Politik

Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 21:47 EU ebnet den Weg für Vorankommen bei EU-Mitgliedschaft der Ukraine +++

03.06.2026, 01:00 Uhr

Die EU hat den Weg für ein Vorankommen bei der EU-Mitgliedschaft der Ukraine geebnet. Die EU-Botschafter der 27 Mitgliedstaaten leiteten den "Prozess zur formellen Eröffnung des ersten Verhandlungsblocks in den Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine und Moldau" ein, erklärt die zyprische EU-Ratspräsidentschaft auf X. Bisher hatte Ungarn diesen Schritt blockiert.

+++ 21:26 Bloomberg: Europäer arbeiten an Verhandlungsplänen für Ukraine +++

Einige der wichtigsten europäischen Verbündeten der Ukraine arbeiten einem Medienbericht zufolge gemeinsam mit der Regierung in Kiew an Plänen, um Russland in Verhandlungen zur Beendigung des Krieges einzubinden. Vertreter aus Deutschland, Frankreich und Großbritannien erörtern demnach die Möglichkeit von Gesprächen und tauschen sich darüber mit der ukrainischen Seite aus, meldet die Nachrichtenagentur Bloomberg unter Berufung auf Insider.

+++ 20:48 Russland streicht Zehntausende Studienplätze und belohnt Kriegsteilnahme +++

Russland streicht nach Angaben des ukrainischen Zentrums zur Bekämpfung von Desinformation 47000 kostenpflichtige Studienplätze in Fächern wie Jura, Wirtschaft, Psychologie und Management - gleichzeitig steigen die Studiengebühren um durchschnittlich 10 bis 30 Prozent. Parallel dazu hat Putin ein Gesetz unterzeichnet, das Witwen und Angehörigen gefallener Soldaten Sonderquoten einräumt: Hochschulzulassung ohne Aufnahmeprüfung und kostenlose Vorbereitungskurse. "Die Logik ist einfach - an der Front zu sterben ist rentabler als zu studieren", kommentiert das Zentrum. Das Zentrum zur Bekämpfung von Desinformation betont, dass der Kreml die Hochschulbildung endgültig in ein System umgewandelt habe, das dem Krieg dient. Der russischen Jugend werde die Zukunft geraubt, sie werde künstlich in Verhältnisse gedrängt, in denen der einzige soziale Aufstieg darin bestehe, einen Vertrag mit dem Verteidigungsministerium zu unterzeichnen, während die Studierenden selbst ausschließlich als entbehrliches Material zur Auffüllung der Verluste der Besatzungsarmee betrachtet würden.

+++ 20:15 "Unmögliche" Rakete der Ukraine schafft wichtigen Test +++

Das ukrainische Unternehmen Fire Point hat laut eigenen Angaben erfolgreich eine Flugabwehrrakete mit dem Namen FP-7.X getestet. Sie soll die Basis für das Flugabwehrsystem Freyja sein, das zur Bekämpfung von ballistischen Raketen entwickelt wird. Russland setzt bei Luftangriffen teilweise Dutzende davon ein. Es gibt nur wenige Möglichkeiten, sie abzufangen. Es ist seit Jahren eine der größten Schwachstellen der Ukraine. Iryna Terekh, CEO des Rüstungsunternehmens, schreibt in einem Beitrag auf X, die FP-7.X habe einen vollständig kontrollierten Manöverflug absolviert. Auch wenn Fire Points Ziele unmöglich erscheinen würden, wolle man sie schnell Wirklichkeit werden lassen.

+++ 19:20 Selenskyj: Bin bereit für direkte Verhandlungen mit Putin +++

Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj bedauert das lange Warten auf die Anreise von US-Unterhändlern nach Kiew. "Leider stehen wir heute nicht im Mittelpunkt", sagt er bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte. Für die USA sei der Iran-Krieg das Thema Nummer eins und die Ukraine komme erst danach. "Ich bin bereit für direkte Verhandlungen mit Putin, um diesen Krieg zu beenden, anstatt in der Schlange zu warten, bis alle Konflikte auf der Welt beendet sind", sagt er weiter. Dennoch sei er weiter der Meinung, dass die USA die stärkste Kraft seien, um Russland zu einem Ende des Krieges gegen die Ukraine zu bewegen.

