Ukraine-Krieg im Liveticker+++ 20:30 Ukrainische NGOs kontern Selenskyj: Kein Referendum zu Friedensvereinbarung abhalten +++
Rund 50 ukrainische zivilgesellschaftliche Gruppen fordern die Behörden auf, die Idee einer möglichen Friedensvereinbarung durch ein Referendum aufzugeben, wie aus einer Erklärung hervorgeht, die die ukrainische Medienaufsichtsbehörde Detector Media veröffentlicht. Die Idee eines Referendums wurde aufgegriffen, nachdem die USA die Ukraine dazu gedrängt hatten, ein Friedensabkommen mit Russland anzustreben und dafür noch weitere Gebietsverluste in Kauf zu nehmen. Präsident Wolodymyr Selenskyj erklärte im Dezember, dass alle territorialen Zugeständnisse zur Beendigung des russischen Angriffskriegs, die in einem von den USA unterstützten Friedensplan erwähnt werden, vom ukrainischen Volk entschieden werden sollten, möglicherweise durch ein Referendum. Er beauftragte die Gesetzgeber mit der Ausarbeitung von Gesetzesentwürfen, um Änderungen des Wahlgesetzes während des Kriegsrechts zu ermöglichen. "Wir können nicht zulassen, dass der Präsident der Ukraine oder von ihm bevollmächtigte Personen ein Abkommen schließen, das die territoriale Integrität unseres Staates gefährden und die Abtretung eines Teils seines Hoheitsgebiets zur Folge haben würde", heißt es in der Erklärung.
+++ 19:52 Spezialkräfte zeigen Angriff auf russische Raketensysteme +++
Ukrainische Spezialkräfte haben nach eigenen Angaben mehrere russische Raketensysteme vom Typ K-300 Bastion mit FP-2-Drohnen getroffen. Ein Video soll den Angriff auf der russisch besetzten Krim zeigen. Sollten die Angaben zutreffen, wäre das ein erheblicher und kostspieliger Verlust für die russischen Streitkräfte.
+++ 19:24 Ukrainische Drohnen sorgen für vorzeitiges Ende von russischem Eishockeyspiel +++
Ein Eishockey-Match der russischen Liga KHL zwischen der Mannschaft von Sotschi und ZSKA Moskau ist nach dem ersten Drittel wegen ukrainischer Drohnen gestoppt worden. "Aufgrund der erneuten Ankündigung eines Drohnenangriffs auf das Gebiet von Sirius und Sotschi wurde beschlossen, das Match zwischen Sotschi und ZSKA nicht fortzusetzen", teilt die KHL in einer Erklärung mit. Wann das Duell möglicherweise fortgesetzt wird, steht noch nicht fest. Das Spiel im Bolshoy Ice Dome, wo 2014 das olympische Eishockey-Turnier ausgetragen wurde, stand zum Zeitpunkt des Abbruchs 0:0. Die Tribünen wurden geräumt, die Fans nach Hause geschickt. Zu diesem Zeitpunkt herrschte in Sotschi Drohnenalarm. Der Flugbetrieb am Airport Sotschi wurde vorübergehend eingestellt.
+++ 19:01 Schon wieder Angriff auf ukrainische Polizisten - sieben verletzte Beamte in Mykolajiw +++
Sieben Streifenpolizisten sind bei einer Explosion an einer stillgelegten Tankstelle in Mykolajiw verletzt worden, wie Ivan Vyhovsky, Leiter der Nationalpolizei, mitteilt. "Heute um 18.10 Uhr kam es in Mykolajiw zu einer Explosion an einer stillgelegten Tankstelle. Sieben Streifenpolizisten, die zu ihrer Schicht erschienen waren und ihre Autos dort geparkt hatten, wurden verletzt. Zwei von ihnen befinden sich in einem kritischen Zustand. Die Ärzte kämpfen um ihr Leben", schreibt er auf seiner Facebook-Seite. Er erinnert daran, dass es am Samstag in Lwiw einen Terroranschlag auf Polizeibeamte gegeben habe. "Das ist kein Zufall. Der Feind versucht bewusst, ukrainische Polizeibeamte zu töten, die jeden Tag die Menschen und den Staat schützen. Wir betrachten diese Ereignisse als gezielten Angriff auf das Strafverfolgungssystem und als Destabilisierung der Lage im Land", fügt Vyhovsky hinzu.
