Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 22:10 Schutz des ukrainischen Sprachraums? Kiew schafft Schutzstatus für Russisch ab +++

12.06.2026, 00:01 Uhr

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj hat ein Gesetz unterzeichnet, das der russischen Sprache ihren bisherigen Schutzstatus in dem Land wieder aberkennt. "Die Sprache eines Aggressorstaates kann nicht von Schutzinstrumenten profitieren, die indigenen Völkern oder nationalen Minderheiten helfen sollen", erklärt der ukrainische Parlamentspräsident Ruslan Stefantschuk im Onlinedienst Facebook. Der Schritt sei "eine wichtige Entscheidung, um den ukrainischen Sprachraum zu schützen", fügt er hinzu. Nach der Charta der Regional- und Minderheitensprachen, die die Ukraine unterzeichnet hat und die vom Europarat überwacht wird, genoss das Russische in der Ukraine bislang besondere Rechte. Vor Beginn des Krieges gab fast ein Drittel der Ukrainer Russisch als Muttersprache an. Umfragen zufolge ist mit dem Krieg der Anteil Russisch sprechender Ukrainer zurückgegangen. Die Neuregelung macht Russischsprechen in der Ukraine nicht illegal. Die Behörden sind jetzt aber nicht mehr verpflichtet, Informationen oder Dienstleistungen auch auf Russisch anzubieten. Außerdem kann der Russisch-Unterricht an Schulen eingeschränkt werden.

+++ 21:39 Selenskyj bedankt sich: EU beginnt Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine +++

Die EU wird am Montag die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau beginnen. Wie die derzeitige zyprische Ratspräsidentschaft mitteilte, haben die Mitgliedstaaten nach dem Ende der ungarischen Blockade einen gemeinsamen Standpunkt zum ersten Verhandlungsabschnitt vereinbart und damit die notwendigen Vorbereitungen abgeschlossen.

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj dankte in sozialen Medien unter anderem den Partnern seines Landes in der EU. Die Ukraine tue wie angekündigt, was nötig sei, und es sei auch wichtig, dass die EU ihr Wort halte, schrieb er. Die Eröffnung des ersten Clusters sei eine wichtige politische und moralische Unterstützung für den Staat und die Menschen. Auch die moldauische Präsidentin Maia Sandu begrüßte die Entscheidung. Moldau sei bereit, alle Verhandlungsabschnitte zu öffnen, schrieb sie bei X und kündigte weitere Reformen an.

+++ 20:42 Polen rüstet mit hochmodernen Kampfjets F-35 auf +++

Polen stellt im Rahmen seiner umfassenden Aufrüstung die ersten hochmodernen Kampfjets F-35 aus den USA in Dienst. Mit diesen Flugzeugen werde Polen in den kommenden Jahren sicherer und stärker sein, sagt Präsident Karol Nawrocki bei einer Zeremonie auf dem Luftwaffenstützpunkt Lask bei Lodz. Nawrocki und Verteidigungsminister Wladyslaw Kosiniak-Kamysz nennen den milliardenschweren Rüstungskauf auch ein Zeichen des engen Bündnisses zwischen den USA und Polen. Polen an der Ostflanke von Nato und EU fühlt sich besonders durch Russland bedroht. Warschau hat deshalb in großem Stil Kampfflugzeuge und Panzer bestellt und strebt den Aufbau der größten konventionellen Streitmacht in der EU an.

+++ 20:00 EU soll Beweise haben: China hat russische Soldaten vor Einsatz in der Ukraine ausgebildet +++

Ein EU-Vertreter bestätigt Medienberichte, wonach China russische Soldaten vor ihrem Einsatz im Ukraine-Krieg ausgebildet hat. "Die Ausbildung russischer Soldaten durch die Chinesen ist von unseren Diensten bestätigt worden", teilt der EU-Vertreter, der anonym bleiben wollte, mit. An den Ausbildungsprogrammen an mehreren Orten in China hätten "hunderte" russische Soldaten teilgenommen, von denen "einige" anschließend in der Ukraine eingesetzt worden seien. Im Mai hatte die "Welt" berichtet, China bilde insgeheim russisches Militärpersonal für den Krieg in der Ukraine aus. Ende 2025 habe die chinesische Volksbefreiungsarmee verdeckt Ausbildungsprogramme für mehrere hundert russische Soldaten an insgesamt sechs Militärstandorten in China angeboten, berichtete die Zeitung unter Berufung auf als geheim eingestufte Dokumente europäischer Nachrichtendienste. Die Ausbildungsprogramme hätten sich auf "den Einsatz von unbemannten Systemen, elektronische Gegenmaßnahmen gegen Drohnen sowie moderne Gefechtssimulationen" konzentriert, hieß es weiter.