+++ 18:45 Kallas: Ukrainische Angriffe verursachen Panik im Kreml +++

Die EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas schreibt den jüngsten ukrainischen Drohnenangriffen auf Ziele tief im russischen Landesinneren eine große Wirkung zu. Die jüngsten russischen "Terrorangriffe" auf die Ukraine zeigten "klar", dass "auf russischer Seite Panik" herrsche, sagt Kallas der Nachrichtenagentur AFP. "Sie wissen nicht, was sie damit anfangen sollen", betont sie mit Blick auf die ukrainischen Drohnenangriffe. Der russische Präsident Wladimir Putin terrorisiere derzeit die ukrainische Bevölkerung, um "Angst zu schüren", sagt Kallas weiter. Russland sei auf dem Schlachtfeld in die Defensive geraten. Sie bezweifle, dass Russland mit diesen Angriffen "die Widerstandskraft der Ukraine" werde brechen können.

+++ 18:07 Ukrainischer Teenager sucht Auftragsmörder - und findet Job als russischer Spion +++

Der ukrainische Geheimdienst SBU hat im Gebiet Charkiw einen 17-jährigen Berufsschüler festgenommen, der verdächtig wird, russischen Streitkräften Standorte ukrainischer Soldaten im Raum Isjum übermittelt zu haben. Rekrutiert worden sei er auf ungewöhnlichem Weg: Der Jugendliche hatte in Telegram-Kanälen versucht, einen Mord an seinem Stiefvater in Auftrag zu geben - woraufhin sich russische Geheimdienstler meldeten und versprachen, das zu erledigen, wenn er für sie spioniere. Unter dem Deckmantel seiner Nebentätigkeit bei einem kommunalen Straßenbaubetrieb soll er Standorte ukrainischer Militärtechnik und mögliche Logistikbasen per Google Maps markiert und als Fotos, Videos und Textnachrichten weitergeleitet haben. Dafür soll er umgerechnet rund 15 Euro erhalten haben. Bei seiner Festnahme im Studentenwohnheim wurde ein Smartphone mit Fotos und Koordinaten sichergestellt. Dem Jugendlichen drohen bis zu 15 Jahre Haft.

+++ 17:32 Insider: Raffinerie in Saratow nach Drohnenangriff seit Tagen außer Betrieb +++

Die russische Ölraffinerie Saratow ist Insidern zufolge nach einem Drohnenangriff seit dem 31. Mai außer Betrieb. Die einzige Rohöldestillationsanlage mit einer Kapazität von 20.000 Tonnen pro Tag sei abgeschaltet, sagen zwei mit dem Vorgang vertraute Personen der Nachrichtenagentur Reuters. Die Reparaturarbeiten dürften etwa zwei Wochen dauern. Der Eigentümer Rosneft äußerte sich zunächst nicht dazu. Die Anlage war bereits im März nach einem Drohnenangriff vorübergehend stillgelegt worden.

+++ 17:03 Rutte: "Russland ist zunehmend verzweifelt" +++

Russland ist nach Einschätzung von Nato-Generalsekretär Mark Rutte nach mehr als vier Jahren Krieg gegen die Ukraine "zunehmend verzweifelt". Russlands "Rücksichtslosigkeit" sei "nicht neu", sagt Rutte während eines Besuchs in Kiew angesichts der jüngsten schweren Angriffe Moskaus auf die Ukraine. "Doch während die Ukraine weiterhin standhaft bleibt, neue Wege beschreitet und auf dem Schlachtfeld Geländegewinne erzielt, ist Russland zunehmend verzweifelt", fügt Rutte hinzu. Bei einer gemeinsamen Pressekonferenz mit dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj verweist der Nato-Generalsekretär auf die hohen Verlustzahlen Russlands und den wachsenden wirtschaftlichen Druck, unter dem das Land stehe. Es gebe jedoch "tragischerweise" keine Anzeichen dafür, dass Russland mit dem Krieg aufhören werde. "Die jüngsten Angriffe auf Kiew und in der gesamten Ukraine machen dies deutlich."