+++ 18:37 WHO zählt 184 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen in der Ukraine +++
Die Zahl der Angriffe auf das ukrainische Gesundheitswesen steigt 2025 im Vergleich zum Vorjahr um fast 20 Prozent an. Das teilt das europäische Regionalbüro der Weltgesundheitsorganisation WHO in Kopenhagen mit. Somit sei 2025 das Jahr mit den meisten Attacken auf die Gesundheitsversorgung der Ukraine seit dem russischen Einmarsch gewesen. Allein im dritten Quartal des vergangenen Jahres hat es laut WHO 184 Angriffe auf medizinische Einrichtungen gegeben, wobei 12 Menschen getötet und 110 verletzt wurden. Zugleich verdreifacht sich 2025 demnach die Zahl der Angriffe auf Medikamentenlager in der Ukraine.
+++ 18:11 Außenminister Sybiha stellt klar: Straffreiheit für "Kriegsverbrecher" Putin kann es nicht geben +++
Unabhängig vom Verlauf der Verhandlungen über ein Kriegsende verlangt der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha eine Bestrafung von Kremlchef Wladimir Putin als "Kriegsverbrecher". "Russische Kriegsverbrecher haben kein Recht auf Straffreiheit", sagt Kiews Chefdiplomat auf einer Konferenz in der ukrainischen Hauptstadt. Die Verantwortung Russlands reiche von "der Führung dieses Staates, die den Krieg entfesselte, bis zu jedem einzelnen russischen Besatzer, der Kriegsverbrechen begeht". Sybiha erinnert dabei an den 2023 ausgestellten Haftbefehl des Internationalen Strafgerichtshofs in Den Haag gegen den russischen Präsidenten. "Wir rufen die Partner zur Umsetzung dieser Maßnahme auf", sagt der Minister. Putin sei persönlich für diesen Krieg verantwortlich. Für die aktuell laufenden US-vermittelten Friedensgespräche zwischen den Kriegsgegnern lehnt er den anfänglich einmal angebrachten Punkt einer Straffreiheit ab. Auch Präsident Wolodymyr Selenskyj hatte eine Amnestie abgelehnt.
+++ 17:48 Merz vor China-Reise: Wenn Xi Putin morgen sagt "hör auf", dann muss er übermorgen aufhören +++
Kurz vor seinem Antrittsbesuch in China misst Bundeskanzler Friedrich Merz der Großmacht eine Schlüsselrolle für die Beendigung des seit vier Jahren tobenden Ukraine-Krieges zu. China unterstütze Russland nach wie vor durch das Beziehen von Öl und Gas und durch Technologielieferungen, sagt Merz in Berlin. "Wenn Xi Jinping Putin morgen sagen würde, hör' das auf, dann muss er übermorgen aufhören", betont er mit Blick auf die Staatschefs Chinas und Russlands. Merz wird an diesem Mittwoch seinen ersten Besuch in China als Kanzler beginnen. Für den Nachmittag ist ein Vier-Augen-Gespräch mit Staatspräsident Xi vorgesehen. "Ich erwarte, dass wir offene Gespräche führen können", betont Merz. "Ich möchte einfach versuchen, den Staatspräsidenten zu verstehen. Ich möchte umgekehrt versuchen zu erläutern, was unsere Position, meine persönliche Position auch in Deutschland, in Europa ist, wie ich bestimmte globale Entwicklungen sehe, was wir möglicherweise auch gemeinsam tun können."
+++ 17:28 Zoff um Öltransit: Slowakei dreht der Ukraine den Notstrom ab +++
Der slowakische Ministerpräsident Robert Fico ordnet den Stopp von Notstromlieferungen an die Ukraine an. "Wir sind gezwungen, mit einer ersten Gegenmaßnahme gegen die Ukraine vorzugehen", sagt Fico. Die Maßnahme werde aufgehoben, sobald der Öltransit in die Slowakei wieder aufgenommen werde.
+++ 17:03 Oberkommandeur Syrskyj: Haben 400 Quadratkilometer von Russen befreit +++
Die ukrainische Armee befreit nach eigenen Angaben kurz vor dem Jahrestag des russischen Überfalls Hunderte Quadratkilometer in der Südukraine. "Von Ende Januar an ist am Frontabschnitt Olexandriwka die Kontrolle über 400 Quadratkilometer und acht Siedlungen wiederhergestellt worden", schreibt der ukrainische Oberkommandierende Olexander Syrskyj auf Telegram. Die Lage an der Grenze der Regionen Dnipropetrowsk und Saporischschja sei dennoch schwierig, und die russischen Truppen würden den Druck aufrechterhalten. Zuvor hatte es mehrfach Berichte über die Rückeroberung von Hunderten Quadratkilometern gegeben. Ukrainische Militärbeobachter schreiben jedoch von allenfalls "stabilisierenden Maßnahmen".
