Politik

"Größter Völkermord in Amerika" Belgien brüskiert USA

Belgiens Verteidigungsministerium scheint es ernsthaft darauf anzulegen, es sich mit den USA zu verscherzen. In einer Beilage zur Armeezeitung "Direct", die sich mit den Völkermorden in aller Welt befasste, wird der bisher größte Genozid in Nordamerika angesiedelt. Seit der Ankunft von Christoph Kolumbus im Jahr 1492 seien dort bis heute 15 Mio. Menschen ermordet worden, heißt es in dem Bericht.

Damit fordere Verteidigungsminister Andr Flahaut die Vereinigten Staaten erneut heraus, berichtete die flämische Tageszeitung "De Standaard". Die Beilage in "Direct" sei unter Flahauts Verantwortung aus Anlass des ruandischen Völkermords vor zehn Jahren entstanden.

Im Zusammenhang mit dem Irakkrieg hatte Flahaut die Politik der USA mehrfach kritisiert. Er sprach sich gegen Überflugrechte amerikanischer Militärmaschinen aus. Anfang dieses Jahres rügte der Minister in einem Interview Washingtons Militärausgaben als übertrieben. Das US-Militär könne deshalb kaum noch wirksam auftreten: "Um 15 Mann von A nach B zu bringen, setzen sie drei Flugzeuge ein, um sicher zu sein, dass es klappt."

Die Völkermord-Beilage in der Armeezeitung "Direct" leitete Flahaut dem Bericht zufolge mit einem Vorwort ein. Dann zählte das Blatt 13 Völkermorde in aller Welt auf. Die Aufstellung sei jedoch auch nach den Kriterien des Ministeriums unvollständig, schrieb "De Standaard": So fehle die von Stalin organisierte Hungersnot in der Ukraine Anfang der 30er Jahre. Auch von Europas kolonialer Vergangenheit in Afrika finde sich keine Spur. Mit der Jahresangabe "1492 - ..." deute die von Flahauts Ministerium gestaltete Beilage zudem an, dass der Völkermord in Nordamerika noch im Gange sei.

Quelle: ntv.de

ntv.de Dienste
Software
Social Networks
Newsletter
Ich möchte gerne Nachrichten und redaktionelle Artikel von der n-tv Nachrichtenfernsehen GmbH per E-Mail erhalten.
Nicht mehr anzeigen