+++ 16:44 Selenskyj: Angriffe in Russland stärken Verhandlungsposition +++

Die verstärkten ukrainischen Angriffe auf Ziele in Russland ermöglichen es der Ukraine Präsident Wolodymyr Selenskyj zufolge Verhandlungen über ein Kriegsende auf Augenhöhe. Bei einem gemeinsamen Auftritt mit Nato-Generalsekretär Mark Rutte in Kiew sagt er, dass es für die Ukraine nur eine Frage der Zeit sei, bis man den Umfang solcher Angriffe erhöhe.

+++ 16:14 Kreml bestätigt Schröder-Besuch in Moskau +++

Der Kreml bestätigt, dass der ehemalige deutsche Bundeskanzler Gerhard Schröder Russland besucht. Russische Staatsmedien hatten zuvor berichtet, Schröder sei in Moskau gesehen worden. Kremlsprecher Dmitri Peskow erklärt, Russland begrüße seinen Besuch. Es ist unklar, ob sich Schröder immer noch in Russland aufhält. Präsident Wladimir Putin hatte den Altkanzler vor zwei Wochen als Person genannt, die Europa bei möglichen künftigen Gesprächen mit Moskau über die Sicherheit des Kontinents vertreten könnte. Die Bundesregierung und andere europäische Regierungen hatten dies deutlich abgelehnt.

+++ 15:42 Bundesregierung: AfD-Politiker fügen Deutschland mit Russland-Reise Schaden zu +++

Die Bundesregierung kritisiert die Teilnahme von AfD-Politikern am Wirtschaftsforum in St. Petersburg als schädlich für die Interessen Deutschlands. Vizeregierungssprecher Steffen Meyer sagt, dass die Russland-Reise der AfD-Abgeordneten "deutschen Interessen klar zuwiderläuft". Das Auswärtige Amt hatte der AfD nach Angaben seines Sprechers "explizit von den Reisen abgeraten, und wir haben sie informiert, dass die Bundesregierung diese Reisen nicht unterstützen wird". Der Außenamtssprecher sagt weiter, wer "durch die Teilnahme an staatlich organisierten Propagandaveranstaltungen" den "Eindruck einer Normalität in unserem Verhältnis" zu Russland erwecke, "läuft den außen- und sicherheitspolitischen Grundsätzen der Bundesregierung zuwider". An dem Wirtschaftsforum nehmen für die AfD unter anderem die Bundestagsabgeordneten Markus Frohnmaier und Steffen Kotré teil. Die Bundesregierung begründet ihre Kritik auch mit dem Verhalten Russlands im Angriffskrieg gegen die Ukraine. Der Außenamtssprecher spricht von "schlimmsten Verbrechen gegen die ukrainische Zivilbevölkerung". Deswegen verfolgten die Bundesregierung und die EU "die grundsätzliche Linie, Kontakte mit russischen Regierungsvertretern auf ein Minimum zu beschränken".

+++ 15:11 Deutscher Botschafter in Kiew: "Wir lassen uns nicht einschüchtern" +++

Trotz heftiger russischer Angriffe in Kiew und Drohungen seitens Putin will der deutsche Botschafter in Kiew, Heiko Thoms, die Ukraine nicht verlassen. "Wir lassen uns da ganz sicher nicht einschüchtern. Gleichzeitig muss man sagen, dass solche unverhohlenen Drohungen gegen Diplomaten letztendlich auch Verstöße gegen das humanitäre Völkerrecht sind. Wir bleiben hier", sagt Thoms im RTL/ntv Interview. Im August wird Thoms als Botschafter der Ukraine nach Spanien wechseln. Sein Amt in Kiew übernimmt dann der 64-jährige Boris Ruge, derzeit Beigeordneter Generalsekretär der Nato für Politische Angelegenheiten und Sicherheitspolitik. Zu seinem baldigen Abschied sagt Thoms: "Ich werde die wunderbaren Menschen vermissen, die hier trotz allem versuchen, ihr Leben weiter so zu leben. Es ist sehr eindrucksvoll, diesen Widerstandswillen zu sehen."

