Politik
Die Freigabe war bereits im Juni erteilt worden.
Die Freigabe war bereits im Juni erteilt worden.(Foto: AP)
Freitag, 01. August 2014

Greenpeace-Schiff auf Westkurs: "Arctic Sunrise" verlässt Murmansk

Im September 2013 nimmt ein Greenpeace-Eisbrecher den Kurs Barentsee und versucht, eine Gazprom-Bohrinsel zu entern. Die russischen Behörden sind wenig amüsiert, bringen das Schiff auf und halten es monatelang fest. Jetzt fährt die "Arctic Sunrise" wieder.

Das vor zehn Monaten bei einer Protestaktion in der Arktis von Russland aufgebrachte Greenpeace-Schiff "Arctic Sunrise" ist auf dem Weg zurück in die Niederlande. Das Schiff sei nun aus der Hafenstadt Murmansk im Nordwesten Russlands ausgelaufen, teilte Greenpeace mit. Demnach wird die "Arctic Sunrise" in etwa zehn Tagen Amsterdam erreichen, wo sie feierlich begrüßt werden soll. Anschließend soll der Eisbrecher der Umweltorganisation zur Reparatur in die Werft geschickt werden.

Die russische Küstenwache hatte am 18. September 2013 in internationalen Gewässern den Eisbrecher aufgebracht und die 30 Greenpeace-Aktivisten und Journalisten an Bord festgenommen. Die unter niederländischer Flagge fahrende "Arctic Sunrise" wurde nach Murmansk geschleppt. Die Umweltschützer hatten in der Barentsee versucht, eine Gazprom-Bohrinsel zu entern. Sie wollten dort auf Umweltrisiken durch die Gas- und Ölförderung in der sensiblen Meeresregion aufmerksam machen.

Erst Piraterie, dann Rowdytum

Die Greenpeace-Aktivisten wurden zunächst wegen Piraterie angeklagt, später wurde dies auf den Vorwurf des Rowdytums abgeschwächt. Unter internationalem Druck kamen sie später gegen Kaution frei, bevor das Verfahren schließlich im Zuge einer Amnestie eingestellt wurde, und sie das Land verlassen konnten. Am 6. Juni wurde die "Arctic Sunrise" freigegeben. Wie Greenpeace mitteilte, ist der Streit mit den russischen Behörden aber noch nicht beendet: "Die Ermittlungen wurden bis zum 24. September verlängert."

Der in Russland für Energiefragen zuständige Greenpeace-Aktivist Wladimir Tschuprow wertete die Auseinandersetzung dennoch bereits jetzt als Erfolg. Die russische Regierung habe in den vergangenen Monaten einige Schritte zum Schutz der Arktis unternommen und auch Gazprom habe einen neuen Aktionsplan vorgelegt, für den Fall, dass bei Bohrungen Öl ausläuft. "All diese Fortschritte haben nach unserer Aktion stattgefunden und wir sind überzeugt, dazu beigetragen zu haben", erklärte Tschuprow.

Quelle: n-tv.de