+++ 16:35 Russen straucheln - Ballons sollen Starlink ersetzen +++
Das russische Militär bekommt den Ausfall von Musks Starlink-Netz deutlich zu spüren. "Damit haben die anderen sofort einen wesentlichen Wissens-, Informations-, Entscheidungs- und Handlungsvorteil" erklärt Militärexperte Ralph Thiele. Oberst Reisner berichtet über Versuche der Russen, die Lücke zu schließen.
+++ 16:11 Kiews Außenminister wettert gegen Ungarn und Slowakei: Halten die EU als Geisel +++
Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha fordert Ungarn und die Slowakei auf, die Europäische Union nicht länger "als Geisel zu nehmen". In einem Beitrag auf X mahnt er beide Länder zu "konstruktiver Zusammenarbeit und verantwortungsvollem Verhalten".
+++ 15:48 Trotz Tausender Trucks für Putins Heer - Russischer Hersteller Kamaz macht 2025 Riesenverlust +++
Einem Bericht des ukrainischen Auslandsgeheimdienstes zufolge, erleidet der russische Hersteller PSJC Kamaz 2025 einen enormen Verlust. Kamaz stellt unter anderem Lastwagen her, die das russische Militär zum Transport nutzt. Seit dem Beginn der russischen Vollinvasion vor genau vier Jahren soll Kamaz mehr als 15.000 Fahrzeuge ans russische Militär geliefert haben. Zudem hat das Unternehmen laut Geheimdienst die Logistik und den Nachschub der russischen Armee unterstützt. Das unabhängige Portal Oryx verzeichnet allein mehr als 1200 zerstörte Lastwagen des Unternehmens im Krieg, dazu hunderte weitere Fahrzeuge. Dennoch fährt PSJC Kamaz den Angaben zufolge 2025 einen Verlust von knapp 500 Millionen US-Dollar (423 Mio. Euro) ein. Im Jahr zuvor waren es knapp 51 Millionen US-Dollar (43,2 Mio Euro). Das liegt allerdings auch am Rückgang ziviler Käufe aufgrund der kriselnden russischen Wirtschaft. So soll die Nachfrage nach Schwerlastkraftwagen 2025 generell um 54 Prozent eingebrochen sein. Bei Kamaz selbst soll der Rückgang 16 Prozent betragen.
+++ 15:16 Millionen Haushalte und Infrastruktur zerstört - Die Ukraine braucht 500 Milliarden Euro für Wiederaufbau +++
Der Krieg in der Ukraine hat innerhalb von knapp vier Jahren laut einer neuen Schätzung einen direkten Schaden von fast 200 Milliarden US-Dollar verursacht. Zwischen dem Kriegsbeginn am 24. Februar 2022 und Ende Dezember 2025 beläuft sich der Gesamtschaden auf 195,1 Milliarden US-Dollar (gut 165 Mrd Euro), wie aus einem gemeinsamen Bericht der Weltbank, der Europäischen Kommission, der ukrainischen Regierung und der Vereinten Nationen hervorgeht. Für den Wiederaufbau des Landes dürften in den kommenden zehn Jahren 587,7 Milliarden Dollar (knapp 500 Mrd Euro) nötig sein. Vor allem der Wohnungsbau, der Verkehrssektor und die Energieversorgung seien zerstört worden. Dabei macht der Wohnungsbau mit mehr als 60 Milliarden Dollar fast ein Drittel des direkten Schadens aus, der Verkehrssektor mit rund 40 Milliarden Dollar gut ein Fünftel. "Stand 31. Dezember 2025 sind 14 Prozent des Wohnungsbestands beschädigt oder zerstört; dies betrifft mehr als drei Millionen Haushalte", heißt es. Der Großteil der Schäden betrifft die Hauptstadtregion Kiew und die Ostukraine - 75 Prozent des Gesamtschadens seien in den Gebieten an der Front verzeichnet worden.
+++ 14:49 Stabschef Budanow: Einigung auf großen Gefangenenaustausch diese Woche möglich +++
Eine weitere Runde von Gesprächen zur Beendigung des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine könnte nach Angaben aus Kiew noch in dieser Woche stattfinden. "Ich denke Ende der Woche, diese Woche", sagt der Stabschef von Präsident Wolodymyr Selenskyj, Kyrylo Budanow, dem Portal Novyny.Live. Zudem stellt er einen neuen Gefangenenaustausch mit Russland in Aussicht, der ebenfalls noch in dieser Woche erfolgen könnte. Dieser werde möglicherweise größer ausfallen als der letzte Austausch, bei dem beide Seiten jeweils 157 Kriegsgefangene freigelassen hatten. Eine genaue Zahl nennt Budanow allerdings nicht.