+++ 14:38 Russland: 754 ukrainische Drohnen innerhalb eines Tages abgefangen +++

Die russischen Streitkräfte haben nach Angaben des Verteidigungsministeriums in Moskau binnen 24 Stunden 754 ukrainische Drohnen abgefangen. Unabhängig überprüfen lassen sich solche Angaben zum Kampfgeschehen nicht. Russland teilt nicht mit, wie viele feindliche Drohnen entdeckt wurden oder ihr Ziel erreicht habe

+++ 14:04 Hohe Ölpreise spülen Milliarden in Russlands Kassen +++

Angetrieben von hohen Weltmarktpreisen infolge des Nahost-Krieges, sind die Einnahmen Russlands aus dem Öl- und Gasgeschäft im Mai sprunghaft angestiegen. Sie legten im Jahresvergleich um 32,4 Prozent auf 678,9 Milliarden Rubel (etwa acht Milliarden Euro) zu, wie das Finanzministerium in Moskau mitteilt.  Die Einkünfte aus dem Öl- und Gasgeschäft machen rund ein Fünftel der gesamten russischen Staatseinnahmen aus. Die Ukraine wehrt sich im Krieg gegen den Nachbarn mit Angriffen auf die russische Ölindustrie. Die Öl- und Gaseinnahmen sind die wichtigste Einnahmequelle für den Kreml, dessen Finanzen durch die hohen Ausgaben für den seit Februar 2022 andauernden Krieg in der Ukraine angespannt sind. Als drittgrößter Ölproduzent der Welt nach den USA und Saudi-Arabien profitiert Russland maßgeblich von dem Preisanstieg, der nach Beginn des amerikanisch-israelischen Militäreinsatzes im Iran Ende Februar einsetzte.

+++ 13:20 Ukraine meldet Treffer auf Kriegsschiff der russischen Ostsee-Flotte +++

Das ukrainische Militär hat nach eigenen Angaben bei seinem Angriff auf Kronstadt ein Kriegsschiff der russischen Ostsee-Flotte getroffen. Der Treffer habe an Bord der Korvette "Boikij" einen Großbrand ausgelöst, teilt das ukrainische Militär auf Telegram mit.

+++ 12:55 Russland hat 59 ukrainische Drohnen über die Region Leningrad abgefangen +++

Über der russischen Region Leningrad hat die Flugabwehr nach Angaben von Gouverneur Alexander Drosdenko in der Nacht 59 ukrainische Drohnen abgefangen. Das Gebiet umschließt die Großstadt St. Petersburg, wo ukrainische Drohnen die Infrastruktur des Ölterminals im Hafen getroffen haben (siehe Einträge 12:30, 09:13, 08:40 und 05:38). Wie viele feindliche Geschosse entdeckt wurden oder eingeschlagen sind, teilt die russische Seite nicht mit.

+++ 12:46 Russland kündigt weitere systematische Angriffe auf Ukraine an +++

Russland kündigt nach dem ukrainischen Beschuss von Zielen in St. Petersburg weitere systematische Angriffe auf die Ukraine an. "Ich möchte Sie an die Erklärung des Außenministeriums erinnern, in der es heißt, dass unsere Reaktionen systematisch sein werden, und das sind sie auch schon", sagt der Sprecher des Präsidialamtes in Moskau, Dmitri Peskow, vor der Presse. Er reagiert damit auf eine Frage nach dem ukrainischen Angriff auf St. Petersburg.

