opfern: Menschen, die bei dem russischen Nachtangriff verletzt wurden, haben medizinische Hilfe in Anspruch genommen. Die meisten von ihnen haben Schrapnellwunden, Schnittverletzungen und akute Stressreaktionen."

+++ 19:26 "Lassen wir sie eine Weile kämpfen": Trump angeblich genervt von Europäern +++

US-Präsident Donald Trump kommt mit seinen Bemühungen um ein Ende des russischen Krieges gegen die Ukraine nicht voran - auch weil er und seine wichtigsten Betrauten sich wohl überschätzen. Nach einem Bericht des US-Mediums Axios machen hochrangige Mitarbeiter Trumps nun Europa verantwortlich für ausbleibende Fortschritte. Die europäischen Staaten würden Kiew ermutigen, auf ein "besseres Abkommen" mit Russland zu warten. "Wenn Europa diesen Krieg eskalieren will, ist das seine Entscheidung", zitiert Axios einen Mitarbeiter des Weißen Hauses. In dem Fall werde Europa aber verlieren. Weiter sagte die Quelle laut Axios: "Wir werden uns zurücklehnen und beobachten. Lassen wir sie eine Weile kämpfen und sehen, was passiert." Trumps wechselhafte Stimmungslagen und Interessen sind bekannt. Möglich, dass Mitarbeiter des Präsidenten schon einmal die Schuldfrage klären, sollte Trump sich nicht länger für eine Friedenslösung engagieren wollen.

+++ 18:19 Russischer Generalstabschef kündigt weitere Angriffe an - und lügt +++

Moskaus Generalstabschef Waleri Gerassimow hat nach Angaben des russischen Verteidigungsministeriums eine Fortsetzung der umfangreichen Luftangriffe gegen die Ukraine angekündigt. Gerassimow wird mit einem Satz zitiert, wonach sich diese Attacken "ausschließlich gegen militärische Einrichtungen und die Verteidigungsindustrie der Ukraine" richteten. Tatsächlich feuert Russland fast täglich dutzende bis hunderte Drohnen und Raketen auf zivile Ziele und Wohngebiete in der Ukraine ab. In der vergangenen Nacht wurde dabei ein Zivilist getötet und mindestens 25 weitere wurden verletzt. Weiter kündigte Gerassimow an, der Generalstab werde im Verlauf des Wochenendes die Ziele der russischen Truppen für den Herbst festlegen. Er erklärte, "dass die strategische Initiative vollständig in den Händen der russischen Streitkräfte liegt".

+++ 17:25 Bericht: Trump erwägt private US-Militärfirmen als Teil von Sicherheitsgarantien +++

Ein Friedensabkommen oder zumindest eine dauerhafte Waffenruhe zwischen Russland und der Ukraine scheint momentan in weiter Ferne. Dennoch gehen die Planungen der westlichen Unterstützerstaaten weiter, wie diese im Fall eines Abkommens Russland von einem erneuten Angriff abschrecken könnten. Der britische "Telegraph" berichtet, dass die USA ein europäisches Engagement zumindest mit privaten US-Militärfirmen unterstützen könnten. Eigene Bodentruppen in der Ukraine lehnt Donald Trump ab. Der US-Präsident soll aber dafür vorgeschlagen haben, dass private US-Militärs die ukrainischen Verteidigungsstellungen entlang der künftigen Grenzziehung bauen und Militärbasen absichern könnten. Auch zum Schutz von Unternehmen, an denen US-Investoren beteiligt sind, könnten diese Firmen eingesetzt werden - etwa bei der Förderung von Bodenschätzen. Das Kalkül: Auch der mögliche Tod von US-Amerikanern könnte Moskau dann von einem erneuten Angriff auf die Ukraine abhalten.

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