+++ 14:22 Politisch motivierte Urteile gefällt - EU sanktioniert acht Russen +++
Die Europäische Union verhängt Sanktionen gegen acht Personen, denen schwere Menschenrechtsverletzungen und die Untergrabung der Rechtsstaatlichkeit in Russland vorgeworfen werden. Wie der Rat der EU mitteilt, richten sich die Maßnahmen gegen Richter, die für politisch motivierte Urteile gegen Aktivisten verantwortlich seien, sowie gegen Leiter von Haftanstalten. In diesen Einrichtungen würden politische Gefangene unter unmenschlichen und erniedrigenden Bedingungen festgehalten. Die Betroffenen dürfen nicht mehr in die EU einreisen, ihre dortigen Vermögenswerte werden eingefroren. Zudem dürfen ihnen keine Gelder bereitgestellt werden.
+++ 14:00 Mutmaßliche Russland-Spione in Stuttgart vor Gericht +++
Schon lange warnen Experten vor russischer Spionage und Sabotage. Nun soll ein Gericht in Stuttgart klären, ob sich drei Ukrainer als Agenten im Auftrag Russlands tatsächlich bereiterklärt haben, Anschläge auf den Gütertransport in Deutschland zu begehen. Nach den Anklageerhebungen will sich das Oberlandesgericht vom 17. März an mit dem Fall und den Vorwürfen befassen. Laut Anklage sollten die Männer im Alter von 22, 25 und 30 Jahren im Auftrag Russlands Pakete mit Spreng- oder Brandvorrichtungen versenden, die während des Transports in Deutschland oder auf dem Weg in nicht von Russland besetzte Teile der Ukraine gezündet worden wären, wie die Bundesanwaltschaft ihnen vorwirft. Zunächst seien aber nur Pakete mit GPS-Trackern von Köln in Richtung Ukraine verschickt worden, um Versandrouten und Transportabläufe auszuforschen. Den Männern wird vorgeworfen, sich zur schweren Brandstiftung verabredet zu haben und als Agenten zu Sabotagezwecken gearbeitet zu haben. Im Mai 2025 war das Trio in Köln, Konstanz und in der Schweiz festgenommen worden. Alle drei Beschuldigten sitzen in Untersuchungshaft. Bislang sind bis Ende September mehr als 30 Verhandlungstage im stark gesicherten Prozessgebäude in Stammheim angesetzt.
+++ 13:30 Bundesregierung drängt Ungarn zur Einhaltung von Ukraine-Zusage +++
Die Bundesregierung pocht darauf, dass Ungarn den Weg für einen 90-Milliarden-Euro-Kredit der EU an die Ukraine freimacht. Ungarn habe im Dezember bereits seine Zustimmung gegeben, sagt Regierungssprecher Stefan Kornelius. "Sachfremde Überlegungen" sollten jetzt unterbleiben, fügt er mit Blick auf die ungarische Forderung nach einer Reparatur der Druschba-Pipeline in der Ukraine hinzu, die russisches Öl nach Ungarn geliefert hatte und die Russland bei seinen Angriffen zerstört haben soll. Die Ukraine habe Ungarn Angebote gemacht, betont der Regierungssprecher. Auch Außenminister Johann Wadephul sei "erstaunt" über die ungarische Position, sagt die Sprecherin des Außenministeriums, Kathrin Deschauer. Andere EU-Staaten hatten Ungarn alternative Lieferungen angeboten, die die nationalkonservative Regierung in Budapest aber bisher abgelehnt hat.
+++ 13:05 Merz: Russische Führung auf "Tiefpunkt der tiefsten Barbarei" +++
Bundeskanzler Friedrich Merz fordert eine Erhöhung des Drucks auf Russland für ein Ende der Angriffe auf die Ukraine. "Dieser Krieg wird nur enden, wenn Russland keinen Sinn mehr darin sieht, ihn fortzusetzen. Wenn Russland mit keinen territorialen Geländegewinnen mehr rechnen kann, wenn Russlands Kosten für diesen Wahnsinn einfach zu hoch geworden sind", sagte Merz auf dem Ukraine-Forum "Cafe Kyiv" der CDU-nahen Konrad-Adenauer-Stiftung. Er forderte: "Darum müssen wir den Druck auf Russland aufrechterhalten. Wir müssen ihn sogar erhöhen." Vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion in die Ukraine verurteilte der Kanzler erneut die Art der russischen Kriegsführung, die Gleichgültigkeit gegenüber Menschenrechten und Menschenleben zeige und bei der jeden Tag Kriegsverbrechen begangen würden. "Dieses Land befindet sich zurzeit unter dieser Führung auf dem Tiefpunkt der tiefsten Barbarei." Der Ukraine sagte Merz die weitere Unterstützung Deutschlands zu, das der größte militärische und zivile Unterstützer des Landes sei. Seit Kriegsbeginn sei für die Ukraine bilaterale zivile Unterstützung in Höhe von fast 40 Milliarden Euro geleistet worden. Die geleistete und bereitgestellte militärische Unterstützung belaufe sich auf über 50 Milliarden Euro.