+++ 12:30 Selenskyj: Ukraine landet Treffer auf russischen Marinestützpunkt in Kronstadt +++

Dem ukrainischen Präsidenten Wolodymyr Selenskyj zufolge haben die Streitkräfte bei ihrem Angriff auf St. Petersburg nicht nur das Ölterminal, sondern auch einen russischen Marinestützpunkt in Kronstadt auf einer Insel in der Nähe der russischen Metropole ins Visier genommen. Dort befinden sich Teile der russischen Baltischen Flotte sowie wichtige Schiffbau- und Reparaturanlagen. Der ukrainische Generalstab teilt mit, dass erste Informationen auf Treffer von Schiffen und Infrastruktur in Kronstadt hindeuteten. Ein unbestätigtes Video, das in den sozialen Medien kursiert, zeigt Anwohner, die ukrainische Drohnen filmen. Diese ähneln Flugzeugen und fliegen über Teilen der Stadt, während im Hintergrund Brände am Exportterminal für Treibstoff wüten.

+++ 12:07 Ukrainische Geheimdienste veröffentlichen Details zum gemeinsamen Angriff gegen St. Petersburg +++

Verschiedene ukrainische Organisationen haben bei dem Angriff auf den Hafen von St. Petersburg zusammengearbeitet. Unter anderem beteiligt waren der ukrainische Inlandsgeheimdienst SBU, die Kräfte Unbemannter Systeme der Streitkräfte der Ukraine (SBS), der staatliche Grenzschutzdienst, Spezialeinheiten der ukrainischen Streitkräfte (SSO) sowie der Militärnachrichtendienst des ukrainischen Verteidigungsministeriums GUR. Das teilen der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj und Einheiten der ukrainischen Geheimdienste in den sozialen Medien mit. Gemeinsam führten sie demnach gezielt eine Reihe von Drohnenangriffen durch. In St. Petersburg wurde ein Ölterminal getroffen, infolgedessen kam es zu zahlreichen Großbränden, so die SSO. Explosionen und andere Schäden an der Infrastruktur. Die Anlage verfüge über 31 Tanks mit einem Gesamtvolumen von 324.000 Kubikmetern, so der SBU auf Telegram. Das Ölterminal, das über eine Umschlagkapazität von 12,5 Millionen Tonnen pro Jahr verfügt, wickelt den Umschlag von Rohöl, Erdölprodukten, Flüssigerdgas sowie anderen flüssigen Chemikalien ab. "Die Zerstörung der Öl- und Logistikinfrastruktur Russlands schwächt dessen Fähigkeit, Krieg gegen die Ukraine zu führen", so die SSO.

+++ 11:43 Munz "perplex" über russischen Zeitungsartikel - "nicht mehr abrufbar" +++

Die ukrainischen Schläge gegen Russland sind mittlerweile deutlich spürbar, berichtet ntv-Korrespondent Rainer Munz. Der Flugbetrieb wird oft eingestellt, es herrscht Benzinmangel auf der Krim. Einen Artikel der russischen Zeitung Komsomolez deutet er als "Testballon" - er ist aber nicht mehr abrufbar.

+++ 11:21 Ukraine: 189 von 198 russischer Drohnen binnen einer Nacht abgewehrt +++

Binnen einer Nacht hat das russische Militär die Ukraine mit 198 Kampfdrohnen angegriffen. Das teilt die ukrainische Luftwaffe auf den sozialen Medien mit. 189 russische Drohnen hat die Luftabwehr der Ukraine eigenen Angaben zufolge abgeschossen. Acht russische Drohnen sollen an verschiedenen Zielen in der Ukraine eingeschlagen sein.

+++ 10:40 Ukraine veröffentlicht Zahlen zu russischen Verlusten +++

Der ukrainische Generalstab veröffentlicht neue Verlustzahlen zu den russischen Truppen in der Ukraine. Demnach soll Russland seit dem 24. Februar 2022 rund 1.368.040 Soldaten in der Ukraine verloren haben. Allein innerhalb von 24 Stunden betrage die Zahl der Verluste 1130. Dem Bericht aus Kiew zufolge sollen unter anderem außerdem fünf Panzer, drei Flugabwehrsysteme, 60 Artilleriesysteme und 1853 Drohnen zerstört worden sein. Insgesamt soll Russland laut der Ukraine seit Beginn des Großangriffs 11.974 Panzer, 43.172 Artilleriesysteme, 1403 Flugabwehrsysteme und 436 Flugzeuge, 353 Hubschrauber, 325.615 Drohnen, 33 Schiffe sowie zwei U-Boote verloren haben. Westliche Schätzungen nennen geringere Verlustzahlen - wobei das auch nur Mindestwerte sind.