+++ 19:10 Russland hat 700.000 Soldaten im Einsatz - Truppen klagen bei Putin über ukrainische Drohnen +++

Die russische Armee hat nach Angaben von Kremlchef Wladimir Putin mehr als 700.000 Soldaten im Einsatz im Gebiet des Ukraine-Kriegs. Das sagte er bei einem Gespräch mit Soldaten im Kreml anlässlich des Nationalfeiertags, bei dem auch Verteidigungsminister Andrej Beloussow dabei war. Vor den Soldaten gab sich der russische Staatschef weiter siegesgewiss in dem vor mehr als vier Jahren von ihm befohlenen Angriffskrieg gegen die Ukraine. "Schritt für Schritt, nicht so schnell wie wir gern würden, aber wir schreiten trotzdem voran, wir schreiten jeden Tag voran", sagte Putin. Schon im Dezember hatte er bei seiner Jahrespressekonferenz und Bürgersprechstunde von rund 700.000 Soldaten im Gebiet des Ukraine-Kriegs gesprochen. Damals sagte er, es handele sich überwiegend um junge Leute, darunter die Generationen der 1990-er Jahre. Die Soldaten sprachen viel über Probleme durch Drohnen, die das ukrainische Militär einsetze und dafür auch das Satellitenkommunikationsnetz Starlink nutze. Dazu hatte Russland Anfang des Jahres den Zugang verloren.

+++ 18:10 Show für Putin? Kreml-Vorzeigesoldat platzt der Kragen wegen Missständen in russischen Behörden +++

Bei einer Bürgersprechstunde in Russland eskaliert die Situation. Kriegsveteran Wladimir Kitajew beschwert sich lautstark über ausbleibende Leistungen und Missstände bei den Behörden. Die Lage droht zu kippen, es kommt beinahe zu Handgreiflichkeiten. Was nach Kritik an Putin klingt, könnte das Gegenteil sein.

+++ 17:15 "Russland kann militärisch nicht siegen": Berlin sieht mögliches "Fenster für Diplomatie" +++

Vor dem Gipfel sieben großer Industriestaaten (G7) äußert die Bundesregierung die Hoffnung, dass der Verhandlungsprozess für eine Friedenslösung im Ukraine-Krieg wieder in Gang kommen könnte. "Hier kann sich erstmals langsam ein Fenster für Diplomatie öffnen", sagt ein hochrangiger Regierungsvertreter in Berlin. Er äußere diese Einschätzung allerdings "mit gebotener Vorsicht", weil sie von einer Reihe von Faktoren abhänge. An dem G7-Gipfeltreffen ab Montag im französischen Evian sollen auch US-Präsident Donald Trump und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj teilnehmen. Die USA hatten vor dem Hintergrund des Iran-Konflikts zuletzt de facto keine aktive Rolle mehr bei Gesprächen zu einer Beilegung des Ukraine-Konflikts übernommen. Der deutsche Regierungsvertreter verweist darauf, dass sich die Dynamik des Konflikts "in den letzten Wochen verändert" habe. "Die Ukraine ist heute in einer neuen Position der Stärke", sagt er und sieht dies auch als Folge der deutschen und europäischen Unterstützung. "Russland kann militärisch nicht siegen. Seine Wirtschaft ist angeschlagen." Daraus könnten sich neue Möglichkeiten für Verhandlungen ergeben.

