Politik

UNDP zum Klimawandel Arme zahlen die Rechnung

Der Klimawandel wird einer UN-Studie zufolge besonders für die ärmsten Entwicklungsländer in Zukunft katastrophale Folgen haben. Hungersnöte, Überschwemmungen und Krankheiten wie Malaria würden das Leben von zusätzlich rund einer Milliarde Menschen unerträglich machen, heißt es in dem Jahresbericht des Entwicklungsprogramms der Vereinten Nationen UNDP. Schuld an der Klimakatastrophe seien die reichen Nationen, so der Bericht mit dem Titel "Den Klimawandel bekämpfen: Menschliche Solidarität in einer geteilten Welt".

"Letztendlich ist der Klimawandel eine Bedrohung für die ganze Menschheit. Aber die Armen müssen die härtesten menschlichen Kosten tragen, obwohl sie nichts zur Erderwärmung beigetragen haben", sagte UNDP-Direktor Olav Kjorven vor Journalisten in New York. Maßnahmen gegen den Klimawandel und Schutz vor den Auswirkungen sollten deshalb Teil jeder zukünftigen Entwicklungspolitik sein, forderte Kjorven.

1,6 Milliarden Menschen auf der Welt nutzen dem Bericht zufolge vor allem Brennholz und Dung, um Energie zu gewinnen. Die reichen Nationen dagegen verschwendeten Energie. Wenn alle Menschen der Welt den gleichen Lebensstil hätten wie der Durchschnittsamerikaner, bräuchte man neun Planeten wie die Erde, um der Umweltverschmutzung Herr zu werden, rechnen die Experten vor. Beispielsweise sondere eine einzige Klimaanlage in den USA innerhalb eines Jahres mehr Kohlenstoffdioxid aus, als ein Bewohner von Afghanistan oder Kambodscha im Laufe seines Lebens produziere.

Der Report, der vor dem UN-Klimagipfel in Bali im Dezember veröffentlicht wurde, schlägt Emissionsreduzierungen von bis zu 30 Prozent bis 2020 und 80 Prozent bis 2050 vor. Nur so könnte die Erderwärmung unter 2 Grad Celsius bleiben und damit das Schlimmste verhindert werden, sagen die Experten.

Wenn nichts gegen die steigenden Temperaturen getan wird, werden den Prognosen zufolge 600 Millionen Menschen in Schwarzafrika zusätzlich an Hungersnöten leiden, 200 Millionen Menschen werden wegen Überschwemmungen ihre Lebensgrundlage verlieren und weitere 200 Millionen geraten in Gefahr, sich Krankheiten wie Malaria oder Dengue-Fieber zuzuziehen.

Quelle: ntv.de