+++ 10:00 Nato-Generalsekretär Rutte zu unangekündigtem Besuch in Kiew +++

Mark Rutte ist am Mittwoch zu einem unangekündigten Besuch in der ukrainischen Hauptstadt Kiew eingetroffen. Der Nato-Generalsekretär reiste mit dem Zug an, wie der ukrainische Eisenbahnbetreiber Ukrsalisnyzia mitteilt. "Wir freuen uns, heute Nato-Generalsekretär Mark Rutte im Kiewer Hauptbahnhof begrüßen zu dürfen", erklärt Ukrsalisnyzia auf Telegram und veröffentlicht Fotos von seiner Ankunft. Zuletzt hielt Rutte im Februar 2026 eine Rede vor dem ukrainischen Parlament, der Werchowna Rada, in Kiew. Schon als niederländischer Ministerpräsident hatte Rutte die Ukraine mehrfach besucht. Seit seiner Amtseinführung als Nato-Generalsekretär 2024 war der 59-Jährige mindestens viermal in der Ukraine.

+++ 09:13 Selenskyj: Ukraine hat Ölterminal in St. Petersburg angegriffen +++

Die Ukraine hat nach Angaben von Präsident Wolodymyr Selenskyj das Ölterminal in St. Petersburg angegriffen. Zudem sei eine Rüstungsfabrik in der russischen Oblast Tambow beschossen worden. Tambow liegt südlich von Moskau.

+++ 08:40 Bericht: Explosionen nach ukrainischen Drohnenangriffen auf St. Petersburg +++

Bei Drohnenangriffen auf St. Petersburg werden nach Angaben des Gouverneurs Teile der Infrastruktur in mehreren Bezirken beschädigt und mehrere Menschen verletzt (siehe Eintrag 05:38). Der Ölterminal von St. Petersburg steht unter Beschuss. Das berichtet "The Kyiv Independent" unter Berufung von Augenzeugenberichten aus St. Petersburg. Anwohnerinnen und Anwohner schreiben in den sozialen Medien von Explosionen und Bränden auf dem Gelände. Videos und Bilder zeigen schwarze Rauchwolken über dem Hafen von St. Petersburg. Es ist einer der größten Umschlagplätze für flüssige Erdölprodukte in der gesamten Ostseeregion. Der Angriff fiel mit dem Beginn des Internationalen Wirtschaftsforums St. Petersburg zusammen. Die Konferenz beginnt am Mittwoch in der Metropole. Sie wird von Präsident Wladimir Putin ausgerichtet und gilt als "russisches Davos".

+++ 07:59 Kriewald aus Kiew: "Ukrainer haben Angst" +++

Durch den verstärkten Einsatz russischer Hyperschallraketen verändert sich laut ntv-Reporterin Nadja Kriewald die Stimmung in der Ukraine spürbar. Immer mehr Menschen suchen nachts Schutz in U-Bahnhöfen und Kellern. An der Front erleidet Moskau täglich massive Verluste.

+++ 07:31 Ukraine: Ein Toter und 18 Verletzte nach russischen Angriffen auf Sumy +++

Bei russischen Angriffen auf Sumy, eine Region im Nordosten der Ukraine, wurde eine Person getötet und 18 Personen verletzt, darunter vier Kinder. Das teilt die Nationalpolizei der Ukraine mit. Demnach standen 36 Ortschaften in der Region unter russischem Beschuss. Bei den Angriffen sind laut ukrainischer Nationalpolizei mehrere Gebäude und Fahrzeuge beschädigt worden.

+++ 06:55 Russland meldet ukrainischen Drohnenangriff auf Mitschurinsk +++

Bei einem Drohnenangriff auf die Stadt Mitschurinsk in der zentralrussischen Region Tambow werden nach Angaben von Gouverneur Jewgeni Perwyschow unter anderem Nebengebäude einer Industrieanlage, ein Wohnhaus und eine Bibliothek beschädigt. Verletzte gebe es nicht, teilt er auf Telegram mit.