+++ 16:20 Ukraine will Rekrutierung ausländischer Soldaten ausweiten - bis zu 8900 Euro monatlich an der Front +++

Vor dem Hintergrund eines Soldatenmangels kündigt nach Präsident Wolodymyr Selenskyj auch das ukrainische Verteidigungsministerium deutliche Solderhöhungen für Armeeangehörige an. "Die ukrainischen Infanteristen werden zu den bestbezahlten Militärspezialisten in der Welt", kündigt das Verteidigungsministerium in einem Video an. Im Schnitt sollen ukrainische Fußsoldaten umgerechnet rund 5800 Euro erhalten. Der Höchstsatz für Fronteinsätze soll auf fast 8900 Euro monatlich angehoben werden. Der Einstiegssold für alle Soldaten soll künftig um 50 Prozent auf knapp 580 Euro steigen. Verstärkt setzt Kiew auch auf ausländische Söldner. "Das ehrgeizige Ziel: Mehr als 50 Prozent der Sturmtruppen und Infanteristen sollen Legionäre sein", heißt es in der Ankündigung. Die Anwerbung soll dabei weltweit durch private Rekrutierungsunternehmen erfolgen. Woher das Geld für die Reform kommen soll, sagt Präsident Selenskyj nicht. Nach Abgaben der Nachrichtenagentur Reuters bekommen Fußsoldaten an der Front aktuell im Durchschnitt weniger als 2900 Euro pro Monat. Die Ukraine ist in erheblichem Maße von ausländischen Zuwendungen abhängig. Die Wirtschaft schrumpft wieder, und die Zentralbank wertet seit Monaten die Landeswährung Hrywnja schrittweise ab, um Haushaltslöcher leichter mit ausländischen Krediten zu stopfen. 

+++ 15:45 Kiesewetter: Russland spielt ganz bewusst mit deutscher Sehnsucht nach "unbedingtem Frieden" +++

Nach Aussage von CDU-Sicherheitspolitiker Roderich Kiesewetter versucht Wladimir Putin gezielt, die Deutschen "in der aktuellen Phase russischer Schwäche" zu beeinflussen und zu spalten. Mit kognitiver Kriegsführung versuche Russlands Präsident, die Position der auf dem Gewinnerkurs befindlichen Ukraine zu schwächen, schreibt Kiesewetter auf X. "Dabei spielt Russland ganz bewusst mit der deutschen Sehnsucht nach einem unbedingten Frieden, wobei wir allzu oft vergessen, dass es zwingend um einen Frieden in Freiheit und Selbstbestimmung gehen muss." Der absolute Fokus müsse darauf liegen, die Ukraine umfassend zu stärken, "denn wir können nicht über die Köpfe der Ukrainer hinweg verhandeln". Das Ziel möglicher Verhandlungen dürfe niemals sein, das angegriffene Land zu Gebietsabtretungen zu drängen.

+++ 15:15 Vorteil auf Schlachtfeld festigen? Ukraine will laut Insider weitere 20 Milliarden Dollar an Militärhilfe +++

Die Ukraine strebt einem Insider zufolge weitere 20 Milliarden Dollar Militärhilfe von ihren Verbündeten an. Die Anfrage solle am kommenden Donnerstag bei einem Treffen der Ukraine-Kontaktgruppe im sogenannten Ramstein-Format gestellt werden, sagt der ukrainische Insider der Nachrichtenagentur Reuters. Mit dem Geld wolle Kiew seinen derzeitigen Vorteil auf dem Schlachtfeld gegenüber Russland festigen. Die russischen Vorstöße haben sich in diesem Jahr verlangsamt und sind im vergangenen Monat praktisch zum Erliegen gekommen. Grund dafür sind ukrainische Drohnenangriffe auf Nachschublinien und Logistikzentren der russischen Armee. Der Kommandeur der ukrainischen Drohnenstreitkräfte, Robert Brovdi, sagt Reuters, sein strategisches Ziel sei es, Russland mit eskalierenden Drohnenangriffen auf dessen Versorgungslinien zum Rückzug zu zwingen. Die Ukraine habe die Produktionskapazitäten und hochwertige Drohnen, um der Wirtschaft des Gegners "verheerende Schläge" zu versetzen. Kiew benötige dafür jedoch die finanziellen Mittel.

+++ 14:29 Russen sollen eine der letzten "Festungsstädte" in Donezk von drei Seiten eingekesselt haben +++

Die ukrainischen Streitkräfte in der Stadt Kostjantyniwka stehen schwer unter Druck, berichtet ntv-Reporterin Nadja Kriewald. Die Stadt soll von drei Seiten eingekesselt sein. In den vergangenen Tagen seien von Russland auch Phosphor-Bomben eingesetzt worden. Sollte Kostjantyniwka fallen, blieben von den größeren Städten im Gebiet Donezk nur noch Slowjansk, Kramatorsk und Druschkiwka unter ukrainischer Kontrolle.