+++ 12:40 "Alle werden nach unserem Blut verlangen": Ungarn bekräftigt Blockadehaltung +++
Vor den seit dem Vormittag laufenden Beratungen der EU-Staaten über ein wichtiges Darlehen für die Ukraine hat Ungarns Außenminister Peter Szijjarto das Veto seines Landes bekräftigt. Auch das vorgesehene 20. Sanktionspaket gegen Russland werde Budapest blockieren, sagte Szijjarto in einem auf seiner Facebook-Seite veröffentlichten Video, das während des Flugs zum Treffen der EU-Außenminister in Brüssel entstand. "Es wird ein großer Kampf werden, alle werden nach unserem Blut verlangen, aber so ist es eben." Man stelle sich diesem Kampf, "weil niemand Ungarn auf die Schippe nehmen darf". Niemand dürfe die Energiesicherheit des Landes gefährden. Der rechtspopulistische ungarische Ministerpräsident Viktor Orban hatte das Veto gegen das Ukraine-Darlehen in Höhe von 90 Milliarden Euro bereits Ende der Woche angekündigt. Als Grund gab er an, dass die ukrainische Führung absichtlich die Wiederaufnahme von Öllieferungen über die Druschba-Pipeline blockiere. Diese ist nach ukrainischen Angaben durch russische Bombardierungen seit Ende Januar unterbrochen.
+++ 12:00 Ukraine trifft wichtigen Öl-Knotenpunkt tief in Russland +++
Das ukrainische Militär hat in der vergangenen Nacht bei einem Luftangriff offenbar eine wichtige Ölpumpstation in Russland in Brand gesetzt. Mehrere ukrainische und russische Medien berichteten über ein großes Feuer auf dem Gelände der Pumpstation Kaleykino bei Almetjewsk in der russischen Republik Tatarstan. Die Zeitung "Ukrainska Pravda" bezeichnete die Pumpstation als "wichtigen Knotenpunkt für den Betrieb der Druschba-Ölpipeline". In sozialen Medien kursieren mehrere Videos von dem Brand. Dem Bericht zufolge bestätigten russische Behörden am Morgen, dass eine Industrieanlage angegriffen worden sei. Demnach gab es keine Verletzten. Für den Angriff sollen ukrainische Drohnen mehr als 1000 Kilometer russischen Luftraum durchquert haben. Über den Südstrang der Druschba-Pipeline wird üblicherweise russisches Öl über die Ukraine unter anderem in die Slowakei und nach Ungarn transportiert. Aktuell ist der Südstrang stillgelegt, was zu einem Konflikt zwischen der Ukraine und Ungarn geführt hat.
+++ 11:30 Video: Tandem-Manöver sprengt russisches Munitionslager +++
Ein Video der ukrainischen Armee zeigt eine effektive Taktik im Drohnenkrieg. Eine erste Drohne schlägt das Fenster eines russischen Munitionsdepots ein, um den Weg für die zweite freizumachen. Daraufhin kommt es zu einer großen Explosion.
+++ 11:10 Ungarn wirft der Ukraine Erpressung vor +++
Ungarn wirft der Ukraine "Erpressung" vor und knüpft seine Zustimmung auf EU-Ebene an die Wiederaufnahme der Öllieferungen. Solange der Fluss von Rohöl über die Pipeline Druschba gestoppt bleibe, werde Ungarn keiner Vereinbarung zustimmen, sagt Außenminister Peter Szijjarto. Die Ukraine verhalte sich "feindselig" und müsse die Lieferungen unverzüglich wieder aufnehmen. Szijjarto bekräftigt zudem seine Kritik an den Russland-Sanktionen der EU: Die bisherige Politik sei gescheitert, das neue Paket ergebe keinen Sinn. Hintergrund ist, dass die Druschba-Pipeline nach Angaben der ukrainischen Behörden infolge einer Beschädigung während eines russischen Angriffs Ende Januar nahe der ukrainischen Stadt Brody stillgelegt wurde. Über den Südstrang der Pipeline wird üblicherweise russisches Öl über die Ukraine unter anderem in die Slowakei und nach Ungarn transportiert.
+++ 10:50 Wadephul: Zu viele Gesprächsangebote an Russland wären falsches Signal +++
Außenminister Johann Wadephul warnt vor zu vielen Gesprächsangeboten an Moskau. "Unsere Offenheit für Gespräche mit Russland steht", sagte der CDU-Politiker vor einem Treffen der EU-Außenminister. "Aber eine Einigung scheitert am fehlenden ernsthaften Willen Russlands zum Kompromiss." Zu viele Gesprächsangebote könnten "dort den Eindruck erwecken, dass Sturheit belohnt wird - das wäre das falsche Signal", führte Wadephul aus.