+++ 06:22 Russland: Sieben Tote bei Drohnenangriff im besetzten Teil der Region Donezk +++

Bei einem Drohnenangriff im russisch kontrollierten Teil der ostukrainischen Region Donezk werden nach Angaben der dortigen Behörden sieben Menschen getötet und elf weitere verletzt. Die Drohne habe einen Reisebus getroffen, der zwischen Moskau und Simferopol auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim unterwegs gewesen sei, teilt der von Moskau eingesetzte Regionalgouverneur Denis Puschilin auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit.

+++ 06:07 EU verhandelt Aufnahme Ukraine-Flüchtlinge: Männer im Alter von 23 bis 60 könnten ausgeschlossen werden +++

Die Innenminister der Europäischen Union sollen am Donnerstag darüber beraten, ob Männer einer bestimmten Altersgruppe künftig von der Aufnahmerichtlinie für Geflüchtete aus der Ukraine ausgeschlossen werden. Die Deutsche Presse-Agentur weiß von zwei Vorschlägen: Eine Verlängerung der aktuell bis zum 4. März 2027 geltenden Schutzregelung für alle Ukraine-Flüchtlinge um ein weiteres Jahr oder eine Verlängerung, bei der ukrainische Männer im Alter zwischen 23 und 60 Jahren vom vorübergehenden Schutz ausgeschlossen würden. Sollten sich die EU-Mitgliedstaaten für die zweite Variante entscheiden, würde die neue Regelung allerdings nur bei Männern, die neu in die EU kommen, Anwendung finden. Kriegsflüchtlinge aus der Ukraine finden in der EU nach der Massenzustromrichtlinie Aufnahme. Laut Bundesinnenministerium hielten sich zum Stichtag 7. Februar knapp 1,16 Millionen Menschen in Deutschland auf, die im Kontext des Krieges in der Ukraine seit dem 24. Februar 2022 nach Deutschland eingereist waren und denen auf Basis dieser EU-Richtlinie vorübergehender Schutz gewährt wurde.

+++ 05:38 Russland meldet Drohnenabschüsse bei St. Petersburg und Moskau +++

Russland meldet den Abschuss mehrerer Drohnen über der Region Leningrad und im Anflug auf Moskau. In der Region im Nordwesten des Landes seien drei Drohnen abgeschossen worden, teilt Gouverneur Alexander Drosdenko im Kurznachrichtendienst Telegram mit. Weitere 13 Drohnen habe die Luftabwehr vor der Hauptstadt abgefangen, erklärt der Moskauer Bürgermeister Sergej Sobjanin. Unterdessen wird am St. Petersburger Flughafen Pulkowo der Flugverkehr vorübergehend eingeschränkt, wie die Luftfahrtbehörde Rosawiazija mitteilt. In St. Petersburg beginnt in Kürze das Internationale Wirtschaftsforum.

+++ 04:40 Russland verhängt Einreiseverbote gegen britische Journalisten +++

Russland verhängt ein Einreiseverbot gegen fünf britische Staatsbürger, darunter zwei bekannte Journalisten. Der Schritt sei eine Antwort auf die "provokante antirussische Rhetorik britischer Regierungsvertreter, die Verbreitung von Unterstellungen gegen Russland und konkrete Schritte Londons zur Belieferung des Kiewer Regimes mit Waffen", teilt das Außenministerium in Moskau auf seiner Internetseite mit. Betroffen von der Maßnahme seien die auf Russland spezialisierte Investigativjournalistin der "Washington Post", Catherine Belton, sowie der Korrespondent für Sicherheitsthemen der britischen Zeitung "The i", Richard Holmes. Holmes ist für seine Recherchen ausgezeichnet worden und war Finalist für den Pulitzer-Preis. Auf der Sanktionsliste stehen zudem Vertreter aus einer Denkfabrik sowie aus Unternehmen.