+++ 13:49 Pistorius: Deutschland kann von Leistungsfähigkeit der Ukraine lernen +++

Deutschland kann nach Auffassung von Bundesverteidigungsminister Boris Pistorius von der Leistungsfähigkeit der Ukraine im Verteidigungskrieg gegen Russland lernen. "Die Erfahrungen der Ukraine auf dem Gefechtsfeld sind für uns von allerhöchstem Wert", sagt der SPD-Politiker bei der Internationalen Luft- und Raumfahrtausstellung (ILA) in Berlin. Als Beispiele nennt er den Einsatz und die Abwehr von Drohnen sowie elektronische Kriegsführung. Deutschland könne davon "als europäischer Nato-Partner, aber auch als Bundeswehr insgesamt" lernen, so Pistorius. Innerhalb weniger Wochen seien "technologische Sprünge" sichtbar, "mit denen wir umgehen müssen und auf die wir uns einstellen müssen".

+++ 13:13 Ukrainische Luftwaffe warnt vor russischem Oreschnik-Einsatz +++

Die ukrainische Luftwaffe warnt die Bevölkerung vor einem erneuten Einsatz der russischen ballistischen Mittelstreckenrakete Oreschnik. Innerhalb von 24 Stunden gebe es eine hohe Wahrscheinlichkeit für den Start einer solchen Rakete vom Testgelände Kapustin Jar im russischen Gebiet Astrachan, teilt die Luftwaffe in sozialen Netzwerken mit. Luftalarme sollten ernst genommen werden, heißt es. Am Donnerstag hatte das ukrainische Militär bereits kurz vor Mitternacht Ortszeit für knapp 14 Minuten landesweiten ballistischen Raketenalarm ausgerufen. Ein Raketenstart blieb jedoch aus.

+++ 12:36 Munz: Moskau führt mit E3-Botschaftern "heißes Gespräch" +++

In Moskau werden die Botschafter Deutschlands, Frankreichs und Großbritanniens einbestellt. ntv-Korrespondent Rainer Munz spricht von einem "heißen Gespräch". In Russland wird das Treffen bereits als möglicher Auftakt neuer Gespräche mit Europa dargestellt.

+++ 12:01 Bahnmitarbeiterin stirbt bei russischem Drohnenangriff in Sumy +++

Ukrainische Behörden nennen neue Details zu einem russischen Drohnenangriff in der Oblast Sumy. Demnach griff Russland in der Nacht unter anderem Eisenbahnanlagen in der Region an. Eine 44-jährige Bahnmitarbeiterin sei tot und eine weitere 33-Jährige schwer verletzt. Wie der dortige Gouverneur Oleh Hryhorow mitteilt, seien auch Wohnhäuser, Fahrzeuge, Geschäfte und andere Objekte der zivilen Infrastruktur beschädigt. Bei dem Angriff habe die russische Armee Langstreckenartillerie eingesetzt. Es sei bereits das dritte Mal seit Jahresbeginn, dass Russland Sumy mit dieser Art von Waffen attackiert habe.

+++ 11:32 Krim-Bewohner gelangen kaum noch an Treibstoff +++

Die Treibstoffkrise auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim verschärft sich. Auch mit Bezugsscheinen ist Treibstoff für die Bewohner mittlerweile kaum noch zu bekommen. Das US-amerikanische Institut für Kriegsstudien (ISW) schreibt in seinem jüngsten Bericht, in der ablaufenden Woche habe Kiews Militär alle drei Straßenverbindungen von der Südukraine auf die Halbinsel gestört. Dahinter steckt die Taktik, die Krim zu isolieren und den russischen Nachschub zu stören. Da von der Halbinsel viele zum Tanken über die Kertsch-Brücke ins anliegende russische Gebiet Krasnodar fahren, kommt es auch dort Medienberichten zufolge bereits zu Engpässen bei der Kraftstoffversorgung.

+++ 11:07 Russland: Ukrainische Drohne beschädigt Wohnhaus - mehrere Verletzte +++

Die Ukraine greift die für Russlands ölverarbeitende Industrie wichtige Region Tatarstan an. Wie örtliche Behörden mitteilen, beschädigt eine Drohne dabei auch ein Wohnhaus. Vier Menschen seien verletzt. Inzwischen kursieren zudem mehrere Videos, die Brände in Industrieanlagen der Region zeigen. Unter anderem den Nizhnekamskneftekhim-Komplex (NKNK), einer der größten petrochemischen Betriebe Osteuropas, habe das ukrainische Militär getroffen. Die Taneco-Raffinerie in Nischnekamsk sei ebenfalls angegriffen worden.