+++ 10:30 "Für Trump sind Selenskyjs rote Linien Grund für Ärger" +++
In einem Interview mit der BBC bekräftigt der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj einmal mehr seine Forderung nach langfristigen Sicherheitsgarantien - unabhängig von Donald Trumps Launen oder möglichen Kurswechseln in der US-Regierung, berichtet ntv-Reporterin Kavita Sharma. Doch die klaren Linien könnten "zu neuen Spannungen mit Trump führen".
+++ 10:10 Kiesewetter: EU-Staaten setzen Sanktionen nicht konsequent genug durch +++
CDU-Außenpolitiker Roderich Kiesewetter hat die Umsetzung der gegen Russland verhängten Sanktionen als unzureichend kritisiert. "Hauptproblem der Sanktionspakete ist, die Nationalstaaten setzen sie unzureichend um. Dazu weisen etliche Pakete bewusst Schlupflöcher auf", sagte er der "Augsburger Allgemeinen". Er äußerte sich vor dem Hintergrund des anstehenden vierten Jahrestags des Ukraine-Kriegs und der Verhandlungen über das 20. EU-Sanktionspaket. Häufig sei es in der Vergangenheit auch Deutschland gewesen, das die Effektivität von Sanktionen ausgebremst habe, indem etwa Drittstaatensanktionen ausgeschlossen oder Dual-Use-Güter ausgenommen worden seien, kritisierte Kiesewetter. "Es hat sich zudem ein Schattenmarkt etabliert, über den Russland weiterhin beispielsweise Chips und Halbleiter auf dem sogenannten Sekundärmarkt bezieht oder durch das Ausschlachten von Komponenten aus Handelsware wie Kühlschränken", fuhr er in der Zeitung fort. Die Effektivität der Sanktionen werde in der EU und ihren Mitgliedstaaten "durch Inkonsequenz und mangels politischen Willens abgeschwächt".
+++ 09:40 Polen wirft Orban-Regierung fehlende Solidarität vor +++
Polens Außenminister Radosław Sikorski wirft Ungarn einen schockierenden Mangel an Solidarität mit der Ukraine vor. Die Regierung in Budapest schüre mit Hilfe staatlicher Propaganda Feindseligkeit gegenüber dem Nachbarland, um dies im Wahlkampf zu nutzen, sagt Sikorski in Brüssel. "Ich hätte von Ungarn ein viel größeres Gefühl der Solidarität mit der Ukraine erwartet."
+++ 09:10 Wadephul: Ungarn verrät Kampf für "europäische Souveränität" +++
Bundesaußenminister Johann Wadephul fordert die Regierung in Budapest auf, ihre Haltung zur Ukraine zu überdenken. "Ich bin über die ungarische Position erstaunt", sagt Wadephul vor Beratungen der EU-Außenminister in Brüssel. "Wir werden mit unseren ungarischen Kollegen darüber diskutieren", kündigt der CDU-Politiker an und fügt hinzu: "Ich glaube nicht, dass es richtig ist, wenn Ungarn seinen eigenen Kampf für die Freiheit, für die europäische Souveränität verrät." Ungarn blockiert erneut EU-Hilfen für die Ukraine in ihrem Abwehrkampf gegen Russland.
+++ 08:40 Einigung auf neue Russland-Sanktionen der EU unwahrscheinlich +++
Die EU-Länder werden sich der EU-Außenbeauftragten Kaja Kallas zufolge wahrscheinlich nicht auf das vorgeschlagene neue Sanktionspaket gegen Russland einigen. Der anhaltende Widerstand Ungarns habe deutlich gemacht, dass bei dem Treffen der EU-Außenminister kein Konsens über die vorgeschlagenen Maßnahmen erzielt werden könne, sagt sie vor dem Treffen gegenüber der Presse.
+++ 08:10 Tote und Verletzte bei russischem Angriff auf Odessa +++
Bei einem russischen Angriff auf die Region Odessa sind nach ukrainischen Angaben zwei Menschen ums Leben gekommen. Drei Personen seien verletzt worden, teilen ukrainische Rettungskräfte auf Telegram mit. Eine russische Drohne sei auf einem Lkw-Rastplatz eingeschlagen. Das habe ein Feuer ausgelöst, bei dem die Menschen getötet wurden.