+++ 01:25 Kraftstoffausgabe im russisch besetzten Luhansk begrenzt +++

Nach der Einführung von Benzin- und Diesel-Limits auf der von Russland annektierten Halbinsel Krim müssen sich nun auch die Menschen im besetzten ukrainischen Gebiet Luhansk auf eine begrenzte Ausgabe von Kraftstoff einstellen. Bei den Marken AI-95 (entspricht Super in Europa) und AI-92 (Normal) sowie Diesel werde die Abgabe auf höchstens 20 Liter pro Person beschränkt, meldet die staatliche russische Nachrichtenagentur Tass unter Berufung auf die Besatzungsbehörden. Begründet wurde der Schritt demnach mit den derzeitigen Vorräten und einer gestiegenen Kraftstoffnachfrage in den vergangenen Tagen. Es handele sich um vorübergehende Beschränkungen, heißt es weiter.

+++ 23:22 Rubio will Ausnahmeregelungen bei Russland-Sanktionen aufheben +++

US-Außenminister Marco Rubio äußert die Hoffnung, dass sein Land die Ausnahmeregelungen bei den Ölsanktionen gegen Russland in naher Zukunft aufheben wird. Das hänge jedoch von den jeweiligen Umständen ab, sagt Rubio bei einer Anhörung vor dem US-Kongress. Damit dürfte die Lage auf dem Weltmarkt gemeint sein. Die endgültige Entscheidung werde vom US-Finanzministerium getroffen. "Wir möchten sie [die Ausnahmen] so bald wie möglich beenden, da die grundlegende Politik dieses Landes darin besteht, Sanktionen gegen russisches Öl zu verhängen", betont Rubio. "Es handelt sich um befristete Ausnahmeregelungen, die darauf abzielen, das globale Angebot zu erweitern." Mitte Mai hatten die USA ihre Sanktionen auf russisches Öl für weitere 30 Tage gelockert. US-Finanzminister Scott Bessent teilt auf der Plattform X mit, die Verlängerung werde den Rohölmarkt stabilisieren und sicherstellen, dass das Öl die Länder erreiche, die mit Blick auf Energie am stärksten gefährdet seien. Konkret bezieht sich die befristete Ausnahmeregelung auf russisches Öl, das sich aktuell bereits auf Tankern auf Meeren befindet.

+++ 21:50 Merz drängt auf EU-Verhandlungen mit der Ukraine +++

Kanzler Friedrich Merz hat beim Empfang des ungarischen Ministerpräsident Peter Magyar in Berlin gefordert, dass die EU-Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine beginnen sollen. "Wir verstehen, dass Budapest zunächst bilaterale Fragen klären will, wie etwa die Rechte der ungarischen Minderheit in der Ukraine", sagt Merz. "Das darf aber nicht zu Lasten der europäischen Unterstützung gehen und uns nicht von dem Ziel abbringen, die Beitrittsverhandlungen mit der Ukraine jetzt auch mit dem ersten Kapitel förmlich zu eröffnen", fügt er hinzu. Merz hatte zuletzt für die Ukraine einen Sonderstatus als "assoziiertes Mitglied" der EU vorgeschlagen, weil ein schneller vollständiger Beitritt seiner Ansicht nach ausgeschlossen ist. Aus Sicht Berlins wird mit dem Vorschlag eine politische Brücke gebaut. Der Ukraine dagegen geht das nicht weit genug.

+++ 21:00 Selenskyj warnt vor weiterem russischen Großangriff in der Nacht +++

Nach einem schweren russischen Angriff mit vielen Toten und Verletzten in der Nacht zu Dienstag warnt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj erneut vor einer großen Attacke. Noch in dieser Nacht könne es zu einem massiven Angriff kommen, sagte er unter Berufung auf Geheimdienstinformationen in seiner abendlichen Videobotschaft. Erst in der Nacht auf Dienstag hatte Russland die Ukraine erneut mit schweren Luftangriffen überzogen. Selenskyj sprach von 22 Toten und 130 Verletzten. Selenskyj sagte weiter, Russland stufe ukrainische Unternehmen, die Fortschritte bei der Entwicklung und Produktion von Raketen machten, als vorrangige Ziele ein. Die Ukraine werde darauf reagieren.

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