+++ 10:28 Ukraine und Russland melden gegenseitige Drohnenangriffe +++

Die Ukraine und Russland überziehen sich in der Nacht zum Freitag erneut gegenseitig mit Drohnenangriffen. Dem ukrainischen Militär zufolge greift Russland seit Donnerstagabend mit 117 Drohnen an, 102 davon habe die Luftabwehr abgefangen. Russland schießt nach Angaben des Verteidigungsministeriums in der Nacht 231 ukrainische Drohnen ab. Die Ukraine intensiviert zudem ihre weitreichenden Drohnenangriffe auf russische Ölanlagen, was unter anderem auf der annektierten Schwarzmeer-Halbinsel Krim zu Treibstoffengpässen führt.

+++ 09:59 Ukraine meldet hohe russische Verluste innerhalb eines Tages +++

Nach ukrainischen Angaben hat Russland seit Kriegsbeginn 1.380.120 Soldaten verloren. Wie der Generalstab der ukrainischen Streitkräfte mitteilt, hätte das russische Militär allein im Laufe des vergangenen Tages den Verlust von 1300 Soldaten hinnehmen müssen. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 09:00 Russische Stadt sagt nach Drohung Feiertagsveranstaltungen ab +++

Die russische Stadt Nischnekamsk in der zentral gelegenen Region Tatarstan sagt aufgrund einer Drohnenangriffsdrohung aus der Ukraine alle öffentlichen Veranstaltungen für diesen Freitag ab. Das teilt der Bürgermeister Radmir Beljajew auf Telegram mit. Am heutigen Freitag feiert das Land den "Tag Russlands". An dem Feiertag, der jedes Jahr am 12. Juni begangen wird, wird der Gründung der Russischen Föderation im Jahr 1991 gedacht.

+++ 08:22 Ukraine greift Krim mit Drohnen an – Stromausfälle in der Hauptstadt +++

Die ukrainische Armee nimmt in der Nacht zu Freitag erneut die von Russland annektierte Krim ins Visier. Wie die Zeitung "Ukrajinska Prawda" berichtet, bricht nach einem massiven Drohnenangriff in Simferopol - der Hauptstadt der Halbinsel - ein Feuer in der Nähe eines Heizkraftwerks aus. In der Stadt kommt es den Angaben zufolge zu Stromausfällen. Auch in umliegenden Dörfern seien Explosionen zu hören gewesen. 

+++ 07:38 Blatt: USA wollen Jets und Kriegsschiffe für Nato-Einsätze deutlich reduzieren +++

Die USA planen einem Zeitungsbericht zufolge, die Zahl der Flugzeuge und Kriegsschiffe, die sie für Nato-Einsätze in Europa zur Verfügung stellen, um ein Drittel zu reduzieren. Dies berichtet die "New York Times" unter Berufung auf zwei hochrangige europäische Insider. Die Nato und das US-Verteidigungsministerium reagieren zunächst nicht auf Anfragen zur Stellungnahme. Der US-Plan sieht dem Bericht zufolge vor, die Zahl der F-16- und F-15E-Kampfflugzeuge von rund 150 auf 100 zu reduzieren, die Zahl der Seeaufklärungsflugzeuge von 26 auf 15 zu senken und alle acht Luftbetankungsflugzeuge abzuziehen, die Europa bisher zur Verfügung standen. Damit würde die Fähigkeit der Nato für Angriffe auf weiter entfernte Ziele und Überwachungsaufgaben eingeschränkt.

+++ 07:12 Deutsche Flugsicherung plant bundesweites Drohnen-Abwehrnetz +++

Um der zunehmenden Bedrohung durch Drohnen zu begegnen, plant die Deutsche Flugsicherung (DFS) ein bundesweites Drohnen-Abwehrnetz. Dieses solle gemeinsam mit dem Rüstungsunternehmen Hensoldt und der Deutschen Telekom realisiert werden, berichtet die "Welt am Sonntag". "Drohnen stellen eine zunehmende Gefahr für die kritischen Infrastrukturen in Deutschland dar. Um diese zu schützen, müssen wir die verfügbaren Kräfte bündeln", sagt DFS-Chef Arndt Schoenemann der Zeitung. Seit der russischen Invasion in der Ukraine stellen Behörden eine Zunahme verdächtiger Drohnenaktivitäten an Flughäfen und Militärstützpunkten fest, für die sie Moskau verantwortlich machen.