+++ 07:40 Ukraine Museum in Berlin zeigt "brutale Zerstörungsenergie Russlands" +++
Zum vierten Jahrestag des russischen Angriffskriegs auf die Ukraine eröffnet der Berliner Story Bunker ein Ukraine Museum. Auf 300 Quadratmetern werden laut Veranstalter in dem ehemaligen Weltkriegsbunker persönliche Geschichten, "die Härte des Krieges und all das, was Russland geheim halten will" gezeigt. Dafür werden unter anderem echte russische Drohnen und ein zerschossenes Evakuierungsfahrzeug ausgestellt. "Wir zeigen keine akademische Aufarbeitung, sondern die brutale Zerstörungsenergie Russlands", teilte das Museum mit. Exponate in der Ausstellung wechseln regelmäßig, wie es hieß. Dafür sei man monatlich in der Ukraine und bringe neue Objekte sowie Informationen mit. Zudem wurden Interviews mit Menschen geführt, dabei ging es auch um die Frage: "Gehen oder bleiben?" Am ersten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine hatte das Team der Berliner Story Bunker einen zerstörten russischen Panzer vor Moskaus Botschaft in Berlin gestellt. Das Panzerwrack vom Typ T-72 diente im Jahr 2023 für einige Tage am Boulevard Unter den Linden als Mahnmal gegen den Krieg.
+++ 07:10 Mann bei russischem Angriff auf Stadt Saporischschja getötet +++
Bei einem russischen Drohnenangriff auf die südostukrainische Regionalhauptstadt Saporischschja ist nach Angaben des Gouverneurs Iwan Fedorow ein 33-jähriger Mann getötet worden. Ein 45-jähriger Mann sei bei dem Angriff auf Industrieanlagen verletzt worden, erklärte Fedorow am Morgen. Die nordostukrainische Stadt Charkiw wurde dem Bürgermeister Ihor Terechow zufolge mit Raketen beschossen, es gab zunächst jedoch keine Berichte über Verletzte. Saporischschja und Charkiw, wichtige Industriezentren in Frontnähe, sind häufige Ziele russischer Angriffe. Kurz vor dem vierten Jahrestag des russischen Überfalls auf die Ukraine am Dienstag versucht Russland, den Druck auf die Ukraine zu erhöhen. Am Sonntag waren bei massiven Angriffen auf das Land ein Mensch getötet und mehr als ein Dutzend weitere verletzt worden.
+++ 06:40 Südkorea: Russland soll "Sieges"-Banner an Botschaft entfernen +++
Südkorea hat von der russischen Botschaft in Seoul die Entfernung eines "Sieges"-Banners gefordert. Das Transparent mit der Aufschrift "Der Sieg wird unser sein" sei kurz vor dem vierten Jahrestag der russischen Invasion in der Ukraine an der Botschaft angebracht worden, teilt das südkoreanische Außenministerium mit. Zudem müsse die militärische Zusammenarbeit zwischen Russland und Nordkorea aufhören. Diese stelle eine ernste Bedrohung für die Sicherheit Südkoreas dar. Eine Stellungnahme der russischen Botschaft liegt bislang nicht vor.
+++ 06:10 Russland: Stromversorgung in Saporischschja fast wiederhergestellt +++
Im russisch besetzten Teil der ukrainischen Region Saporischschja ist die Stromversorgung nach einem ukrainischen Angriff weitgehend wiederhergestellt. Nur noch 12.000 Haushalte in einem Bezirk seien ohne Strom, teilt der von Russland eingesetzte Gouverneur Jewgeni Balizki über Telegram mit. Zuvor hatte es nach einem ukrainischen Angriff am Sonntag auf die Energieinfrastruktur zwei Stromausfälle gegeben. Im ebenfalls russisch kontrollierten Luhansk geriet nach Angaben des dortigen Vertreters Russlands ein Treibstofflager nach einem ukrainischen Drohnenangriff in Brand.
+++ 05:41 EU-Außenminister beraten in Brüssel über Ukraine-Krieg +++
Unmittelbar vor dem vierten Jahrestag des russischen Kriegsbeginns in der Ukraine kommen am heutigen Montag in Brüssel die Außenminister der EU zusammen. Auf der Agenda stehen der Ukraine-Krieg und die Situation im Nahen Osten. Der ukrainische Außenminister Andrij Sybiha wird voraussichtlich per Videoschaltung an dem Treffen teilnehmen. Die EU-Kommission hat ein 20. Sanktionspaket gegen Russland vorgeschlagen, das unter anderem ein "umfassendes Verbot maritimer Dienstleistungen" für Tanker mit russischem Rohöl an Bord vorsieht.