+++ 06:45 Ukrainische Drohnen setzen Industrieanlagen in Russland in Brand +++

Das ukrainische Militär greift in der Nacht zum Freitag offenbar erneut Ziele in Russland an, die weit im Landesinneren liegen. Wie das Medium "Kyiv Independent" unter Berufung auf russische Telegram-Kanäle berichtet, hätten Drohnen die petrochemische Anlage Tolyattikauchuk in der Region Samara getroffen und dort einen Brand ausgelöst. Auch in einer Fabrik im russischen Nischnekamsk in der Republik Tatarstan sei infolge eines Drohnenangriffs ein Feuer ausgebrochen. Die Stadt liegt rund 1200 Kilometer von der ukrainischen Grenze entfernt. 

+++ 06:06 Wadephul kritisiert AfD: "Wer für Putin ist, ist nicht für Deutschland" +++

Bundesaußenminister Johann Wadephul kritisiert die Haltung der AfD zu Russland. "Sie biedert sich einem russischen Diktator an und trampelt so auf den Interessen des Landes herum, das sie vorgibt, vertreten zu wollen", heißt es laut "Welt am Sonntag" im Text einer für den Abend geplanten Rede. "Wer für Putin ist, ist nicht für Deutschland", so Wadephul. Dem Bericht zufolge warnt er vor den außenpolitischen Folgen einer möglichen Regierungsbeteiligung der AfD. Die Partei gefährde, "was heute genau unsere außenpolitische Stärke ist". Diese Stärke sei "das Vertrauen in der Welt" für die Bundesrepublik. Ein Deutschland, in dem die AfD Macht erhält, sei in dieser Welt schwächer.

+++ 04:45 Russland: Weitere Verletzte in Grenzregion Brjansk +++

Bei ukrainischen Angriffen auf die russische Grenzregion Brjansk ist die Zahl der Verletzten nach Angaben der örtlichen Behörden auf zehn gestiegen. Unter den Verletzten sei auch ein fünfjähriger Junge, teilte der amtierende Gouverneur der Region, Jegor Kowaltschuk, auf Telegram mit. Zwei Menschen waren bei dem Angriff ums Leben gekommen. Auch in der Ukraine gibt es Opfer durch russische Drohnenangriffe: In der nordöstlichen Oblast Sumy wurde eine 44-jährige Frau getötet und eine 33-Jährige schwer verletzt, wie der dortige Gouverneur Oleh Hryhorow mitteilte. In der südukrainischen Stadt Mykolajiw wurden den örtlichen Behörden zufolge drei weitere Menschen verletzt. 

+++ 01:04 Russlands Rohölproduktion fällt auf Ein-Jahres-Tief +++

Russlands Rohlölproduktion ist im letzten Monat auf den niedrigsten Stand seit einem Jahr gesunken. Das meldet die Nachrichtenseite "Kyiv Independent" unter Berufung auf Daten der Opec. Im Mai förderten die russischen Produzenten demnach 9,009 Millionen Barrel Rohöl pro Tag und damit 690.000 Barrel weniger als im Produktionsziel des Opec+-Abkommens vereinbart. Hintergrund dürften die ukrainischen Angriffe auf russische Energieinfrastruktur sein: Laut der Finanznachrichtenagentur Bloomberg haben ukrainische Streitkräfte im Mai mindestens 31 Angriffe auf russische Raffinerien, Ölexportterminals und Pipeline-Infrastruktur durchgeführt, so viele wie noch nie seit Beginn der russischen Großangriffs auf das Nachbarland.