+++ 04:46 Selenskyj über Trump: "Präsidenten kommen und gehen" +++
Der ukrainische Staatschef Wolodymyr Selenskyj setzt auf verlässliche Sicherheitsgarantien der Vereinigten Staaten für sein Land, die nicht allein vom Willen des US-Präsidenten abhängen. "Aus guten Gründen wird der Kongress über sie (die Sicherheitsgarantien) abstimmen", sagt Selenskyj dem britischen Sender BBC in Kiew. Es gehe nicht allein um Präsident Donald Trump, auch das Parlament werde gebraucht, betont er laut der Übersetzung aus dem Ukrainischen. "Denn Präsidenten kommen und gehen, aber Institutionen bleiben."
+++ 03:41 Putin: Entwicklung russischer Atomstreitkräfte ist "absolute Priorität" +++
Nach dem Auslaufen des "New Start"-Abkommens zwischen Moskau und Washington betont Russlands Präsident Wladimir Putin die Bedeutung der russischen Atomstreitkräfte. "Die Entwicklung der atomaren Triade, die Russlands Sicherheit garantiert und für eine wirksame strategische Abschreckung sowie ein Kräftegleichgewicht in der Welt sorgt, bleibt eine absolute Priorität", sagt Putin in einer Fernsehansprache. Putins Ansprache erfolgte an Russlands Tag des Verteidigers des Vaterlandes, einem Feiertag, der Anlass für militärischen Pomp und vom Kreml geförderten Patriotismus ist. Zudem jährt sich am 24. Februar der russische Angriff auf die Ukraine zum vierten Mal.
+++ 02:36 Selenskyj: Bombenlegerin von Lwiw von russischem Geheimdienst rekrutiert +++
Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj verurteilt die nächtlichen Bombenexplosionen in der westukrainischen Stadt Lwiw als "zynischen und grausamen Terroranschlag". Bei dem Anschlag wurde eine Polizistin getötet und 25 weitere Menschen teils schwer verletzt. Als mutmaßliche Täterin wurde eine 33-jährige Ukrainerin festgenommen, die nach Polizeiangaben von russischen Geheimdiensten zu der Tat angestiftet worden war. "Wir verfügen über Geheimdienstinformationen, dass die Russen weiterhin solche Dinge, also faktisch Angriffe auf Ukrainer, durchführen wollen", führt Selenskyj am Abend aus. "Die Umstände dieses Terroranschlags werden derzeit umfassend untersucht, viele Fakten liegen bereits vor", teilt Selenskyj auf Facebook mit. Die Täterin sei über Telegram rekrutiert worden. "Der Terroranschlag wurde von einer russischen Organisation verübt", sagt er, ohne weitere Details zu nennen.
+++ 01:39 Gouverneur: Ukrainischer Angriff legt Energieinfrastruktur in Belgorod lahm +++
Ein ukrainischer Raketenangriff hat in der russischen Region Belgorod die Energieinfrastruktur schwer beschädigt. In Wohnhäusern gebe es Unterbrechungen bei der Strom-, Wasser- und Wärmeversorgung, teilte Gouverneur Wjatscheslaw Gladkow auf dem Kurznachrichtendienst Telegram mit. Betroffen seien die Stadt Belgorod, die 40 Kilometer von der Grenze zur Ukraine entfernt liegt, und die umliegende Region. Das genaue Ausmaß der Schäden solle bei Tagesanbruch ermittelt werden.
+++ 00:11 Ex-Airbus-Chef: Deutschland braucht Drohnen und kein eigenes Kampfjet +++
Der Präsident der Deutschen Gesellschaft für Auswärtige Politik und frühere Vorstandschef von Airbus und EADS, Tom Enders, warnt vor der Entwicklung eines eigenen deutschen Kampfflugzeugs. "Es droht eine gigantische Fehlallokation von Ressourcen", schreibt Enders in einem Gastbeitrag für das RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND). Die Debatte hatte in den vergangenen Tagen an Intensität gewonnen, weil dem deutsch-französisch-spanischen Luftkampfprojekt "Future Combat Air System" (kurz: FCAS) das Scheitern droht. Die eigene finanzielle Kraft solle Deutschland auf die Entwicklung von Drohnen legen, schreibt Enders, der auch Mitglied im Verwaltungsrat des deutschen Herstellers Helsing ist.
+++ 21:35 Ukraine meldet Beschuss von russischen Schiffen auf der Krim +++
Auf der Krim, in der Nähe von Sewastopol, haben ukrainische Streitkräfte zwei russische Grenzschutzschiffe des Projekts "22460 Hunter" angegriffen. Die Schiffe gehören zur Rubin-Klasse der russischen Küstenwache und sind für die Bekämpfung von Bedrohungen auf See und aus der Luft konzipiert. Die Ukraine hatte bereits im Dezember Schiffe derselben Klasse mit Seedrohnen angegriffen, allerdings bestätigte der Generalstab nicht, ob bei dem jüngsten Angriff Drohnen zum Einsatz kamen.
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