+++ 22:43 Ukraine: 50 russische Fahrzeuge bei Angriff auf Krim-Verbindung zerstört +++

Die Ukraine hat nach eigenen Angaben einen Drohnenangriff auf die Brücke von Armiansk auf der Halbinsel Krim ausgeführt und dabei 50 russische Militärfahrzeuge zerstört. Das meldet das 1. separate Sturmregiment "Da Vinci" in den sozialen Netzwerken. Demnach waren die getroffenen Militärfahrzeuge mit Munition und Treibstoff beladen und sollten in der Nähe von Huliaipole in der Region Saporischschja eingesetzt werden. "Die wichtige Nachschubroute des Feindes ist vollständig blockiert", teilt das Regiment mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 22:07 Kiew: Ölraffinerie im Süden Russlands nach Angriff in Brand +++

In der Ölraffinerie Afipsky in der russischen Region Krasnodar ist laut ukrainischen Angaben nach einem Angriff ein Feuer ausgebrochen. "Den vorliegenden Daten zufolge wurde das Ziel erfolgreich getroffen, und in der Anlage brach ein Feuer aus", teilt der ukrainische Generalstab mit. Die Raffinerie ist eine der größten Erdölverarbeitungsanlagen in Südrussland.

+++ 21:34 Russische Behörden: Drei Tote nach ukrainischen Angriffen +++

Bei ukrainischen Angriffen sind nach russischen Behördenangaben drei Menschen in Grenzgebieten getötet worden. Im Dorf Wosnessenowka nahe der Grenze sei eine ukrainische Drohne in einen Bus eingeschlagen, teilt der Krisenstab des Gebiets Belgorod mit. Dabei sei eine Frau getötet und elf weitere Personen verletzt worden. In der Region Brjansk seien bei einem ukrainischen Angriff in der an der Grenze liegenden Siedlung Belaja Berjoska zwei Menschen ums Leben gekommen. Das teilt der kommissarische Gebietsgouverneur, Jegor Kowaltschuk, laut der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass mit. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen.

+++ 20:50 Ukraine-Krieg zieht mit Erstem Weltkrieg gleich - Historiker sieht Parallelen +++

Seit 1568 Tagen tobt der russische Angriffskrieg in der Ukraine - und zieht damit mit dem Ersten Weltkrieg gleich. Der Historiker Jörn Leonhard sieht Parallelen zwischen beiden Kriegen. "Es gibt Parallelen, wobei man diese nicht mit Analogien verwechseln darf", sagt der Wissenschaftler im Interview mit ntv.de. "Die erste Parallele: Es ist offenkundig ein langer Krieg. Das klingt banal, ist es aber nicht. Lange Kriege sind besonders schwer zu beenden." Ein langer Krieg entwickle eigene Dynamiken – sei es durch eine Ausweitung auf andere Länder oder durch neue Technologien, die während des Krieges entwickelt würden. "Im Ersten Weltkrieg sehen wir das mit dem Einsatz von U-Booten oder dem Giftgaseinsatz, in der letzten Kriegsphase auch mit dem Einsatz von Bomberflugzeugen und Panzern", so Leonhard. "In der Ukraine ist es der Drohnenkrieg, der Einsatz von Robotern. Solche Dynamiken gibt es bei kurzen Kriegen nicht."

+++ 20:04 Kiew: Ukrainer sollen besetzte Gebiete verlassen +++

Die Ukraine verstärkt ihre Luftangriffe in den von Russland besetzten Teilen des Landes. Vor diesem Hintergrund ruft der Militärgouverneur des südostukrainischen Gebietes Saporischschja seine Landsleute im russisch besetzten Teil der Region zur Flucht auf. Die Risiken für Zivilisten steigen, sagt Iwan Fedorow in einer Ansprache auf Telegram. Dafür nennt er zwei Gründe: Die ukrainischen Streitkräfte greifen in den Regionen Saporischschja und Cherson gezielt die militärische Infrastruktur der Besatzer und Versorgungswege der russischen Armee an. Die russische Armee setz mehr Kräfte ein, um die eigenen Objekte zu schützen.  "Ebendeswegen rufe ich alle dazu auf, die Entscheidung zur Ausreise nicht zu verschieben", sagt der Gouverneur.

+++ 19:15 Russland zeigt Drohnenabwehrsystem Zubr +++

Russland zeigt erstmals Aufnahmen seines automatisierten Drohnenabwehrsystems Zubr. In dem Clip der staatlichen russischen Nachrichtenagentur Tass ist zu sehen, wie das System Luftziele bekämpft. Die Veröffentlichung der Aufnahmen erfolgt zeitgleich mit der Bestätigung des Rüstungskonzerns Rostec, wonach sich erste Zubr-Systeme bereits im Dienst befinden, um Russlands kritische Infrastruktur zu schützen.

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